Saal, 1. August 2026. Porsche hat den letzten gebauten 718 Cayman GT4 RS Clubsport beim 6-Stunden-Rennen der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie eingesetzt und damit eine ungewöhnliche Verbindung aus Motorsport, Museumsbezug und Unternehmensgeschichte gezeigt. Der Wagen mit der Startnummer 718 ist als Teil der Porsche-Sammlung gedacht und wurde im Rahmen des Jubiläums „75 Jahre Porsche Motorsport“ in einer speziellen Museumslivery an den Start gebracht.
Kurz zusammengefasst:
Porsche setzte den letzten gebauten 718 Cayman GT4 RS Clubsport am 1. August 2026 bei der NLS als Museums-Hommage ein. Timo Bernhard und Jörg Bergmeister fuhren den Wagen mit der Startnummer 718 auf Platz vier. Das Sonderfahrzeug ist als später Teil der Unternehmenssammlung vorgesehen, konkrete Preis- oder Stückzahlangaben nannte Porsche nicht.
Museumsbezug trifft Rennstrecke
Porsche hat den 718 Cayman GT4 RS Clubsport nicht nur als Kundensportfahrzeug eingesetzt, sondern zugleich als fahrende Referenz an das Porsche Museum inszeniert. Der am 1. August 2026 beim 6-Stunden-Rennen der ADAC RAVENOL Nürburgring Langstrecken-Serie gestartete Rennwagen trägt eine besondere Livery, die sich laut Porsche an der Architektur des Museumsgebäudes in Zuffenhausen orientiert. Damit sollte der Wagen sichtbar machen, woher die Marke ihre Motorsport-DNA ableitet und wie eng Serienentwicklung, Kundensport und historische Einordnung verbunden sind. Beim Einsatz im Rahmen der NLS übernahmen die Porsche-Markenbotschafter Timo Bernhard und Jörg Bergmeister das Cockpit. Der Wagen mit der Startnummer 718 kam als Vierter ins Ziel. Für Porsche Heritage und Museum ist der Auftritt mehr als ein klassischer Renneinsatz: Das Fahrzeug soll später in die Unternehmenssammlung übergehen und damit nicht nur dokumentiert, sondern auch erhalten werden. Der Hersteller verbindet mit dem Projekt ausdrücklich die eigene Historie rund um „75 Jahre Porsche Motorsport“.
Was an dem Projekt besonders ist
Der 718 Cayman GT4 RS Clubsport ist intern als Generation 982 geführt und wird von Porsche als letzter in Zuffenhausen gebauter Mittelmotor-Rennwagen beschrieben. Das Fahrzeug steht damit am Ende einer Baureihe, die für den Kundensport eine wichtige Rolle gespielt hat. Porsche verweist darauf, dass die GT4-Modelle seit dem Einstieg in diese Kategorie im Jahr 2016 weltweit mehr als 1.500 Mal entwickelt und produziert wurden. Diese Zahl bezieht sich auf Rennfahrzeuge auf Cayman-Basis und unterstreicht die Bedeutung des Modells innerhalb des Marken-Kundensports. Technisch ist der 718 Cayman GT4 RS Clubsport auf Rundstreckeneinsatz ausgelegt. Genannt werden ein hochdrehender Sechszylinder-Boxermotor, eine konsequent auf Performance ausgelegte Aerodynamik und ein reduziertes, funktionales Interieur. Konkrete Leistungsdaten nennt die Mitteilung nicht, wichtig ist hier vor allem die Einordnung: Es handelt sich nicht um ein Serienfahrzeug für den Straßenverkehr, sondern um ein reines Kundensportmodell, bei dem Funktion und Rennstreckentauglichkeit im Vordergrund stehen. Porsche betont außerdem, dass Erkenntnisse von der Strecke in die Entwicklung künftiger Serienfahrzeuge einfließen.

