Rüsselsheim, 27. Mai 2026. Lancia hat erste Bilder und technische Eckdaten zum neuen Gamma veröffentlicht. Das Modell soll als Crossover mit Fastback-Silhouette starten, in Italien entwickelt und gebaut werden und zunächst nur in den europäischen Märkten angeboten werden, in denen die Marke aktuell vertreten ist.
Kurz zusammengefasst:
Der neue Lancia Gamma ist ein Crossover/Fastback auf STLA-Medium-Basis. Geplant sind ein Hybrid mit 107 kW/145 PS sowie mehrere Elektroversionen mit 169 kW/230 PS, 180 kW/245 PS und 257 kW/350 PS. Die Produktion erfolgt in Melfi, der Bestellstart ist für Spätsommer oder Herbst vorgesehen. Für Deutschland nennt Lancia derzeit keine Verfügbarkeit.
Was Lancia mit dem Gamma vorhat
Mit dem neuen Gamma gibt Lancia einen ersten konkreten Ausblick auf das nächste große Modell der Marke. Die Pressemitteilung ordnet den Wagen als Teil der künftigen Ausrichtung ein und setzt dabei vor allem auf zwei Punkte: ein eigenständig entwickeltes Fahrzeug aus Italien und ein Antriebsmix, der sowohl Hybrid- als auch Elektrovarianten umfasst. Für die Marke ist das Modell damit mehr als nur eine weitere Neuheit im Portfolio. Es soll zeigen, wohin sich Lancia in der aktuellen Wiederaufbauphase bewegt.
Der Gamma wird laut Hersteller vollständig in Italien entwickelt, konstruiert und gestaltet. Produziert werden soll er im Werk Melfi. Der Standort gehört zu den wichtigen Stellantis-Fabriken in Europa und ist auch für andere Modelle des Konzerns relevant. Mit den ersten öffentlichen Erprobungsfahrten ist das Projekt nach Angaben von Lancia in die finale Entwicklungsphase eingetreten. Das spricht dafür, dass das Modell zwar schon weit fortgeschritten ist, die Markteinführung aber noch nicht unmittelbar bevorsteht.
Technik auf STLA-Medium-Basis
Technisch basiert der neue Gamma auf der STLA-Medium-Plattform. Diese Architektur ist für mehrere Antriebsarten ausgelegt und kommt auch bei anderen Modellen im Stellantis-Verbund zum Einsatz. Beim Gamma verbindet Lancia das Format eines Crossover mit der flach auslaufenden Silhouette eines Fastback. Mit 4,67 Metern Länge, 1,89 Metern Breite und 1,66 Metern Höhe zielt das Modell auf das Segment der mittelgroßen Crossover, also auf eine Klasse, in der Käuferinnen und Käufer häufig zwischen Alltagstauglichkeit, Design und Effizienz abwägen.
Die angegebenen Abmessungen lassen darauf schließen, dass der Gamma als europäisches Familien- und Reisetaugliches Modell positioniert wird. Auffällig ist, dass Lancia in der Mitteilung weniger über Ausstattungsdetails oder Komfortfunktionen spricht, sondern vor allem über Plattform, Außenmaße und Antrieb. Genau diese Punkte sind zum jetzigen Zeitpunkt für eine Einordnung am wichtigsten, denn konkrete Aussagen zu Innenraum, Infotainment, Assistenzsystemen oder Ladezeiten fehlen bislang.

Hybrid, Elektro und Reichweitenangaben
Zum Marktstart sind mehrere Antriebe vorgesehen. Als Einstieg nennt Lancia eine Hybridversion mit 107 kW beziehungsweise 145 PS und mehr als 1.000 Kilometern Reichweite. Daneben stehen drei vollelektrische Varianten in der Ankündigung: 169 kW beziehungsweise 230 PS mit über 540 Kilometern Reichweite, 180 kW beziehungsweise 245 PS mit mehr als 740 Kilometern Reichweite sowie eine 257 kW beziehungsweise 350 PS starke Allradversion mit bis zu 675 Kilometern Reichweite. Diese Werte stammen von Lancia und sind mit dem Hinweis zu lesen, dass der Wagen zum Zeitpunkt der Mitteilung noch nicht bestellbar ist.
Für den Markt ist vor allem interessant, dass Lancia den Gamma nicht nur als Elektroauto, sondern ausdrücklich auch mit Hybridantrieb plant. Das erweitert die Zielgruppe, weil nicht jeder Interessent sofort auf ein rein elektrisches Modell setzt. Gleichzeitig zeigt die Ankündigung, dass Lancia den Gamma klar in Richtung elektrifizierter Mobilität ausrichtet. Verbrauchswerte oder Ladeleistungen nennt der Hersteller jedoch nicht. Ebenfalls offen bleiben Batteriekapazitäten, Angaben zur maximalen Ladegeschwindigkeit und Details zu den einzelnen Ausstattungs- oder Antriebslinien.
Marktstart, Verfügbarkeit und offene Punkte
Der Bestellstart ist für die genannten Märkte für Spätsommer beziehungsweise Herbst vorgesehen. Lancia nennt dabei Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, die Niederlande, Belgien und Luxemburg. Für Deutschland gibt es weiterhin keine Marktverfügbarkeit, weil die Marke hier aktuell nicht aktiv ist. Damit bleibt der Gamma vorerst ein Modell für ausgewählte europäische Länder und nicht für den deutschen Handel.
Gerade diese Einschränkung ist für Leser in Deutschland wichtig: Wer auf einen neuen Lancia mit elektrischem oder hybridisiertem Antrieb gehofft hatte, muss sich weiter gedulden. Auch wenn Lancia in der Mitteilung eine Rückkehr auf den deutschen Markt nicht grundsätzlich ausschließt, liegt dafür derzeit kein konkreter Fahrplan vor. Offen bleibt außerdem, wie sich Preise, Ausstattungen und der genaue Marktstart in den einzelnen Ländern entwickeln. Solange diese Angaben fehlen, lässt sich der Gamma vor allem als Vorbote der nächsten Lancia-Phase einordnen – nicht als kurzfristig verfügbares Modell.
Einordnung für Lancia und den europäischen Markt
Mit dem Gamma schärft Lancia sein Profil als italienische Marke mit europäischem Fokus. Nach dem neuen Ypsilon ist das Modell der nächste Baustein in der aktuellen Produktstrategie. Dass Lancia für den Gamma auf ein in Italien entwickeltes und in Italien produziertes Auto setzt, passt zur Markenpositionierung, die stark über Herkunft, Design und eine gewisse Eigenständigkeit läuft. Gleichzeitig zeigt die technische Basis auf STLA-Medium, dass der Wagen innerhalb eines größeren Konzernverbunds entwickelt wird und nicht als isoliertes Nischenprojekt entsteht.
Für den Markt ist vor allem spannend, wie Lancia den Gamma zwischen eleganter Optik, elektrifizierten Antrieben und familientauglichem Format positionieren will. Die bisher bekannten Daten deuten auf ein Modell hin, das nicht nur als Designstudie gedacht ist, sondern als Serienfahrzeug mit breiter Antriebspalette. Ob der Gamma allerdings auch außerhalb der aktuellen Kernmärkte eine Rolle spielen wird, bleibt vorerst offen.
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Fotos: © Lancia
