Navigation

Anzeigen:

 

Kontakt

 

Die Geschichte des Führerscheins

Die Geschichte des Führerscheins ist eng mit der Entwicklung des Kraftfahrzeugs und der damit einhergehenden Massenmobilität durch die Motorisierung im Straßenverkehr verbunden. Waren es gegen Ende des 19. Jahrhunderts lediglich vereinzelte Fahrzeuge, mit denen sich Personen

im öffentlichen Raum bewegten, so ging man in vielen Staaten noch kurz vor der Jahrhundertwende dazu über, von motorisierten Teilnehmern am Straßenverkehr eine Prüfung der Fahrbefähigung (Führerscheinprüfung) zu verlangen. Erste wissenschaftliche Untersuchungen der Tauglichkeit von Straßenbahnfahrern wurden von Hugo Münsterberg, einem Pionier der Verkehrspsychologie, durchgeführt.

In Deutschland wurde die erste Fahrerlaubnis im Jahr 1888 für Carl Benz ausgestellt. Österreich folgte ein Jahr später mit einer ersten Verordnung der Statthalterei von Niederösterreich. In der Schweiz wurden erste Fahrprüfungen im Jahr 1890 abgenommen. Damit wurde auf steigende Unfallzahlen durch die beginnende Motorisierung und die damals revolutionären Möglichkeiten der beschleunigten Fortbewegung reagiert.

Fahrerlaubnisprüfung in Deutschland

Der Verband der Technischen Überwachungs-Vereine (VdTÜV) „feierte“ am 23. November 2004 „100 Jahre Führerschein“. Es war zugleich das Jubiläum der Fahrerlaubnis mit Prüfung der Tauglichkeit durch Überwachungsvereine (vgl. VdTÜV-Ausstellung „Führerscheine in Europa“ [1]).

Den Führerschein (umgangssprachlich auch als „Lappen“ bezeichnet) gibt es schon seit 1888. Zwar durfte das erste Auto – wie seine Vorgänger, die Pferdefuhrwerke – noch ohne Erlaubnis bewegt werden, aber nur zwei Jahre lang: von 1886 bis 1888. Danach bedurfte es einer Fahrerlaubnis. Die erste Berechtigung zur Durchführung von Versuchsfahrten mit einem Patentmotorwagen wurde Carl Benz, dem Erfinder des Automobils, ausgestellt. Zu einer Zeit, als die Zahl der Verkehrsteilnehmer und -regeln noch übersichtlich war, glich die Unterrichtung über die Grundzüge des Autofahrens einem Grundkurs in Mechanik. Es war Sache der Hersteller, das Dokument auszufertigen.

1903 – zwei Jahre später als Österreich – erließ Preußen eine Verordnung, in der eine Ausbildung mit Prüfung verlangt wurde. Prüfer sollten die in der Prüfung gefährlicher Maschinen erfahrenen Ingenieure des Dampfkessel-Revisions-Vereins sein, die sich bis dahin um die Sicherheit stationärer Kessel in Brauereien, Acetylenanlagen oder Fahrstühlen gekümmert hatten (für die Überprüfung der Dampfloks waren die Eisenbahnen zuständig).

Im folgenden Jahr öffnete die erste private Fahrschule in Aschaffenburg ihre Pforten. Die erste Fahrprüfung wurde im preußischen Bezirk Hannover abgelegt. Einem ordnungsgemäßen Betrieb von Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor auf öffentlichen Wegen stand nichts mehr im Wege.

Im Jahr 1910 wurden Führerscheinklassen eingeführt. Zunächst gab es vier: Klasse 1 für Krafträder, Klasse 2 für Kraftfahrzeuge über 2,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Die Klassen 3a und 3b teilten sich die Kraftwagen bis 2,5 Tonnen mit zehn oder mehr PS. Damals wurde das Mindestalter auf 18 Jahre und die notwendige Ausbildungsdauer festgelegt. Geburtsurkunde und Gesundheitszeugnis sowie ein Foto waren unabdingbare Voraussetzungen für die Beantragung einer Fahrerlaubnis. Allerdings beschränkte sich die Prüfung in manchen Fällen darin, dass der Prüfling vor dem Fahrprüfer hin und her fuhr und eine Frage beantworten musste, z. B. was bei Dunkelheit zu tun sei (die Karbidlampen anzünden).

