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Für viele Autofahrer ist ein Fahrzeugbrand eines der schlimmsten vorstellbaren Szenarien. Tatsächlich ist die Sorge berechtigt: Ein Brand im Auto kann schnell lebensbedrohlich werden. Daher empfiehlt die Gesellschaft für technische Überwachung (GTÜ), stets einen Feuerlöscher im Fahrzeug mitzuführen.
Warum ein Feuerlöscher im Auto wichtig ist

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Trotz der potenziellen Gefahr gehört ein Feuerlöscher bei den meisten Autofahrern nicht zur Standardausrüstung. Dabei kann er im Ernstfall Leben retten, denn bei einem Fahrzeugbrand entscheiden oft Sekunden über Leben und Tod. Anders als in Bussen und Gefahrgut-Lkw, für die das Mitführen von Feuerlöschern in Deutschland verpflichtend ist, gibt es für Pkw keine entsprechende Mitführpflicht bzw. Vorschrift. In Bussen und Gefahrguttransportern werden die Feuerlöscher zudem regelmäßig kontrolliert, und die Fahrer sind speziell geschult.
Damit ein Feuerlöscher im Notfall schnell griffbereit ist, sollte er – wie Verbandkasten, Warndreieck und Warnweste – gut zugänglich im Fahrzeug verstaut werden. Wichtig ist, dass er die Norm DIN EN 3 erfüllt und regelmäßig überprüft wird. Eine Kontrolle durch Fachleute ist alle zwei Jahre zu empfehlen.
Ursachen für Fahrzeugbrände

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Fahrzeugbrände können aus verschiedenen Gründen entstehen.
- Unfälle: Dabei können Treibstoffe oder Öle in Kontakt mit heißen Oberflächen geraten. Laut DEKRA-Unfallforschung sind jedoch nur rund 1 % aller Fahrzeugbrände auf Kollisionen zurückzuführen.
- Technische Defekte: Mangelnde Wartung oder verschlissene Bauteile wie Kabel und Leitungen führen häufig zu Bränden.
- Marderschäden: Diese Tiere können wichtige Leitungen und Schläuche beschädigen.
- Überhitzung: Beispielsweise bei überlasteten Bremsen oder Reifen mit zu geringem Luftdruck.
- Fahrlässigkeit: Ein überhitzter Katalysator kann trockenes Gras unter dem Fahrzeug entzünden.
- Brandstiftung/Vandalismus: Vorsätzliche Schäden sind eine häufige Ursache, besonders zum Jahreswechsel. An Silvester und Neujahr brennen so viele Autos wie sonst in einem ganzen Monat.
- Elektrofahrzeuge: E-Autos brennen statistisch nicht häufiger als Verbrenner. Werden bei einem Unfall jedoch die Akkus beschädigt, kann ein sogenannter „Thermal Runaway" entstehen – eine schwer kontrollierbare Kettenreaktion. Für Feuerwehren ist ein brennender Akku aufwändiger zu löschen als ein Verbrenner-Brand.
Laut aktueller Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) brannten 2023 rund 14.200 kaskoversicherte Pkw in Deutschland – inklusive Schmorschäden liegt die Gesamtzahl bei rund 40.000 Vorfällen jährlich. Ein Fahrzeugbrand kostet im Durchschnitt etwa 7.100 Euro. Dank moderner Sicherheitsstandards dauert es in der Regel etwa zehn Minuten, bis ein Feuer den Fahrzeuginnenraum erreicht. Dennoch besteht durch entstehende giftige Dämpfe eine erhebliche Gefahr für die Insassen. Tatsächlich sterben die meisten Menschen bei Fahrzeugbränden an Rauchgasvergiftungen, nicht an den Flammen.
Richtig verstauen: der Feuerlöscher im Auto
Der Feuerlöscher und weitere Notfallwerkzeuge wie Rettungshammer und Gurtmesser sollten in Reichweite verstaut werden. Ein idealer Ort ist unter dem Sitz oder an der Mittelkonsole, befestigt mit einer Halterung. Auf keinen Fall darf der Feuerlöscher lose im Auto liegen, da er bei einem Unfall zum gefährlichen Geschoss werden könnte.
Verhalten bei einem Fahrzeugbrand

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Kommt es zu einem Brand, ist Ruhe das oberste Gebot.
- Warnblinkanlage einschalten und das Fahrzeug sicher an den Fahrbahnrand lenken.
- Motor abstellen und Insassen in Sicherheit bringen.
- Feuerwehr alarmieren, bevor ein Löschversuch unternommen wird.
Bei einem Brand im Motorraum sollte die Motorhaube nur einen Spalt geöffnet werden, um den Flammen nicht unnötig Sauerstoff zuzuführen. Mit kurzen, gezielten Pulverstößen wird das Feuer bekämpft – dabei stets den Wind im Rücken behalten.
Wichtig:
Ein Zwei-Kilogramm-Feuerlöscher ist nach etwa zwölf Sekunden entleert. Daher sind präzise Löschimpulse entscheidend.
Welcher Feuerlöscher ist geeignet?
Die GTÜ empfiehlt handliche Zwei-Kilogramm-ABC-Pulverlöscher, die in Baumärkten und Fachgeschäften erhältlich sind. Sechs-Kilogramm-Dauerdrucklöscher bieten mehr Löschmittel, sind jedoch weniger handlich. Eine weitere Alternative sind Patronen-Aufladelöscher, die in der Regel etwas teurer sind.
Seit 2024 sind Schaumfeuerlöscher mit PFAS (per- und polyfluorierte Stoffe) in der EU verboten. Wer einen Schaumlöscher besitzt, sollte prüfen, ob dieser noch zulässig ist, und ggf. auf ein PFAS-freies Modell umsteigen.
Hinweis für Elektroauto-Fahrer: Ein handelsüblicher Pulver- oder Schaumlöscher kann einen Akkubrand im E-Auto allenfalls eindämmen, aber nicht dauerhaft löschen. Bei einem Batteriebrand ist die Feuerwehr unbedingt zu alarmieren. Auf Selbstlöschversuche sollte verzichtet werden.
Tipps und Wissenswertes

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Kennzeichnen Sie Ihr Fahrzeug mit einem Feuerlöschersymbol, um Ersthelfern im Notfall auf den Feuerlöscher hinzuweisen.
Falls der Feuerlöscher bei einem Unfall zum Einsatz kommt, übernimmt die Versicherung des Unfallverursachers die Wiederherstellungskosten. Wichtig ist, dass die Polizei die entsprechenden Daten erhält.
Ein Feuerlöscher im Auto ist eine kleine Investition, die im Ernstfall einen großen Unterschied machen kann – für Ihre Sicherheit und die Ihrer Mitfahrer.
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