Köln, 30. Mai 2026. Lexus hat die achte Generation des ES vorgestellt und die Limousine damit inhaltlich wie technisch deutlich neu aufgestellt. Das Modell wächst in allen wichtigen Abmessungen, bekommt eine neue Plattform für elektrifizierte Antriebe und kommt erstmals auch als reines Elektroauto. Für Europa sind Preise, Ausstattungen und Marktstart bereits genannt.
Kurz zusammengefasst:
Der neue Lexus ES ist ab 59.600 Euro bestellbar. Angeboten werden der vollelektrische ES 350e und der Vollhybrid ES 300h, später folgt der ES 500e. Die Reichweite des ES 350e liegt je nach Version bei 511 bis 581 Kilometern, der ES 500e bei 494 bis 529 Kilometern. Die Auslieferung in Europa soll ab Spätsommer 2026 starten.
Größer, elektrifizierter und stärker auf Europa zugeschnitten
Der neue Lexus ES ist weit mehr als eine normale Modellpflege. Mit der achten Generation rückt die Limousine näher an die obere Mittelklasse und erweitert ihr Antriebsspektrum um eine batterieelektrische Variante. Lexus verbindet damit die bekannte ES-Baureihe mit der eigenen Multi-Path-Strategie, also dem Angebot mehrerer elektrifizierter Antriebsarten für unterschiedliche Kundenanforderungen. In Europa ist der ES seit 2018 wieder im Programm, nun folgt die nächste Ausbaustufe mit mehr Raum, neuer Softwareplattform und umfangreicherer Ausstattung. Der Hersteller verweist auf das Lexus LF-ZC Concept als gestalterische Vorlage und spricht von einem Ansatz namens „Clean Tech x Elegance“. Reduziert formuliert bedeutet das: klare Linien, weniger optische Ablenkung und ein stärker technikorientierter Auftritt. Der neue ES ist dabei in allen wesentlichen Dimensionen gewachsen. Mit 5,14 Metern Länge, 2,95 Metern Radstand und 1,92 Metern Breite legt er sichtbar zu. Das wirkt sich vor allem auf den Innenraum und den Gepäckraum aus, aber auch auf die Proportionen der Limousine, die weiterhin klassisch und lang gestreckt bleibt.
Neue Plattform, neue Software und mehr Konnektivität
Technische Basis des ES ist eine weiterentwickelte GA-K-Plattform, die sowohl batterieelektrische als auch hybride Antriebe aufnehmen kann. Für Käufer dürfte weniger die Plattformbezeichnung selbst wichtig sein als die Frage, was sie im Alltag bringt: mehr strukturelle Steifigkeit, bessere Einbindung der Antriebe und ein ruhigeres Fahrverhalten. Lexus hat die Karosserie zusätzlich mit hochfesten Stählen, strukturellen Klebungen und lokalen Verstärkungen überarbeitet. Ziel ist laut Hersteller ein präziseres Lenkgefühl bei gleichzeitig hohem Komfort. Neu ist auch die Softwareseite. Der ES ist das erste Modell der Marke mit der neuen Generation des LexusConnect Multimediasystems. Im Mittelpunkt steht ein 14-Zoll-Zentraldisplay, das mit dem digitalen Kombiinstrument vernetzt ist. Dazu kommen schnellere Reaktionszeiten, mehr Speicher, neue Online-Dienste und ein überarbeiteter Sprachassistent. Gerade in dieser Fahrzeugklasse ist das relevant, weil Infotainment und Assistenzsysteme inzwischen einen großen Teil des Bedienerlebnisses bestimmen. Lexus kündigt außerdem Over-the-Air-Updates an, sodass Softwarefunktionen später ergänzt oder aktualisiert werden können.