Vom Rohbau bis zur Rennabnahme
Der Entstehungsprozess des Fahrzeugs wurde von Porsche Heritage und Museum begleitet und dokumentiert. Laut Mitteilung begann die Fertigung im Karosseriewerk in Zuffenhausen mit dem Rohbau. Danach folgten spezialisierte Arbeitsschritte, bei denen Motorsportstrukturen, Sicherheitszelle, Verstärkungen und weitere Renntechnik integriert wurden. Anschließend wurde der Wagen im VW-Werk Osnabrück montiert, lackiert und mit Naturfaserbauteilen aus Flachs ausgestattet. Die letzte Station war Manthey Racing am Nürburgring, wo Setup, Vermessung, Abnahme und eine erste Probefahrt erfolgten. Dieser mehrstufige Ablauf zeigt, wie stark Porsche Produktion, Motorsport und Spezialisten aus dem Umfeld verzahnt. Für Leser interessant ist dabei vor allem die Rolle der verschiedenen Standorte: Zuffenhausen steht für den Ursprung der Baureihe, Osnabrück für Montage und Veredelung, der Nürburgring für den finalen Rennstreckeneinsatz. Das Projekt dient damit zugleich als Beispiel dafür, wie ein Kundensportfahrzeug in mehreren Etappen bis zum Einsatz auf der Nordschleife vorbereitet wird.
Gestaltung mit Bezug zum Museum
Die Sonderlackierung des Fahrzeugs ist nicht nur dekorativ, sondern Teil der Erzählung. Porsche überträgt Elemente des Museumsgebäudes auf die Karosserie: Mattweiß steht für die Fassade, Schwarz greift Fensterbänder und Rahmen auf, graue Flächen nehmen den Vorplatz auf. Weitere grafische Details beziehen sich auf die Aluminiumstruktur der Außenhaut, die spiegelnden Elemente unter dem Museumsüberhang sowie die Skulptur am Kreisverkehr vor dem Gebäude. Auch der Schriftzug „Porsche Museum“ wurde laut Hersteller in der gleichen Typografie umgesetzt, die an der Fassade verwendet wird. So entsteht ein Rennwagen, der nicht nur an ein Jubiläum erinnert, sondern ein architektonisches Motiv in Bewegung übersetzt. Für die Marke ist das ein ungewöhnlicher Ansatz, weil das Fahrzeug damit nicht nur technische Herkunft, sondern auch räumliche Identität transportiert. Der Auftritt an der Nordschleife verbindet dadurch Vergangenheit, Gegenwart und Sammlungsstrategie in einem einzigen Projekt.
Marktstart, Einordnung und offene Angaben
Porsche kündigt mit dem Projekt zugleich das Ende einer Modellgeneration und den Übergang zur nächsten an. Der 718 Cayman GT4 RS Clubsport ist bis 2027 homologiert, danach soll er durch den Porsche 911 GT4 R abgelöst werden. Dieser wird erstmals auf der Plattform des 911 basieren. Für den Kundensport bedeutet das einen sichtbaren Wechsel innerhalb des Porsche-Programms, ohne dass die Mitteilung bereits konkrete Details zum Nachfolger nennt. Offen bleiben bei der aktuellen Hommage vor allem klassische Marktdaten: Preise für das Sonderfahrzeug, konkrete technische Kennzahlen, Stückzahlen oder eine mögliche Auflage nennt Porsche nicht. Auch ein Vertrieb für Endkunden ist in diesem Zusammenhang nicht Thema, da es sich um ein Motorsport- und Sammlungsprojekt handelt. Für den deutschen Markt liegt damit vor allem eine Unternehmens- und Motorsportmeldung vor, weniger eine Kaufankündigung.
Einordnung für den Kundensport
Das Projekt zeigt, welche Rolle Porsche dem Kundensport weiter zuschreibt. Die Marke nutzt das Jubiläum „75 Jahre Porsche Motorsport“ nicht nur für Rückblicke, sondern auch für ein aktuelles Rennevent mit historischem Bezug. Gerade der Umstand, dass Heritage-Team, Museum, Motorsportexperten aus Weissach und das Team 75 Motorsport gemeinsam beteiligt waren, macht den Einsatz bemerkenswert. Er steht für einen Hersteller, der seine Rennsportgeschichte nicht als abgeschlossenes Kapitel behandelt, sondern aktiv in die Gegenwart überführt. Für Autofans und Motorsportinteressierte ist der Einsatz deshalb vor allem deshalb relevant, weil er mehrere Ebenen zusammenführt: ein aktuelles Kundensportfahrzeug, eine museale Inszenierung, ein Renneinsatz unter Wettbewerbsbedingungen und die Vorbereitung auf die Sammlungsphase. Porsche nutzt den 718 Cayman GT4 RS Clubsport damit als rollendes Bindeglied zwischen Rennstrecke und Museum.
Video: On board the new Porsche 718 Cayman GT4 RS at the Nürburgring
Weitere Bilder
Fotos: © Porsche AG
