Wenn die Autobatterie schlapp macht - Überbrücken & Co !

Wenn Sie Ihren Motor zu starten versuchen, dieser aber widerwillig Ihnen nur entgegen hustet, dann streikt oft die Autobatterie. Insbesondere an den ersten Winter- bzw. frostigen Tagen kann dies geschehen. Hierbei wird die Batterie stärker belastet, was ältere bzw. angeschlagene Autobatterien schnell mal in die Knie zwingt. Gerade während der kalten Jahreszeit muß eine Autobatterie Hochleistung bringen, Kaltstart, Licht, Heizungen für Sitze, Heckscheibe und Aussenspiegel ect. saugen an ihr und das nicht zu knapp. Kommt dann noch viel Kurzstreckenbetrieb hinzu, droht Ärger. Wenn der tägliche Weg zur Arbeit nur wenige Kilometer beträgt, bleibt zu wenig Lichtmaschinenleistung um die Batterie zu laden. 

Überbrücken-FremdstartIst der Akku tod und somit ein Starten nicht möglich ist, kann man sich oft aber auch selber helfen. Alles was Sie brauchen, sind Starthilfe-Kabel und einen netten Nachbar mit dessen Auto.
Auf folgendes sollten Sie hierbei jedoch achten:

Auto überbrücken - aber mit dem richtigen Überbrückungskabel!

Als aller erstes, schauen Sie nach, ob Sie ein richtiges Kabel haben. Für die meisten Benzinmotoren reicht ein Kabel mit einem Querschnitt von 16 mm². Wenn Sie es aber mit einem Dieselmotor zu tun haben, dann brauchen Sie schon ein Kabel mit einem Querschnitt von 25 mm². Dieses wir auch für größere Benziner benötigt. Bei Dieselmotor mit einem Hubraum von mehr als 3 Liter, sollte der Querschnitt 35 mm² betragen, da starke Benziner und Diesel mehr Strom zum Starten brauchen als übliche Motoren. Das Problem ist, dass ein kleineres Kabel bei einer Übertragung von großen Strommengen durchbrennen könnte. Achten Sie also auf diesen Hinweis. 

Die genaue Vorgehensweise beim Auto überbrücken:

Fahren Sie beide Autos dicht aneinander, ohne dass sich diese berühren. Stellen Sie beide Motoren ab, holen Sie den Gang raus, ziehen Sie die Handbremse und schalten Sie alle Verbraucher ab (Radio, Licht, Heckscheibenheizung usw). Ziehen Sie eventuell zur Sicherheit den Schlüssel ab. Anschließend öffnen Sie beide Motorhauben und entfernen Sie die Abdeckung von der Autobatterie, falls eine vorhanden ist. Nehmen Sie dann zuerst das rote Kabel, welches für den Pluspol ist. Zuerst an der leeren, dann an der vollen Batterie anschließen. Anschließend das schwarze Kabel nehmen. Diesmal zuerst an der vollen Batterie anklemmen. Achtung: Das andere Ende kommt nicht an die Batterie, sondern an ein unlackiertes Metallteil im Motorraum des Fahrzeuges mit der leeren Batterie. Starten Sie jetzt das Fahrzeug mit der vollen Batterie. Geben Sie etwas Gas, bis etwa 2000 Umdrehungen pro Minute. Starten Sie jetzt das Fahrzeug mit der leeren Batterie. Lassen Sie beide Motoren für ca. 3 Minuten laufen, damit sich die leere Batterie etwas aufladet. Nach dieser Zeit, schalten Sie beim Fahrzeug mit der leeren Batterie einen großen Stromverbraucher an. Die Scheinwerfer sind dafür gut geeignet. Dieses sollten Sie tun, damit Stromspitzen beim Entfernen der Kabel vermieden werden. Diese sind gerade bei modernen Autos gefährlich, da sie die Motorelektronik beschädigen können. Vorsicht ist geboten beim Entfernen der Kabel. Sie könnten sich die Finger verbrennen, da die Klemmen (falls sie nicht ummantelt sind) evtl. heiß sind. Tragen Sie, wenn nötig, Handschuhe zum Abklemmen. Die Kabel werden in umgekehrter Reihenfolge entfernt. Zuerst das schwarze Minuskabel vom Motorblock des Fahrzeuges, welches die Hilfe benötigt hat, dann das andere Ende von der vollen Batterie. Jetzt entfernen Sie das rote Pluskabel von der vollen und anschließend von der leeren Autobatterie. Der AvD empfiehlt nach diesem Vorgang, das Fahrzeug einige Kilometer zu bewegen, damit die Batterie von der Lichtmaschine aufgeladen werden kann. Lassen Sie hierbei alle nicht unbedingt benötigten Verbraucher ausgeschaltet. Falls Sie im Besitz eines Ladegerätes sind, ist es empfehlenswert den Akku für eine Nacht dort anzuschliesen.

Sollten Sie nach kurzer Zeit erneut Startprobleme haben, ist es notwendig die alte Autbatterie gegen eine neue auszutauschen.

 

Auto anschleppen bzw. anschieben

Auto anschiebenEine weitere Möglichkeit um den Motor, mit leerer Autobatterie, wieder zu starten, ist das Anschieben oder das Anschleppen. Dieses ist jedoch nur bei Autos mit Schaltgetriebe möglich. Wenn Sie ein automatisches Getriebe haben, ist die Alternative nur ein Pannendienst. Dergleichen gibt es auch weiter Einschränkungen bei Autos mit Katalysator. Sie müssen den Motor zuerst auskühlen lassen und nur danach das Anschieben oder Anschleppen versuchen. Andernfalls könnte unverbrannter Sprit in den Katalysator kommen und diesen zerstören.

Die genaue Vorgehensweise beim Auto anschieben bzw. anschleppen

Beim Anschieben geht man wie folgt vor: Zündung einschalten und Gang heraus nehmen. Erst während des Anschiebens muss der Fahrer kurz in den zweiten Gang kuppeln, etwas Gas geben und gleich wieder entkuppeln. Dabei hält er den Motor durch Gasgeben am Laufen.

Beim Anschleppen müssen Sie folgendermaßen vorgehen. Verbinden Sie die beiden Autos mit einer Abschleppstange oder einem Abschleppseil. Vergessen Sie nicht die Zündung. Ansonsten schnappt während des Fahrens das Lenkradschloss ein und das Auto lässt sich nicht mehr lenken. Beschleunigen Sie jetzt bis ca. 30 km/h. Schalten Sie in den zweiten Gang und lassen die Kupplung kommen. Sobald der Motor läuft, entkuppeln Sie wieder und geben aber weiterhin etwas Gas.

 

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Fotos: © ArtmannWitte, waltart- Fotolia.com

 

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