In der Zeit des Nationalsozialismus erteilte das Nationalsozialistisches Kraftfahrerkorps (NSKK) Fahrerlaubnisse. Nach dem Verbot 1945 kehrte man zur alten Regelung zurück, die erst nach der Wende geändert wurde. Im Zuge der Liberalisierung im Bereich des Prüfwesens konnte DEKRA den Aufbau der Technischen Prüfstellen in den neuen Bundesländern übernehmen. Das führte dazu, dass Führerscheinprüfungen im Osten Deutschlands ausschließlich von Mitarbeitern der DEKRA abgenommen werden, während dieses Betätigungsfeld in den alten Bundesländern dem TÜV vorbehalten ist.

Die eingeführten Führerscheinklassen hielten sich lange, abgesehen von Modifikationen und Erweiterungen für leichtere Krafträder. So wurden in Westdeutschland die 10-PS-Grenze abgeschafft und das zulässige Gesamtgewicht in der Klasse drei auf 7,5 Tonnen gesetzt. Dies bewirkte in der Nachkriegszeit einen Absatzschub bei 7,49-Tonnern.

Am 1. November 1986 wurde in der Bundesrepublik Deutschland der Führerschein auf Probe eingeführt, der sich bei schwerwiegenden Verstößen (seit 1. Januar 1999) automatisch von zwei Jahren auf vier Jahre verlängert. Zudem wird in diesem Fall die Teilnahme an einem Aufbauseminar von der Führerscheinbehörde angeordnet. Wird die Anordnung nicht befolgt, wird der Führerschein entzogen.

Am 1. Juli 1999 trat die Fahrerlaubnisverordnung in Kraft, mit der EU-weit einheitlichen Einteilung der Fahrerlaubnisklassen nach Buchstaben. Nur für Pferdefuhrwerke ist weiterhin keine besondere Fahrerlaubnis notwendig, sofern sie nicht gewerbsmäßig Personen transportieren.

Die Zeit des Lappens ist vorbei. Teilweise sind die grauen oder rosaroten Führerscheine, in den die Daten teils handschriftlich eingetragen wurden, noch vorhanden. Neue Führerscheine werden von der Bundesdruckerei in Berlin als vollständig personalisierte High-Tech-Dokumente an die bundesweit rund 650 Führerscheinstellen ausgeliefert.

Der VdTÜV will die theoretische Prüfung voll digitalisieren. Am PC lasse sich mit Computer-Animationen das Verkehrsgeschehen realistischer simulieren als mit Fragebögen aus Papier.

Umstritten ist die 18-Jahre-Schranke: Einige Bundesländer haben die Initiative für Begleitetes Fahren ergriffen, auch Führerschein mit 17 genannt. Bundestag und Bundesrat haben mit ihrem Gesetzesentwurf zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes den Weg für einen bundesweit einheitlichen Modellversuch frei gemacht.
 
 
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Die Geschichte des Führerschein aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
 
 

Verwandte Themen:

Fahrschule Preisvergleich
Die neuen Führerscheinklassen
Die Geschichte des Führerscheins
Führerscheinklassen Alt vs. Führerscheinklassen Neu
Wissen rund um den Führerschein
Führerschein, Lernsoftware & Bücher
Gültigkeit deutscher Fahrerlaubnisse im Ausland
Punkte in Flensburg
Richtlinien und Grundlagen des Führerscheins
Führerschein auf Probe
Begleitendes Fahren ab 17
Die ärztliche Untersuchung
Medizinisch-psychologische Untersuchung


