Toyota hat die neunte Generation des Hilux vorgestellt und erweitert den Pick-up um neue Antriebsoptionen. Neben dem bekannten 2,8-Liter-Diesel mit 48V-Mildhybridsystem steht erstmals auch ein vollelektrischer Hilux BEV bereit. Beide Varianten sind nach Angaben des Herstellers bereits bestellbar und sollen ab August im Handel verfügbar sein.
Kurz zusammengefasst:
Die neunte Hilux-Generation startet mit zwei Antrieben: einem 2,8-Liter-Diesel als 48V-Mildhybrid und erstmals einem vollelektrischen BEV. Der Mildhybrid kommt auf 150 kW/204 PS, der BEV auf 144 kW/196 PS. Die Preise beginnen bei 53.490 Euro für den Mildhybrid und bei 70.210 Euro für den BEV. Der Marktstart ist für August angekündigt.
Was Toyota beim neuen Hilux ändert
Toyota beschreibt die neue Hilux-Generation als umfassend weiterentwickelt. Der Pick-up bleibt bei den bekannten Grundtugenden der Baureihe, soll aber technologisch und beim Nutzwert deutlich zulegen. Im Mittelpunkt stehen ein breiteres Antriebsangebot, mehr digitale Funktionen sowie ein überarbeitetes Design und Interieur. Für den europäischen Markt ist das vor allem deshalb relevant, weil der Hilux damit nicht nur als klassischer Diesel-Pick-up auftritt, sondern erstmals auch mit batterieelektrischem Antrieb angeboten wird. Die Baureihe zählt nach Herstellerangaben weltweit zu den erfolgreichsten Pick-ups und kommt inzwischen auf mehr als 27 Millionen verkaufte Exemplare. Mit der neuen Generation verfolgt Toyota seine sogenannte Multi-Path-Strategie weiter. Gemeint ist damit eine Modellpolitik, bei der je nach Markt und Einsatzprofil unterschiedliche Antriebe angeboten werden. Für Kunden im Gewerbeumfeld kann das ein Vorteil sein, weil sich das Fahrzeug stärker an Ladeinfrastruktur, Fahrprofil und Emissionsanforderungen anpassen lässt.
Technik, Antrieb und Nutzwert
Zum Marktstart stehen zwei Varianten im Fokus. Der Hilux 48V-Mildhybrid kombiniert einen 2,8-Liter-Dieselmotor mit einem 48-Volt-System. Die Leistung liegt bei 150 kW beziehungsweise 204 PS, das maximale Drehmoment bei 500 Nm. Toyota nennt einen kombinierten Verbrauch von 9,8 bis 10,0 l/100 km und CO₂-Emissionen von 258 bis 262 g/km. Das Mildhybridsystem soll vor allem Anfahren, Beschleunigen und Start-Stopp-Abläufe harmonischer und effizienter machen, ohne die bekannten Transport- und Geländefähigkeiten zu schwächen. Weiterhin genannt werden bis zu eine Tonne Nutzlast und 3,5 Tonnen Anhängelast für diese Version. Damit bleibt der Hilux klar im Arbeitsumfeld verortet. Für Käufer, die den Pick-up als Zugfahrzeug, Baustellenfahrzeug oder robuste Alltagslösung nutzen, sind diese Werte oft wichtiger als rein fahrdynamische Kennzahlen. Auch die Geländeeigenschaften bleiben laut Toyota ein Kernpunkt der Baureihe.

Der neue Hilux BEV markiert zugleich einen wichtigen Schritt für das Modell. Er fährt rein elektrisch, nutzt zwei Elektromotoren und permanenten Allradantrieb. Die Batterie hat eine Kapazität von 59,2 kWh. Genannt werden eine Reichweite von 255 bis 257 Kilometern nach EAER sowie 374 bis 380 Kilometer innerorts. Der kombinierte Stromverbrauch liegt bei 24,3 bis 24,6 kWh/100 km, die CO₂-Emissionen bei 0 g/km. Für einen Pick-up ist das ein klar auf den Nutzfahrzeugalltag ausgerichtetes Angebot, auch wenn die Reichweite je nach Einsatzprofil und Beladung in der Praxis eine wichtige Rolle spielen dürfte. Beim BEV nennt Toyota außerdem eine Anhängelast von 1.600 Kilogramm und eine Nutzlast von 715 Kilogramm. Die Schnellladung von 10 auf 80 Prozent soll unter idealen Bedingungen an einer DC-Schnellladestation mit mindestens 125 kW in rund 30 Minuten möglich sein. Die Batterie ist in den Rahmen integriert, um Robustheit und Geländetauglichkeit zu erhalten. Das ist für einen Pick-up ein zentraler Punkt, weil die Leiterrahmenbauweise und die Eignung für harte Einsätze erhalten bleiben sollen.
