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Vereiste Scheiben – sprühen oder kratzen?  E-Mail

vereiste ScheibenWerbung: Durch schnelle, effiziente und bequeme Abhilfe werden Enteiser in Sprayform versprochen. Mit einem Knopfdruck ist die Scheibe schon wieder klar.

Nach den Erfahrungen des AvD (Automobilclub von Deutschland) gibt es aber Qualitätsunterschiede. Diese Unterschiede zeigen sich bei der Beantwortung folgender Fragen: Wie gut kann man mit den Mitteln die Eisschicht auftauen? Bleibt die Sicht so lange rein bis die Heizung einen Effekt hat? Entsteht durch das Gemisch Schlieren? Was ist mit der Feinverteilung auf der Scheibe? Kann man der Sprühmechanismus auch mit Handschuhen ohne Problem bedienen?

 

Flüchtling Alkohol und Schmierfink Glykol

Die chemische Keule fungiert zuverlässig, sofern das Gefrorene nicht zu dick ist. Außerdem greifen die Mittel weder Lacke noch Gummidichtungen an. Nach Ansicht des AvD sind hingegen einige Nebeneffekte auf Grund verschiedenartiger Konsistenzen der Artikel nachteilig. Diesen liegt als Grundsubstanz Alkohol zugrunde. Er löst vereiste Scheiben auf und sichert den notwendigen Durchblick. Nachteil: Der Alkohol verdampft ziemlich schnell und stellt außerdem Kälte her. Der kalte Fahrtwind verstärkt diesen Effekt. Konsequenz: Sehr schnelles Gefrieren des Restwassers auf der Scheibe und erneute Beeinträchtigung der Sicht. Die Mischung mit Glykol kann das verhindern.In Enteisungsmitteln wird durch die Chemikalie das Gefrieren des Wassers nach Verdampfen des Alkohols verhindert. Aber: Glykole können Schlieren kreieren, die zum Beispiel bei Dämmerung oder Scheinwerferlicht des Gegenverkehrs Sichtbehinderungen verursachen.
 

Handhabung und Feinverteilung

Die Sprühmechanismen sollten auch mit Handschuhen ohne Problem funktionsfähig sein , aber das ist nicht bei allen Artikeln so und sollte vor dem Kauf berücksichtigt werden. Auch bei der Dispersion der Chemie auf der Scheibe können Schwierigkeiten entstehen. Bei einigen solcher Wundermittel funktioniert bei Minusgraden die Feinzerstäubung nicht. Das beste Taumittel wird aber unwirksam, falls es nicht flächendeckend aufgetragen ist

 

Fazit des AvD

Der "gute alte" Eiskratzer scheint aufgrund der dargestellten Nebenwirkungen von Enteisersprays die bessere und umweltschonendere Option zu sein. Trotzdem hat auch dieses winterliche Utensil einen Nachteil: In der Eisschicht sind häufig feine Staub- oder Sandpartikel zu finden. Diese Partikel können die Autoscheiben beschädigen, falls Eis gekratzt wird. Die durch Druck und Reibung bildenden vielen kleinen Kratzer können also dauerhaft ebenso die Sicht behindern bzw. die Blendwirkung von Sonnenstrahlen oder Scheinwerferlicht intensivieren. Der AvD empfiehlt aus diesem Grunde die Kombination von Enteiserspray und Eiskratzer. Die Eisschicht sollte man zuerst mit Spray antauen und dann mit der weichen Gummiseite des Eiskratzers vorsichtig entfernen. Die beste Lösung ist: Vorzusorgen und die Scheiben abends abzudecken. Damit kann man Spray und Kratzer ersparen.
 

Bußgelder

Diesbezüglich weist der AvD wieder darauf hin, dass es nicht suffizient ist, nur ein Sichtfenster ins Eis zu kratzen. Alle Fahrzeugscheiben müssen ganz von Eis und Schnee befreit werden. (Siehe: § 23 der Straßenverkehrsordnung (StVO). Die Polizei ist dazu berechtigt, Bußgelder von 10 bis 35 Euro zu erheben, denn ohne klare Rundum-Sicht erhöht sich die Unfallgefahr.

 

Bernd Jürgens - Fotolia.com


 

 
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