Neue Beiträge

Spritfresser im Winter

Spritfresser im Winter - Wie kann ich Sprit im Winter Sparen

TankanzeigeTäglich sind in Deutschland und allen anderen Ländern auf dieser Welt zahlreiche Autos auf den Straßen unterwegs. Dies bedeutet ein enorm hoher Ausstoß an CO2 und gleichzeitig eine extreme Umweltbelastung. In vielen Familien wird in den Wintermonaten mehr Geld für Benzin und Diesel ausgegeben, als in den wärmeren Jahreszeiten. Dies liegt an einem erhöhten Spritverbrauch in den kalten Monaten des Jahres. Die Gründe hierfür liegen in einer längeren Phase, in welcher der Motor kalt läuft. Auch der höhere Rollwiderstand von Winterreifen treibt den Kraftstoffverbrauch in die Höhe. Ein weiterer Faktor für den höheren Verbrauch ist die Heizung. Eine Frontscheibenheizung verbraucht circa 540 Watt und eine Heckscheibenheizung im Schnitt 185 Watt. Auch eine Sitzheizung schlägt mit 102 Watt zu Buche. Diese Wärme wird vom Verbrennungsmotor produziert. Dieser benötigt für 100 Watt in etwa 0,1 Liter Sprit. Wenn man also den Kraftstoffverbrauch niedrig halten möchte, sollten einige Dinge beachtet werden. Weiterlesen ...

Zweitwagenversicherung – 3 Tipps für beste und günstige Konditionen

Zweitwagenversicherung – 3 Tipps für beste und günstige Konditionen

ZweitwagenWer darüber nachdenkt neben dem Alltagsauto einen Zweitwagen anzuschaffen, muss selbstverständlich auch für die Versicherung des Zweitwagens aufkommen. Doch hier lauert bei einigen Autoversicherern die Gefahr zu hohe Prämien zu bezahlen, wenn nicht einige Kriterien bei der Einstufung des Zweitwagens beachtet werden. Denn bei der Zweitwagenversicherung dreht es sich meistens um zwei Optionen: entweder wird ein zweites Fahrzeug angemeldet, um es selbst zu zulassen und zu nutzen oder einen Fahranfänger zu unterstützen. Ein Fahranfänger, der zum ersten Mal ein Auto bei der Versicherung anmeldet, muss zunächst in der geringsten Schadenfreiheitsklasse die höchsten Prämien bezahlen. So kann sich die Anmeldung der Versicherung für einen Zweitwagen oftmals für die eigenen Kinder lohnen, die gerade den Führerschein bestanden haben und das erste eigene Auto zugelassen haben. Doch gibt es ein paar Tricks, um bei der Zweitwagenversicherung bares Geld zu sparen. Aus diesem Grund haben wir für Sie drei Tipps zusammengestellt, um die absolut beste und günstige Zweitwagenversicherung zu bekommen.

Weiterlesen ...

Sicher unterwegs

Die meisten Autounfälle

VerkehrsunfallEin Verkehrsunfall - der Albtraum jedes Autofahrers. Nicht nur, dass man nicht wie geplant an das Ziel gelangt, sondern auch noch die Konsequenzen. Polizei. Versicherungen. Kosten. Damit wird man sich jetzt erstmal auseinandersetzen müssen. Noch weiter gedacht, was wäre denn, wenn jemandem etwas passiert wäre? Wenn ich jemanden angefahren habe? Oder mich jemand? Traue ich mich dann überhaupt noch in den Straßenverkehr?
Fragen, die man sich stellt, wenn es soweit ist, doch es ist nicht schlecht, sich auch präventiv mal mit dem Thema auseinanderzusetzen. Schließlich betrifft es einen ja auch.
Alle dreizehn Sekunden passiert in Deutschland ein Verkehrsunfall. Das besagt die Unfallstatistik des Statistischen Bundesamts.
Und das sind nur die Unfälle, die gemeldet wurden. Weiterlesen ...

HINWEIS! Diese Seite verwendet Cookies und ähnliche Technologien.

Wenn Sie die Browsereinstellungen nicht ändern, stimmen Sie zu. Learn more

I understand

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.