Antriebe: Elektro und Hybrid parallel
Beim Antrieb setzt Lexus auf drei Varianten. Zum Marktstart sind der vollelektrische ES 350e und der Vollhybrid ES 300h bestellbar, der ES 500e folgt Anfang 2027. Der ES 350e ist als Fronttriebler ausgelegt und kommt auf 165 kW beziehungsweise 224 PS. Die Batterie hat brutto 77 kWh und netto 72 kWh. Lexus nennt eine Reichweite von 511 bis 581 Kilometern. Der stärkere ES 500e fährt mit 252 kW beziehungsweise 343 PS, nutzt den Direkt4-Allradantrieb und kommt auf 494 bis 529 Kilometer Reichweite. Auch hier liegt der Schwerpunkt auf Effizienz, nicht auf reiner Leistungssuche. Für den elektrischen Alltag wichtig sind die Ladewerte. An einer DC-Schnellladesäule lädt der ES mit bis zu 150 kW; von 10 auf 80 Prozent soll das in knapp 30 Minuten gehen, sogar bei Temperaturen bis minus zehn Grad. Wechselstromseitig sind 22 kW möglich, was eine Ladezeit von rund vier Stunden von 10 auf 100 Prozent bedeuten soll. Serienmäßig an Bord ist bei allen Varianten ein 22-kW-Onboard-Charger. Lexus kombiniert das mit Batteriekühlung, Vorkonditionierung und einer Ladeanschlussklappe, die sich per Fahrzeug, Infotainment oder App öffnen lässt. Der Vollhybrid ES 300h bleibt als klassischer Langstreckenantrieb im Programm. Er kombiniert einen 2,5-Liter-Vierzylinder mit einer Lithium-Ionen-Batterie und ist mit Front- oder E-Four-Allradantrieb erhältlich. Die Systemleistung liegt bei 144 kW beziehungsweise 196 PS. Für den Sprint auf 100 km/h nennt Lexus 8,2 Sekunden mit Frontantrieb und 8,0 Sekunden mit E-Four. Der kombinierte Verbrauch wird mit 4,8 bis 4,9 Litern je 100 Kilometer angegeben, die CO₂-Werte mit 109 bis 112 g/km. Für Kunden, die ohne Ladeinfrastruktur auskommen wollen, bleibt das die alltagstauglichere Option.
Innenraum mit mehr Platz, neuer Bedienlogik und Komfortfunktionen
Im Innenraum zielt Lexus klar auf mehr Ruhe und weniger Bedienkomplexität. Das Cockpit folgt dem Tazuna-Prinzip, bei dem Bedienung und Blickführung möglichst eng zusammengeführt werden sollen. Dazu passt das neue 12,3-Zoll-Kombiinstrument ebenso wie die Hidden Switches: berührungsempfindliche Bedienelemente, die erst beim Start sichtbar werden. Solche Lösungen sind vor allem dann sinnvoll, wenn sie die Anzahl sichtbarer Schalter reduzieren, ohne die Bedienung unnötig zu verkomplizieren. Spürbar aufgewertet wurde auch der Fond. Der Abstand zwischen Vorder- und Rücksitzen wächst auf 1.102 Millimeter, was Lexus als Bestwert im Segment einordnet. Für die BEV-Version in der Ausstattung Luxury gibt es zudem eine elektrisch verstellbare Rückbank, Sitzheizung, Belüftung, Massagefunktion und eine Ottomane hinter dem Beifahrersitz. Gerade in dieser Klasse bleibt die Rückbank ein zentrales Kaufargument, weil der ES traditionell auch als Chauffeurs- und Dienstwagen verstanden wird. Neu entwickelte Vordersitze, mehr Ablagen, USB-C-Anschlüsse und eine induktive Ladeschale runden das Bild ab. Auch beim Gepäckraum hat Lexus nachgebessert. Je nach Antrieb fasst der ES bis zu 517 Liter als BEV oder 493 Liter als Hybrid. Das ist für eine Limousine dieser Größe ein ordentlicher Wert und dürfte die Alltagstauglichkeit erhöhen, auch wenn die Form des Kofferraums weiterhin nicht ganz so variabel ist wie bei einem SUV oder Kombi.
