Neues Full-Size-SUV: Audi hat den Q9 vorgestellt und positioniert das Modell als neue Spitze im eigenen Portfolio. Der größte Audi aller Zeiten soll vor allem mit viel Platz, hoher Alltagstauglichkeit und mehreren technischen Premieren auffallen. Zum Marktstart kommt zunächst ein V6-Diesel mit Mildhybrid-Unterstützung, dazu nennt der Hersteller einen Preis und einen konkreten Zeitplan für Deutschland.
Kurz zusammengefasst:
Der Audi Q9 ist das neue Topmodell der Marke und das erste Full-Size-SUV im Portfolio. Er misst 5,31 Meter in der Länge und bietet serienmäßig sieben Sitze, optional sechs Sitze. Zum Start gibt es in Deutschland einen V6-TDI mit 220 kW (299 PS), 630 Nm und quattro-Allrad. Der Einstiegspreis liegt bei 108.400 Euro. Bestellstart ist Ende Juli 2026, die Markteinführung folgt im vierten Quartal bzw. im November.
Was Audi mit dem neuen Q9 vor allem erreichen will
Mit dem Q9 besetzt Audi eine neue Größenklasse. Das SUV ist 5,31 Meter lang, 2,21 Meter breit und 1,81 Meter hoch, der Radstand beträgt 3,14 Meter. Damit ist es der größte Audi bislang. Die Marke setzt dabei erkennbar auf ein Format, das sich stärker an Kunden mit hohem Platzbedarf richtet – etwa Familien mit mehreren Kindern oder Käufer, die ein besonders großzügiges Reise- und Repräsentationsauto suchen. Serienmäßig gibt es sieben Sitze, alternativ ist eine Sechssitzer-Konfiguration verfügbar. In beiden Fällen spielt das Thema Variabilität eine wichtige Rolle, weil sich die zweite und dritte Sitzreihe je nach Ausführung elektrisch umlegen oder verstellen lassen.
Audis Strategie ist beim Q9 klar auf Komfort und Präsenz ausgerichtet. Der Wagen soll nicht einfach nur mehr Innenraum bieten, sondern dieses Mehr an Raum auch spürbar aufwerten. Dazu gehören elektrische Einzelsitze in der zweiten Reihe, Sitzheizung je nach Ausstattung, elektrische Verstellung aller Sitze und erstmals automatische Türen. Diese lassen sich über verschiedene Bedienstellen und auch per myAudi App öffnen und schließen. Eine Hinderniserkennung stoppt die Tür, wenn sich jemand oder etwas im Öffnungsbereich befindet. Das ist nicht nur ein Komfortthema, sondern soll auch den Ein- und Ausstieg im dichten Stadtverkehr oder auf engem Raum erleichtern. Für die dritte Reihe nennt Audi zudem einen vergleichsweise bequemen Zugang, weil sich die äußeren Sitze der zweiten Reihe nach vorn bewegen und nach vorne kippen lassen, ohne dass montierte Kindersitze entfernt werden müssen.

Technik, Licht und Assistenzsysteme
Neben dem Raumangebot rückt Audi zahlreiche Assistenz- und Lichtfunktionen in den Mittelpunkt. Dazu zählen der adaptive Fahrassistent plus mit freihändigem Fahren auf zugelassenen Autobahn- und Highway-Abschnitten, ein Notfallassistent mit kontrolliertem Stillstand sowie ein umfangreiches Paket an Sicherheits- und Parksystemen. Dazu kommen Totwinkelüberwachung, Querverkehrswarner hinten, 360-Grad-Kameras, Parkassistent und ein Anhänger-Rangierassistent. Gerade für ein großes SUV mit hohem Anspruch an Langstreckentauglichkeit sind diese Systeme ein wichtiger Baustein, weil sie das Rangieren und Fahren im Alltag vereinfachen sollen. Audi verbindet damit den Anspruch, ein luxuriöses Fahrzeug mit sehr hohem Nutzwert anzubieten.
