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Der Ratgeber für Autofahrer

Winterreifen vs. Sommerreifen

Winterreifen vergleich gegen Sommerreifen
Foto © by Kostia777/Shotshop.com

Heutzutage ist es fast selbstverständlich das man Winterreifen für den Winter nutzt. Dafür ist die Politik verantwortlich, welche eine für die Jahreszeit entsprechende Bereifung vorschreibt. Seit dem 04.12.2010 haben wir in Deutschland die Winterreifenpflicht!

Doch die deutsche Winterreifenpflicht ist eigentliche gar keine richtige, denn diese besagt dass man bei Schnee, Matsch und Eis (winterliche Verhältnisse) einen Reifen tragen muss, der mit dem Symbol "M+S" versehen ist. Einen bestimmten Zeitraum, wann auf die "M+S" Reifen gewechselt werden soll, legt dieses Gesetz nicht fest.

Eine Faustformel besagt, die Winterreifen von Oktober bis Ostern auf das Fahrzeug zu montieren.

 

Gründe und Argumente gegen eine solche Regelung

Wie bei allem, gab es Anfangs viele Stimmen welche sich gegen die Winterreifenpflicht ausgerufen hatten. Dafür gab es neben dem lästigen Reifenwechsel natürlich verschiedene Gründe.

Zum einen der Preis, natürlich muss man sich einen kompletten Reifensatz kaufen und das kostet auch Geld. Doch rechnet man die Laufzeit eines Reifensatzes plus die Laufzeit eines zweiten Reifensatzes dann relativiert sich das mit den Anschaffungspreis. Davon einmal abgesehen erkauft man sich auch zusätzliche Sicherheit, die man durch Sommerreifen im Winter nicht erhält.

Auch wurde oft als Argument gegen eine Winterreifenpflicht gebracht, das wir in manchen Regionen gar keinen richtigen Winter mehr haben. Hier muss man aber dagegen halten das es nicht unbedingt schneien muss, den bei tiefen Temperaturen funktioniert der Winterreifen allemale besser als ein Sommerreifen, das beweisen immer wieder die Reifentests vom ADAC!

 

Winterreifen haben im Winter mehr Grip als Sommerreifen!

Rechnet man die Straßenzustände in der Winterzeit in Prozent um, so ergibt sich folgender Wert:

15 Prozent Schneebedeckte Straßen, 45 Prozent sind die Straßen einfach nur nass und 40 Prozent sogar trocken. Trocken aber kalt.

An kalten Tagen, auf kühler trockener oder nasser Fahrbahn bieten die Winterreifen im Vergleich zu den Sommerreifen einfach einen besseren Grip.

Wieso?

Weil sie bei niedrigen Temperaturen dieselben Eigenschaften haben, wie ein Sommerreifen bei sommerlichen Temperaturen. Winterreifen haben eine besondere (weichere) Gummimischung und auch ein tieferes Profil als Sommerreifen. Mit Winterreifen ist man, wenn es mal frostig wird, auf der Fahrbahn, sicherer unterwegs.

Das liegt an der thermoelastischen Laufflächenmischung, die bei niedrigen Temperaturen griffig bleibt und somit einen besseren Kontakt zur Straße bietet, als ein Sommerreifen es hier könnte.

 

Winterreifen im Sommer

Winter- vs. Sommerreifen Bremstest
Foto © by aselsa/Shotshop.com

Der Winterreifen sollte, um richtig zu funktionieren mindestens eine Profitiefe von 4 mm haben. Unterschreitet der Reifen diese emfohlene Mindestprofiltiefe, kommen einige Menschen auf die Idee den Winterreifen dann auch im Sommer zu fahren um diesen bis an die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm runterzufahren.. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wie gut ist ein Winterreifen im Sommer?

Getestet wurde auf nasser Fahrbahn bei einer Fahrbahntemperatur von 13 Grad und 25 Grad:

  • Der Sommerreifen und der Winterreifen lagen im Bremstest ziemlich gleich auf und auch beim Handling waren keine so großen Unterschiede zu erkennen!

Anderst sah es schon auf trockener Fahrbahn aus, hier wurde mit Fahrbahntemparaturen von 13 Grad und 35 Grad Celsius getestet:

Der Winterreifen hatte bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h einen 16 Meter längeren Bremsweg, das sind 4 Autolängen! Und auch beim Handling in langezogenen Kurven sowie auf langen Autobahnfahrten gab es große Unterschiede. Und das Verhältnis zum Sommerreifen verschiebt sich zum schlechteren je höher die Temperaturen steigen.

 

Sind Allwetterreifen eine Alternative?

Eine Alternative bieten Allwetterreifen (Ganzjahresreifen). Diese sind eine Mischung aus Sommer und Winterreifen und tragen ebenfalls das Symbol "M+S" bzw. ein Schneeflockensympol.  Vergleicht man Allwetterreifen mit einem reinen Sommerreifen und einen Winterreifen, so hinkt er in einigen Kriterien hinterher.

Dennoch können Ganzjahresreifen, gerade bei Kleinwagen und kompakte eine echte Alternative sein, vor allem wenn das Fahrzeug überwiegend in der Stadt bewegt wird (laut GTÜ- Gesellschaft für Technische Überwachung). Aber auch in Regionen wo der Winter nicht ganz so zuschlägt, haben diese Reifen durchaus ihre Daseinsberichtigung. 

Klar spart man sich durch solche Allwetterreifen viel Geld, da man sich einen kompletten Satz einspart. Aber gerade für Vielfahrer, schnelle Limousinen und Sportfahrer, sowie der Einsatz in schneereichen Gebieten sind diese Reifen nicht empfehlenswert. Da sie allesamt die Ansprüche, wie präzise Lenkreaktionen und geringer Reifenverschleiß gerade auf sommerlichen Straßen, nicht erfüllen konnten.

 

Spartipp - Bei Sommer und Winterreifen sparen

Große Preisunterschiede

Wenn man den Entschluss gefasst hat, sich neue Winterreifen oder Sommerreifen zu kaufen, dann sollte man rechtzeitig daran denken. Beim Kauf von Reifen sollte man auf den Preis achten, denn ein und dasselbe Produkt kann man nicht selten bei verschiedenen Anbieter mit sehr großen Preisunterschieden finden.

Bei einigen können diese sogar 30 Prozent über dem Normalpreis liegen. Vorsicht ist ebenfalls bei der Marke oder dem Modell geboten! Hier sollte man sich durch verschiedene Reifen-Tests von ADAC, Stiftung Warentest & Co informieren, damit auch die Sicherheit mit gekauft wird!

Geschwindigkeitsindex

Neue Reifen kosten natürlich Geld. Wer hier auch noch sparen will, sollte folgendes tun:
Hat man ein Fahrzeug, das laut Angaben (bitte Fahrzeugbrief kontrollieren) eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h erreichen kann, dann braucht man normalerweise Reifen die der Kategorie „H“ angehören. Diese sind bis zu der genannten Geschwindigkeit zugelassen. Was bei Sommerreifen strengstens verboten ist, ist bei Winterreifen erlaubt. Und zwar eine Kategorie unter der in den Papieren gekennzeichneten Marke kaufen.

In gegebenen Beispiel, kann man dann statt der „H“ Marke, Reifen mit dem Vermerk „T“ kaufen. Diese sind dann bis 190 km/h zugelassen. Wichtig ist aber, dass man in so einem Fall einen Aufkleber im Sichtbereich des Fahrers oder neben dem Tachodisplay anbringt, der auf die maximale zugelassene Geschwindigkeit des Reifens hinweist.

 

Winterreifenpflicht im Ausland!

Nicht nur in Deutschland gibt es eine Winterreifenpflicht, sondern auch in vielen anderen Ländern. Autofahrer sollten sich daher vor einer Reise, über das jeweilige Land das durchfahren oder bereist wird, gut informieren. Da die Vorgaben bzw. Regeln im Ausland nicht selten von denen in Deutschland abweichen. Eine Nichteinhaltung kann hierbei teilweise zu hohen Bußgelder bis hin zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

 

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Reifentests:

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