Preise, Ausstattung und Marktstart in Europa
Beim Preis positioniert Lexus den ES nicht mehr als vergleichsweise günstige Oberklassen-Alternative, sondern klar im Premiumfeld. Der ES 350e startet bei 59.600 Euro, der ES 300h ebenfalls bei 59.600 Euro in der Comfort-Version mit Frontantrieb. Für den ES 300h mit E-Four nennt Lexus 62.300 Euro. Darüber folgen Executive und Luxury, während der ES 350e in Comfort und Luxury angeboten wird. Die Spitze bildet zum Marktstart der ES 350e Luxury mit 69.950 Euro. Für den ES 500e nennt der Hersteller noch keine Euro-Preise in der vorliegenden Übersicht. In die Lexus-Foren rollen die neuen Modelle ab dem Spätsommer 2026. Der ES 500e soll Anfang 2027 folgen. Für Deutschland liegen damit bereits wichtige Eckdaten vor, offene Fragen bleiben aber dennoch: exakte Verbrauchs- und Ladeangaben für alle Varianten im Typgenehmigungszyklus, mögliche Sonderausstattungen im Detail und die endgültige Verfügbarkeit einzelner Optionen. Auch die Frage, wie sich die neuen elektrischen Varianten im deutschen Markt gegen etablierte Konkurrenzmodelle schlagen, lässt sich aus der Mitteilung noch nicht beantworten.
Einordnung: Wichtiger Schritt für die ES-Baureihe
Mit dem neuen ES reagiert Lexus auf zwei Entwicklungen zugleich: auf den anhaltenden Wandel hin zur Elektrifizierung und auf den Wunsch vieler Kunden nach einer komfortablen, repräsentativen Limousine. Dass die Baureihe nun erstmals auch vollelektrisch angeboten wird, ist strategisch der wichtigste Schritt dieser Generation. Gleichzeitig hält Lexus den Hybrid als vertraute Alternative im Programm. Das ist aus Marktsicht sinnvoll, weil nicht jeder Premiumkunde sofort vollständig auf das Laden angewiesen sein will. Bemerkenswert ist zudem, wie stark Lexus das Thema Geräuschkomfort, Fahrstabilität und Sitzkomfort herausarbeitet. Die Marke positioniert den ES damit nicht als sportliche Business-Limousine, sondern als ruhiges, technisch aufwendiges Langstreckenauto mit hoher Serienausstattung. Für den Markt in Europa könnte genau das der entscheidende Punkt sein: Der ES bleibt eine Nische, aber eine klar definierte. Wer eine klassische Limousine mit viel Komfort, Hybrid- oder Elektroantrieb und gehobenem Ausstattungsniveau sucht, bekommt mit der neuen Generation ein deutlich moderneres Angebot als bisher.
Häufige Fragen
▾ Wann kommt der neue Lexus ES nach Europa?
Die neuen Modelle sollen ab Spätsommer 2026 in die Lexus Foren rollen. Der ES 500e folgt laut Hersteller Anfang 2027.
▾ Welche Antriebe gibt es?
Zum Start sind der vollelektrische ES 350e und der Vollhybrid ES 300h bestellbar. Der ES 500e kommt später dazu.
▾ Wie weit fährt der elektrische ES?
Für den ES 350e nennt Lexus 511 bis 581 Kilometer Reichweite, für den ES 500e 494 bis 529 Kilometer.
▾ Wie schnell lädt der ES?
An DC-Schnellladern lädt der ES mit bis zu 150 kW. Von 10 auf 80 Prozent sollen knapp 30 Minuten reichen.
▾ Was kostet der neue Lexus ES?
Der ES 350e und der ES 300h starten jeweils bei 59.600 Euro. Für höhere Ausstattungen und den ES 500e nennt Lexus weitere Preise beziehungsweise noch nicht alle Angaben.
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