Porsche erweitert die Palette seiner gemeinsam mit Manthey entwickelten Rundstreckenpakete erstmals auf ein Elektroauto. Der Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket erhält mit dem neuen Manthey Kit umfangreiche Änderungen an Aerodynamik, Fahrwerk, Rädern und Antrieb. Ergebnis ist nicht nur ein klar auf Rennstrecken ausgelegtes Performance-Upgrade, sondern auch eine neue Bestzeit auf der Nordschleife des Nürburgrings: Porsche-Entwicklungsfahrer Lars Kern umrundete den 20,832 Kilometer langen Kurs in 6:55,533 Minuten. Ab Juni soll das Kit als Nachrüstsatz erhältlich sein.
Kurz zusammengefasst:
Porsche legt beim Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket mit dem Manthey Kit deutlich nach und macht den Elektro-Sportler noch stärker zur Rundstreckenwaffe. Das Upgrade steigert Abtrieb, Präzision und Antriebsleistung, bringt neue Räder und Bremsen sowie eine feinere Abstimmung für den Track. Auf der Nordschleife resultierte das in einer Zeit von 6:55,533 Minuten. Bestellbar sein soll das Paket ab Juni als Nachrüstsatz für passende Fahrzeuge.
Mehr Abtrieb, mehr Präzision, mehr Track-Fokus
Porsche zieht den Taycan Turbo GT mit dem neuen Manthey Kit noch stärker in Richtung Rundstreckeneinsatz. Das Paket setzt genau dort an, wo auf der Rennstrecke jede Verbesserung zählt: bei Aerodynamik, Fahrwerk, Rädern, Bremsen und erstmals auch beim Antrieb. Dass diese Maßnahmen nicht nur theoretisch wirken, sondern auf der Nordschleife messbar sind, zeigt die neue Rekordrunde von Entwicklungsfahrer Lars Kern. Mit 6:55,533 Minuten ist der Taycan Turbo GT mit Manthey Kit jetzt schneller als jeder andere seriennahe Elektro-Sportler dieser Leistungsklasse auf der legendären Strecke. Der Rekord wurde auf dem 20,832 Kilometer langen Kurs in der Eifel gefahren und lag nach Porsche-Angaben mehr als neun Sekunden unter der bisherigen Bestmarke in der Klasse der Elektrofahrzeuge der Oberklasse.
Dass die Runde notariell beglaubigt wurde, unterstreicht den Anspruch, den Porsche an solche Fahrten anlegt. Für den Hersteller ist der Erfolg mehr als eine reine Zahlenspielerei, denn er dient als sichtbarer Beleg dafür, wie konsequent das Manthey-Know-how nun auch auf ein Elektrofahrzeug übertragen wurde. Besonders deutlich wird das bei der Aerodynamik: Porsche spricht von einem Abtrieb, der sich im Vergleich zum Serienfahrzeug mehr als verdreifacht. Bei 200 km/h steigt der Gesamtabtrieb von 95 auf 310 Kilogramm, und im Setup mit maximalem Abtrieb sind bei 310 km/h rund 740 Kilogramm möglich. Das ist für ein Straßenauto mit Rennstrecken-Fokus ein sehr hoher Wert und erklärt, warum das Fahrzeug in schnellen Kurven und beim Anbremsen deutlich mehr Stabilität bieten soll.
Zum Paket gehören unter anderem ein neuer Heckflügel mit vergrößerten Endplatten, ein optimierter Frontdiffusor, ein leistungsfähiger Heckdiffusor mit verlängerten Finnen sowie vergrößerte Luftleitelemente am Unterboden. Ergänzend tragen Carbon-Aerodiscs an den Hinterrädern zur aerodynamischen Effizienz bei. Auch fahrdynamisch wurde der Taycan Turbo GT weiter geschärft, denn Porsche hat das Fahrwerk neu abgestimmt und die Regelung der Fahrdynamiksysteme auf den speziellen Leichtbau-Radsatz mit Trackreifen angepasst. Serienmäßig kommen passende Performance-Reifen zum Einsatz, optional sind straßenzugelassene Track-Reifen erhältlich, die an der Vorderachse vier und an der Hinterachse drei Zentimeter breiter ausfallen als beim bisherigen Turbo GT.

Leistungsschub, Leichtbau und neue Nachrüstlösung
Erstmals greift Porsche beim Manthey Kit auch in den Antrieb ein. Anpassungen an Hochvoltbatterie, Steuergerät und Pulswechselrichtern erhöhen den maximalen Entladestrom während der Fahrt von 1.100 auf 1.300 Ampere. Die Systemleistung steigt dadurch auf 600 kW, also 20 kW mehr als im Serienmodell. Beim Drehmoment nennt Porsche nun bis zu 1.270 Nm mit Launch Control, ein Plus von 30 Nm. Zusätzlich steht im Attack Mode eine kurzzeitige Mehrleistung von bis zu 130 kW zur Verfügung, die zehnsekündige Leistung steigt damit auf 730 kW. Für die Nordschleife ist genau diese Form des abrufbaren Leistungsboosters von besonderer Bedeutung, weil sie Überhol- und Beschleunigungsphasen auf der Runde spürbar beeinflussen kann.
Auffällig ist auch die Leichtbau- und Reifenstrategie des Kits. Die neuen 21-Zoll-Schmiedefräsräder im Manthey-Design sollen trotz größerer Dimensionen leichter sein als die Serienräder. Zusammen mit den Titan-Radschrauben reduziert Porsche die ungefederten Massen um mehr als drei Kilogramm gegenüber den bereits gewichtsoptimierten Rädern des Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket. Damit zielt das Paket nicht nur auf maximale Spitzenleistung, sondern auch auf agileres Einlenkverhalten und schnelleres Reagieren auf Lastwechsel. Gerade auf einer technisch anspruchsvollen Strecke wie der Nordschleife kann dieser Mix aus Abtrieb, Gewichtsvorteil und Fahrwerksabstimmung den Unterschied machen. Zusätzlich wurde die Lenkung über Vorder- und Hinterachse sowie der Allradantrieb auf mehr Präzision, mehr Agilität und besseren Kurvengrip optimiert. Eine neue Bremsanlage mit größeren Scheiben und Performance-Belägen soll die Verzögerung auf Rennstreckenniveau bringen.
Für Porsche ist das Manthey Kit damit ein weiteres Beispiel für die enge Verzahnung von Entwicklungszentrum Weissach und Manthey-Ingenieuren in Meuspath. Die Zusammenarbeit folgt klar der Logik der Porsche Intelligent Performance: Nicht ein einzelner Wert steht im Vordergrund, sondern das Zusammenspiel aus Quer- und Längsdynamik. Das Ergebnis ist ein Taycan Turbo GT, der sich noch stärker als bisher als elektrisches Tracktool positioniert. Zugleich bleibt das Angebot auf eine definierte Zielgruppe beschränkt, denn das Kit ist für alle Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket als Nachrüstsatz vorgesehen und soll ab Juni bestellbar sein. Für den Alltag auf öffentlichen Straßen ist diese Art von Umbau nur bedingt gedacht, da einzelne Konfigurationen wie das Setup mit maximalem Abtrieb ausschließlich auf Rennstrecken und mit Track-Reifen zulässig sind. Genau darin liegt aber auch die Rolle solcher Sonderpakete: Sie zeigen, wie weit sich ein Serien-Elektroauto mit gezielten technischen Eingriffen in Richtung Motorsport verschieben lässt.
Fotos © by Porsche
