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Maut

Die Geschichte der Maut

Herkunft und Bedeutung des Begriffes Maut

Der Begriff "Maut" ist ein aus dem Gotischen abgeleitetes Wort und bedeutet übersetzt "Zoll". Unter dem Wort versteht man nichts anderes als eine Abgabe zum Beispiel im Sinne eines Wegzolls. Mit Maut wird eine Gebühr beschrieben, die für die Nutzung von Bauwerken, wie Straßen, Brücken, Autobahnen und Tunneln anfällt. Ein um einiges jüngerer Begriff, der das gleiche benennt, ist Straßenbenutzungsgebühr. Dieses Wort ist jedoch nicht zu verwechseln mit der Parkgebühr, die nur für abgestellte Fahrzeuge gilt. Die Maut oder Straßenbenutzungsgebühr lässt sich in verschiedene Bereiche unterteilen: die urbane Maut (oder Innenstadtmaut) und die interurbane Maut, die auch zwischenstädtische Straßenbenutzungsgebühr genannt wird. Zum Zweiten zählen unter anderem Autobahngebühren oder auch Landstraßengebühren. Außerdem hat sich in Deutschland aufgrund der immer wiederkehrenden Debatte eine Unterteilung zwischen Pkw- und Lkw-Maut etabliert.

 

Maut in der Geschichte

"Zehnter", "Maut" oder "Wegegeld" sind uralte Begriffe für Zölle. Die Maut gehört zu den ältesten Abgaben überhaupt und hat ihre Aufgabe über die Jahrtausende nicht verändert. Es ist allerdings nicht bekannt seit wann es die ersten Mautgebühren im Sinne von Wegzöllen und ähnlichem gegeben hat. Doch aufgrund der Tatsache, dass man sich mit ihrer Hilfe gut bereichern konnte, ist es vorstellbar, dass es sie seit dem Entstehen der ersten Infrastrukturen wie einfache Holzbrücken und simpel befestigte Waldwege gibt. Was man aber sicher weiß ist, dass solche Benutzungsgebühren im Europa des 11. Jahrhunderts schon weit verbreitet waren. Die Finanzierung stieß zu dieser Zeit zunehmend auf Probleme, daher sollten mithilfe einer Maut sämtliche Benutzer also auch Reisende an der Lösung beteiligt werden. Es war sehr beliebt Mautgebühren an Toren oder Brücken anzusetzen, da diese nicht zu umgehen sind und so besser zu kontrollieren waren. Hinzu kam, dass diese Bauwerke nicht so häufig instand gesetzt werden mussten wie Straßen.

 

Hintergrund der Maut

Die Mautgebühren haben den Zweck zur Finanzierung der nationalen Infrastruktur beizutragen. Mit ihrer Hilfe werden die Benutzer des Autobahnnetzes direkt an den Kosten beteiligt. Wenn es solch eine Regelung nicht geben würde, gingen die Kosten komplett zu Lasten der Steuerzahler. Doch zusätzlich zu dem Finanzierungsaspekt spielt bei der Verordnung für eine Maut unter anderem die Entlastung der Umwelt und die Steuerung sowie der Überblick über das Verkehrsaufkommen eine überaus wichtige Rolle.


Die Maut heute

Schon seit den 1990er Jahren wird für Lkw auf Bundesautobahnen eine Maut mithilfe der Vignette erhoben. Vignetten sind länderspezifische Aufkleber, die eine Bezahlung der Maut nachweisen und die Benutzung der Autobahn erlauben. Die streckenabhängige Maut für Lkw, die schwerer sind als 12 Tonnen, gibt es in Deutschland seit dem 31. August 2003. Nicht mautpflichtig sind unter anderem Kraftomnibusse, Land- und Forstwirtschaftliche Maschinen und die Feuerwehr. Zur Mauterhebung ist deutschlandweit ein GPS-, also satellitengestütztes, System eingerichtet worden. Das neu entwickelte Abrechnungssystem trägt den Namen Toll Collect. Es war jedoch zum Starttermin noch nicht einsatzbereit, daher wurde für den Anfang doch Maut für LKW
noch keine Maut erhoben. Daraufhin stellte sich ein politisches und vertragsrechtliches Tauziehen ein, bis dann am 1. Januar 2005 eine technisch eingeschränkte Variante in Betrieb gehen konnte. Auf den Autobahnen, die nicht als Bundesautobahnen zählen, wird keine Maut erhoben. Man findet diese Strecken in der Mauttabelle mit einer kostenpflichtigen Länge von „0,0 km“.

Für PKW gibt es bisher auf deutschen Autobahnen keine Maut. Im Jahr 2005 hatte der damalige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee noch einmal bekräftigt, dass eine derartige Maut auch nicht auf dem Programm stehe. Peter Ramsauer, der neue Verkehrsminister, hatte allerdings die PKW-Maut kurzzeitig wieder ins Gespräch gebracht. Kurze Zeit später wurde von ihm aber ebenfalls bestätigt, dass keine PKW-Maut geplant sei.
In Deutschland gilt die Regel, dass vom Staat erhobene Gebühren auch wieder dem selben Sachgebiet in der Bundesrepublik Deutschland, in welchem sie erhoben worden sind, zugute kommen müssen. Im Fall der Maut wäre das folglich die Instandhaltung und der Neubau von der Verkehrsinfrastruktur. Die Gelder fließen, abzüglich der Betreibergebühren für Toll Collect, an die Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft mbH. Zudem werden die Maut-Gebühren im Rahmen von Projekten der Public Private Partnership-Vereinbarung im Gegenzug für Straßenbau und -erhaltung bei einigen Strecken auch an private Unternehmen gezahlt. >> Mehr Infos zu deutschen Mautpflicht

 

Maut in Europa

Mautstation
Mautstation in Italien, Autobahn A57

Mautsysteme gibt es in vielen Staaten Europas, dazu zählen neben Deutschland: Österreich, die Schweiz, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, die Türkei, Serbien, die Republik Mazedonien und Griechenland.

Zum 1. Januar 1995 erfolgte in den Staaten Belgien, Dänemark, Deutschland, Luxemburg, Niederlande und Schweden die Einführung des Eurovignettensystems für Lkw. In Frankreich wird auf vielen Autobahnen die sogenannte péage für alle Fahrzeuge erhoben. In Italien nennt man die Maut pedaggio, sie wird auf Straßen mit Autobahnzeichen auf grünem Grund erhoben. Straßen mit blau hinterlegten Hinweisschildern sind kostenfrei. In Norwegen und anderen skandinavischen Ländern gibt es keine generelle Mautpflicht. Es wird aber oftmals für die Überquerung von Neubauten wie Tunneln und Brücken eine zeitlich befristete Maut erhoben. Mautpflichtig in Spanien sind im wesentlichen nur die privat gebauten Autopistas. In Tschechien besteht auf Autobahnen und Schnellstraßen für alle Kraftfahrzeuge bis 3,5 Tonnen eine Vignettenpflicht, ausgenommen sind Motorrädern und Trikes.

 

Verwandte Themen:
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