Rolls-Royce hat den Spectre in der Series II überarbeitet und ergänzt das elektrische Luxuscoupé um mehr Reichweite, kürzere Ladezeiten und weitere Möglichkeiten zur Individualisierung. Auch die Black-Badge-Version wird technisch und optisch aufgewertet. Für den Markt wichtig sind vor allem die verbesserten WLTP-Werte und die neu hinzugekommenen Materialien und Ausstattungsdetails.
Kurz zusammengefasst:
Rolls-Royce Spectre Series II und Black Badge Spectre Series II
Elektrischer Zweitürer von Rolls-Royce
Reichweite laut WLTP: bis zu 628 km
Ladezeit laut Hersteller: bis zu 14 Prozent kürzer
Black Badge: bis zu 500 kW und 1.100 Nm im Spirited-Modus
Preise und Marktstart nennt Rolls-Royce in der Mitteilung nicht
Mehr Reichweite und kürzere Ladezeiten
Die wichtigste Änderung betrifft den Antrieb und die Energiespeicherung. Rolls-Royce spricht von einer Reichweitensteigerung um bis zu 18 Prozent auf bis zu 628 Kilometer nach WLTP. Gleichzeitig sollen die Ladezeiten um bis zu 14 Prozent sinken. Die Angaben beziehen sich auf die überarbeitete Batteriezellentechnologie und auf die neu abgestimmte Antriebstechnik. Für den Alltag bedeutet das vor allem etwas mehr Spielraum auf längeren Strecken und weniger Zeit an der Ladesäule – auch wenn der Spectre weiterhin klar im Segment des schweren, luxuriösen Grand Tourers bleibt. Beim Black Badge Spectre Series II legt Rolls-Royce nochmals nach. Die leistungsstärkste Version der Baureihe kommt laut Hersteller im regulären Betrieb auf 442 kW und 1.015 Nm. Im Infinity-Modus stehen 500 kW zur Verfügung, im Spirited-Modus sogar bis zu 1.100 Nm Drehmoment. Rolls-Royce betont damit weniger Beschleunigungswerte als vielmehr die souveräne Leistungsentfaltung, die zu einem elektrischen Spitzenmodell der Marke passen soll. Für Leser interessant ist vor allem, dass der Black Badge nicht nur optisch, sondern auch technisch klar als die sportlichere Variante positioniert wird.

Innenraum mit mehr handwerklicher Tiefe
Deutlich erweitert wurde das Bespoke-Angebot. Rolls-Royce nennt neue Materialien, Oberflächen und Details, die den Spectre stärker in Richtung maßgeschneiderter Einzelanfertigung öffnen. Dazu gehört erstmals Duality Twill, ein Viskosestoff auf Bambusbasis, der mit einer aufwendigen Stickgrafik versehen wird. Der Hersteller beziffert den Aufwand dafür mit bis zu 2,6 Millionen Stichen, 16 Kilometern Garn und bis zu 25 Arbeitsstunden. Dazu kommen vier Farbtöne, darunter ein neuer Ton namens Salbei. Ebenfalls neu ist Leder mit platzierter Perforation. Das Muster ist laut Rolls-Royce von Wolkenformen im Mondlicht inspiriert und verteilt sich über Schulter- und Kopfstützenbereiche. Auch ein neues Furnier aus gestromtem Walnussholz wird eingeführt. Es entsteht aus Holz und Eukalyptusfasern und soll durch die Bearbeitung einen mehrschichtigen Effekt erhalten. Dazu kommt eine neue, beleuchtete Gestaltung der Instrumententafel und Uhrengalerie mit 8.108 Leuchtpunkten. Die neue Uhr ist nach Angaben des Herstellers an Flugzeuginstrumenten orientiert und wird in einer separaten Vitrine zusammen mit der Spirit of Ecstasy inszeniert.
Dunkler Auftritt für den Black Badge
Für den Black Badge Spectre Series II hat Rolls-Royce auch am Exterieur gearbeitet. Das sogenannte Iced Black beziehungsweise Eisschwarz ersetzt bzw. veredelt zahlreiche Chromteile mit mattem Finish. Dazu zählen unter anderem Kühlergrilleinfassung, Zierleisten, Türgriffe und die Spirit of Ecstasy. Auffällig bleibt, dass die Lamellen des Pantheon-Grills poliert bleiben. Auch neue 23-Zoll-Räder wurden entwickelt; sie sollen den technischeren, dunkleren Auftritt des Black Badge unterstreichen. Eine Ausführung in Iced Matte Black wird ebenfalls angeboten. Mit diesen Änderungen wirkt das Modell noch stärker auf Kunden zugeschnitten, die einen betont expressiven, aber dennoch zurückhaltend luxuriösen Auftritt suchen. Die optischen Anpassungen ergänzen damit die technische Mehrleistung und machen die Black-Badge-Version klar als eigenständige Interpretation des Spectre erkennbar.
Einordnung für den Markt
Mit dem überarbeiteten Spectre reagiert Rolls-Royce vor allem auf das Feedback und Nutzungsverhalten seiner Kundschaft. Der Hersteller beschreibt den Spectre als häufig genutzten Zweitwagen im Luxus-Fuhrpark, der im Alltag und auf kurzen Strecken gefahren wird. Gleichzeitig verweist die Marke auf die große Bedeutung von Individualisierung: Der Spectre gilt bei Rolls-Royce inzwischen als besonders gefragte Basis für Sonderwünsche. Dass die Series II an genau dieser Stelle ansetzt, ist daher konsequent. Der Wagen bleibt weniger ein klassischer Reichweiten- oder Effizienzträger als vielmehr ein elektrisch angetriebenes Statement im Oberklasse- und Luxussegment. Offen bleiben dennoch zentrale Marktfragen. Rolls-Royce nennt in der Mitteilung keine Preise für die Series II, keinen konkreten Marktstart und keine Angaben zur Verfügbarkeit für Deutschland oder andere europäische Märkte. Auch bleibt unklar, welche Ausstattungen serienmäßig sind und welche Details nur im Bespoke-Programm bestellt werden können. Für Interessenten ist damit zwar die technische Richtung klar, nicht aber der endgültige Einstiegspreis oder der genaue Bestellstart.
Weitere Bilder:
Fotos: © Rolls-Royce
Video:
