Jeder Autofahrer kennt diese Situation: Das Auto stand in der Sonne, beim Öffnen der Tür schlägt einem heiße Luft entgegen und Lenkrad, Sitze oder Gurtschlösser sind unangenehm aufgeheizt. Was zunächst nur lästig wirkt, kann schnell zu einem echten Sicherheitsproblem werden. Hohe Temperaturen belasten den Kreislauf, verringern die Konzentration und können die Reaktionsfähigkeit verschlechtern.
Besonders gefährlich wird Sommerhitze, wenn Menschen oder Tiere im geparkten Fahrzeug zurückbleiben. Ein geschlossener Innenraum kann sich in kurzer Zeit extrem aufheizen. Selbst leicht geöffnete Fenster reichen nicht aus, um den Temperaturanstieg zuverlässig zu verhindern. Deshalb dürfen Kinder, ältere Menschen, hilfsbedürftige Personen und Haustiere niemals allein im Auto gelassen werden – auch nicht für wenige Minuten.
Kurz erklärt: Hitze im Auto kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen und im geparkten Fahrzeug lebensgefährlich werden. Vor dem Losfahren sollte der Innenraum gut gelüftet werden. Die Klimaanlage sollte nicht zu kalt eingestellt sein, damit der Temperaturunterschied zwischen Innenraum und Außenluft den Kreislauf nicht zusätzlich belastet. Kinder und Tiere dürfen bei Wärme niemals im Auto zurückgelassen werden.
Warum Sommerhitze beim Autofahren gefährlich werden kann
Hitze wirkt auf den Körper wie zusätzlicher Stress. Der Kreislauf muss stärker arbeiten, der Körper verliert Flüssigkeit und die Aufmerksamkeit kann nachlassen. Wer in einem aufgeheizten Fahrzeug unterwegs ist, reagiert unter Umständen langsamer, wird schneller gereizt und trifft im Verkehr eher unüberlegte Entscheidungen.
Gerade im Stadtverkehr, bei Stau oder auf langen Urlaubsfahrten kann diese Belastung deutlich zunehmen. Dazu kommen blendende Sonne, aufgeheizter Asphalt, schlechte Luft im Innenraum und häufig auch Zeitdruck. Das alles kann dazu führen, dass Fahrer unkonzentrierter oder aggressiver fahren.
Eine funktionierende Klimaanlage kann diese Belastung deutlich reduzieren. Sie ersetzt aber nicht die richtige Vorbereitung. Wer direkt in ein stark aufgeheiztes Auto einsteigt und sofort losfährt, braucht oft einige Minuten, bis sich eine erträgliche Innenraumtemperatur einstellt.
Auto vor dem Einsteigen richtig durchlüften
Stand das Fahrzeug längere Zeit in der Sonne, sollte es vor Fahrtbeginn kurz durchgelüftet werden. Am besten werden zunächst alle Türen geöffnet, damit die angestaute heiße Luft entweichen kann. Auch das kurze Öffnen der Heckklappe kann helfen, wenn es die Situation erlaubt.
Nach dem Einsteigen können die Fenster für die ersten Meter geöffnet bleiben, damit die restliche warme Luft aus dem Innenraum gedrückt wird. Danach sollte die Klimaanlage übernehmen. So muss sie weniger gegen die aufgestaute Hitze arbeiten und der Innenraum kühlt schneller ab.
Wichtig ist, nicht direkt mit voller Gebläseleistung eiskalte Luft auf Gesicht, Nacken oder Brust zu richten. Das kann unangenehm sein und zu trockenen Augen, Verspannungen oder Erkältungsgefühl führen.
Die Klimaanlage richtig nutzen
Eine Klimaanlage ist bei Sommerhitze ein großer Sicherheitsgewinn. Sie sorgt nicht nur für Komfort, sondern hilft auch, Konzentration und Reaktionsfähigkeit zu erhalten. Allerdings sollte sie sinnvoll eingestellt werden. Zu starke Kühlung kann den Kreislauf belasten, vor allem wenn draußen hohe Temperaturen herrschen.
Als angenehm gilt häufig ein Innenraum im Bereich von etwa 21 bis 25 Grad. Bei sehr hohen Außentemperaturen sollte der Unterschied zwischen draußen und drinnen nicht zu extrem sein. Wer das Auto auf 18 Grad herunterkühlt und anschließend bei über 35 Grad aussteigt, belastet den Körper unnötig.
Die Luftdüsen sollten nicht direkt auf Kopf, Augen oder Oberkörper gerichtet sein. Besser ist ein Luftstrom über die Schultern oder in Richtung Innenraum. Außerdem sollte die Klimaanlage regelmäßig gewartet werden, damit sie zuverlässig kühlt und keine unangenehmen Gerüche entstehen.
Kinder und Tiere niemals im heißen Auto lassen
Ein geparktes Auto kann sich bei Sonne innerhalb kurzer Zeit stark aufheizen. Für Erwachsene ist das bereits unangenehm, für Kinder und Tiere kann es lebensgefährlich werden. Babys und Kleinkinder können ihre Körpertemperatur schlechter regulieren. Hunde und andere Haustiere haben ebenfalls große Schwierigkeiten, Hitze im geschlossenen Fahrzeug auszugleichen.
Auch ein kurzer Einkauf, ein schneller Gang zur Apotheke oder wenige Minuten Wartezeit können gefährlich werden. Leicht geöffnete Fenster reichen nicht aus, um ein Auto zuverlässig zu kühlen. Im Innenraum können Temperaturen entstehen, die zu Kreislaufproblemen, Hitzschlag, Bewusstlosigkeit oder im schlimmsten Fall zum Tod führen.
Wer ein Kind oder Tier bei Hitze in einem verschlossenen Auto bemerkt, sollte die Situation ernst nehmen. Zunächst sollte versucht werden, den Fahrer oder Halter schnell ausfindig zu machen. Ist die Lage kritisch oder reagiert die betroffene Person beziehungsweise das Tier nicht mehr normal, sollten sofort Polizei oder Feuerwehr verständigt werden.
Parken bei Sommerhitze
Wer sein Auto im Schatten parkt, reduziert die Aufheizung deutlich. Allerdings wandert die Sonne, sodass ein zunächst schattiger Parkplatz später in der prallen Sonne liegen kann. Besonders bei längeren Standzeiten lohnt es sich, diesen Punkt zu beachten.
Sonnenschutzmatten, reflektierende Abdeckungen für die Frontscheibe oder Scheibenrollos können helfen, die Innenraumtemperatur etwas niedriger zu halten. Auch helle Sitzbezüge oder ein Tuch über Kindersitzen und Lenkrad können verhindern, dass sich Oberflächen extrem aufheizen.
Wichtige Gegenstände sollten bei Hitze nicht im Auto liegen bleiben. Dazu gehören elektronische Geräte, Powerbanks, Spraydosen, Feuerzeuge, Medikamente, Brillen, Getränke unter Druck und empfindliche Lebensmittel. Sie können beschädigt werden oder im Einzelfall gefährlich werden.
Ausreichend trinken und Pausen einplanen
Bei hohen Temperaturen verliert der Körper mehr Flüssigkeit. Wer längere Strecken fährt, sollte deshalb ausreichend trinken. Geeignet sind vor allem Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsaftschorlen. Sehr süße Getränke oder zu viel Kaffee sind weniger ideal, wenn der Körper bereits durch Hitze belastet ist.
Eiskalte Getränke wirken zunächst erfrischend, können den Körper aber zusätzlich reizen. Besser sind kühle, aber nicht extrem kalte Getränke. Auf langen Fahrten sollte immer genug Wasser im Fahrzeug vorhanden sein, besonders wenn Kinder, ältere Menschen oder Tiere mitfahren.
Regelmäßige Pausen sind bei Sommerhitze besonders wichtig. Ein kurzer Spaziergang im Schatten, etwas Bewegung, frische Luft und Flüssigkeit helfen, die Konzentration zu erhalten. Wer Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel oder starke Erschöpfung bemerkt, sollte nicht einfach weiterfahren.
Zugluft und offene Fenster während der Fahrt
Offene Fenster können am Anfang helfen, die heiße Luft aus dem Fahrzeug zu bekommen. Auf längeren Strecken sind sie aber nicht immer die beste Lösung. Starke Zugluft kann Augen, Nacken und Atemwege reizen. Gleichzeitig steigt der Geräuschpegel, was auf Dauer ermüdend und stressig wirkt.
Bei höheren Geschwindigkeiten verschlechtert ein offenes Fenster außerdem die Aerodynamik. Das kann den Verbrauch erhöhen. Sobald die gröbste Hitze aus dem Innenraum entwichen ist, ist eine richtig eingestellte Klimaanlage meist angenehmer und effizienter.
Wer keine Klimaanlage hat, sollte möglichst früh morgens oder abends fahren, Schattenparkplätze nutzen, Pausen einplanen und ausreichend trinken. Auch Sonnenschutz an den Scheiben kann helfen, die Belastung zu verringern.
Was Sommerhitze für das Fahrzeug bedeutet
Nicht nur Menschen leiden unter hohen Temperaturen. Auch das Fahrzeug wird bei Sommerhitze stärker belastet. Moderne Autos sind zwar für hohe Außentemperaturen ausgelegt, trotzdem können Hitze, direkte Sonneneinstrahlung und heißer Asphalt Bauteile und Materialien beanspruchen.
Besonders betroffen sind Reifen, Batterie, Elektronik, Klimaanlage, Innenraummaterialien und Flüssigkeiten. Wer sein Fahrzeug regelmäßig wartet und einfache Vorsichtsmaßnahmen beachtet, reduziert das Risiko von Pannen und Folgeschäden.
Bordelektronik und Innenraum
Moderne Fahrzeuge enthalten zahlreiche elektronische Steuergeräte, Sensoren und Displays. Diese Systeme sind grundsätzlich für den Fahrzeugeinsatz entwickelt, können aber durch extreme Hitze zusätzlich belastet werden. Besonders empfindlich sind mobile Geräte, die nachträglich im Innenraum liegen bleiben, etwa Smartphones, Navigationsgeräte, Tablets oder Powerbanks.
Auch Kunststoffe, Leder, Klebstoffe und Dichtungen können unter starker Sonneneinstrahlung leiden. Ein Sonnenschutz, Schattenparkplätze und regelmäßige Pflege helfen, den Innenraum zu schützen.
Reifen bei hohen Temperaturen
Reifen werden im Sommer durch heiße Straßen, hohe Geschwindigkeiten und Beladung stark beansprucht. Ein korrekt eingestellter Reifendruck ist deshalb besonders wichtig. Zu niedriger Druck erhöht die Walkarbeit des Reifens, wodurch er sich stärker erhitzt und schneller verschleißt.
Ein Reifen platzt nicht allein deshalb, weil es draußen heiß ist. Kritisch wird es meist dann, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen: zu niedriger Luftdruck, hohes Alter, Vorschäden, Überladung oder lange Fahrten mit hoher Geschwindigkeit. Deshalb sollten Reifendruck, Profiltiefe und Reifenalter vor längeren Sommerfahrten kontrolliert werden.
Beim Tanken im Sommer
Kraftstoff dehnt sich bei Wärme aus. Deshalb sollte der Tank im Sommer nicht überfüllt werden. Sobald die Zapfpistole automatisch abschaltet, sollte nicht immer weiter nachgetankt werden. Ein randvoller Tank kann problematisch sein, wenn sich der Kraftstoff bei Hitze ausdehnt.
Moderne Fahrzeuge besitzen zwar Entlüftungs- und Rückhaltesysteme, dennoch ist es sinnvoll, den Tank nicht bis zum letzten Tropfen zu füllen. Das schont die Technik und reduziert das Risiko, dass Kraftstoff austritt oder Geruch entsteht.
Sicher fahren bei Sommerhitze
Sommerhitze lässt sich nicht vermeiden, aber gut beherrschen. Wer das Fahrzeug vor Fahrtbeginn lüftet, die Klimaanlage sinnvoll nutzt, genug trinkt und regelmäßige Pausen macht, fährt entspannter und sicherer. Besonders wichtig bleibt der Schutz von Kindern und Tieren: Sie dürfen bei Wärme niemals allein im Fahrzeug zurückbleiben.
Auch das Auto selbst sollte auf heiße Tage vorbereitet sein. Reifendruck, Klimaanlage, Flüssigkeitsstände und Innenraumschutz verdienen vor längeren Fahrten besondere Aufmerksamkeit. So wird aus einer heißen Autofahrt kein unnötiges Risiko.
Weiterführende Links und Quellen
>> Der richtige Umgang mit der Klimaanlage
>> Tiere bei Hitze im Fahrzeug
>> Reifenalter prüfen
>> Der richtige Reifendruck
>> Weitere Fahrtipps
>> ADAC: Hitze im Fahrzeug
>> DVR: Sicher unterwegs bei Hitze
>> ADAC Fahrsicherheitstraining: Reifen und Hitze
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische, technische oder rechtliche Beratung. Bei akuter Gefahr für Menschen oder Tiere in einem aufgeheizten Fahrzeug sollten sofort Polizei oder Feuerwehr verständigt werden.