Design, Innenraum und Assistenzsysteme
Optisch folgt der Hilux laut Toyota dem Konzept „robust und agil“. Die Front wurde neu gezeichnet, das Leuchtendesign überarbeitet und die Seitenlinie kraftvoller gestaltet. Wichtig ist dabei weniger ein radikaler Stilbruch als vielmehr eine modernisierte Erscheinung, die den Pick-up näher an aktuelle Toyota-Modelle heranrückt. Neu sind auch seitliche Trittstufen, die den Zugang zur Ladefläche erleichtern sollen. Im Innenraum verspricht Toyota ein vollständig neu entwickeltes Cockpit mit größer dimensionierten Displays, digitaler ausgelegter Bedienung und verbesserter Ergonomie. Für gewerbliche Nutzer dürfte vor allem die bessere Bedienbarkeit im Arbeitsalltag zählen, für private Käufer die spürbar modernere Anmutung. Hinzu kommt ein erweitertes Sicherheits- und Assistenzpaket. Die dritte Generation von Toyota Safety Sense bringt unter anderem verbesserte Funktionen zur Kollisionsvermeidung und Spurführung mit. Außerdem unterstützt das weiterentwickelte Multi-Terrain Select System beim Fahren auf unterschiedlichen Untergründen wie Sand, Schlamm oder Fels.
Marktstart, Preise und Einordnung für den Markt
Auch bei der Konnektivität legt Toyota nach. Digitale Services und Over-the-Air-Updates sollen dafür sorgen, dass Funktionen und Systeme später aktualisiert werden können, ohne dass dafür zwingend ein Werkstattbesuch nötig ist. Gerade in einem Nutzfahrzeugsegment, das traditionell eher nüchtern geprägt ist, ist das ein Hinweis darauf, wie stark sich selbst robuste Pick-ups in Richtung Software und digitale Wartbarkeit entwickeln. Laut Toyota sind beide Varianten bereits bestellbar. Die Auslieferung im Handel soll im August beginnen. Die Preise starten bei gerundet 53.490 Euro für den Hilux 48V-Mildhybrid und bei 70.210 Euro für den Hilux BEV, jeweils inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer. Für Deutschland liegen damit bereits konkrete Werte vor, was den Marktstart gut einordnen lässt. Offen bleibt allerdings, wie breit Toyota die Modellpalette zum Start strukturiert, etwa bei Ausstattungslinien, Sonderausstattungen oder weiteren Karosserie- und Antriebsvarianten. Ein Brennstoffzellenmodell ist zusätzlich ab 2028 geplant. Toyota würde den Hilux damit weiter in Richtung eines breiten Antriebsportfolios entwickeln. Für den Markt ist das ein signalstarker Schritt, weil der Pick-up damit nicht nur im klassischen Dieselumfeld bleibt, sondern auch im Elektro- und perspektivisch im Wasserstoffbereich präsent sein soll. Mit der neuen Generation schärft Toyota das Profil des Hilux als vielseitigen Arbeits- und Freizeit-Pick-up. Der klassische Diesel bleibt wichtig, wird aber durch Mildhybridtechnik effizienter gemacht. Gleichzeitig betritt Toyota mit dem BEV Neuland in einem Segment, das bislang nur zögerlich elektrifiziert wird. Genau darin liegt die eigentliche Bedeutung der Vorstellung: Der Hilux soll auch in Märkten funktionieren, in denen Emissionen, lokale Vorschriften und Ladeinfrastruktur zunehmend über die Fahrzeugwahl entscheiden.
Fotos: © Toyota