Beim Licht geht Audi noch einen Schritt weiter. Im Q9 kommen digitale OLED-Heckleuchten der dritten Generation zum Einsatz, die erstmals gebogen sind. Der Hersteller beschreibt das als Weltneuheit im Serienfahrzeug. Ergänzt wird das durch digitale Matrix-LED-Scheinwerfer mit Mikro-LED-Modul. Auch das erweiterte Blinklicht und das Kommunikationslicht sind Teil des Konzepts: Sie sollen andere Verkehrsteilnehmer früher auf Abbiegevorgänge, Spurwechsel oder Warnsituationen aufmerksam machen. Audi verknüpft damit Design und Sicherheit stärker als bisher, was gerade in dieser Fahrzeugklasse als Differenzierungsmerkmal gedacht sein dürfte. Das große Panorama-Schiebedach mit über 1,5 Quadratmetern Glasfläche passt ebenfalls in dieses Konzept, weil es das Raumgefühl zusätzlich betonen soll.
Antrieb, Verbrauch und Alltagstauglichkeit
Zum Marktstart ist in Deutschland ein Dreiliter-V6-Diesel mit 220 kW beziehungsweise 299 PS vorgesehen. Das maximale Drehmoment liegt bei 630 Nm. In ausgewählten europäischen Märkten nennt Audi zusätzlich eine 180-kW-Variante mit 245 PS und 500 Nm. Beide Versionen arbeiten mit MHEV-plus-Technik, also mit Mildhybrid-Unterstützung, einem Triebstranggenerator und einer Lithium-Eisenphosphat-Batterie. Der elektrische Verdichter soll das Ansprechverhalten verbessern, vor allem beim Anfahren und beim Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen. Serienmäßig an Bord sind außerdem eine 8-Stufen-tiptronic und der permanente Allradantrieb quattro.
Für den Verbrauch nennt Audi beim stärkeren Diesel 8,0 bis 7,4 Liter je 100 Kilometer, dazu CO2-Emissionen von 209 bis 194 Gramm pro Kilometer. Das ordnet den Q9 klar in die Oberklasse ein und macht deutlich, dass der Fokus derzeit nicht auf Effizienz im Elektro-Sinne liegt, sondern auf einem großen, schweren und leistungsstarken SUV mit klassischem Dieselantrieb. Für den europäischen Markt ist das bemerkenswert, weil Audi den Q9 zunächst nicht mit einem Elektroantrieb, sondern mit einem großvolumigen Verbrenner startet. Gleichzeitig passt die Kombination aus Diesel, Mildhybridtechnik und quattro-Antrieb gut zum Profil eines Langstreckenfahrzeugs, das hohe Reichweite, souveräne Kraftentfaltung und Zugkraft bieten soll.
Marktstart, Preise und offene Angaben
Bestellbar ist der Audi Q9 in Deutschland ab Ende Juli 2026. Die Markteinführung soll im vierten Quartal beziehungsweise im November folgen. Der Einstiegspreis für den Q9 TDI 220 kW quattro liegt bei 108.400 Euro. Für andere Motorisierungen, weitere Ausstattungslinien oder mögliche Versionen für den deutschen Markt nennt Audi bislang keine zusätzlichen Details. Ebenso offen bleibt, ob und wann weitere Antriebsvarianten folgen könnten. Klar ist nur: Der Q9 wird zunächst als hochpreisiges Luxus-SUV mit Dieselantrieb in den Markt eingeführt.
Mit dem Q9 besetzt Audi ein Segment, in dem vor allem Platz, Komfort und Status zählen. Der Hersteller spricht selbst von einer neuen Spitze des Portfolios und stärkt damit die Position der Marke im oberen Bereich des SUV-Markts. Die Kombination aus drei Sitzreihen, sehr umfangreicher Technik und hohem Einstiegspreis zeigt, wohin Audi das Modell einordnet: nicht als Volumenmodell, sondern als Repräsentations- und Langstrecken-SUV mit deutlichem Premiumanspruch. Dass der Q9 zunächst in Bratislava produziert wird, passt in diese Strategie, ändert aber nichts daran, dass die eigentliche Botschaft vor allem in der Marktpositionierung liegt: Audi will oberhalb des bisherigen Programms sichtbar Präsenz zeigen.
Für Leserinnen und Leser ist vor allem relevant, dass mit dem Q9 ein neues Flaggschiff anrollt, das einige Funktionen erstmals in diese Baureihe bringt. Dazu zählen die gebogenen OLED-Heckleuchten, die automatischen Türen und das große Panorama-Schiebedach mit über 1,5 Quadratmetern Glasfläche. Noch nicht genannt sind dagegen etwa Preise für weitere Varianten, mögliche Plug-in-Hybrid- oder Elektroableger sowie Details zu späteren Ausstattungspaketen. Der Marktstart beginnt deshalb mit einem klar definierten, aber noch nicht vollständig ausgebauten Angebot.
Fotos: © Audi
