Der Traum vom Fliegen

Den Grundstein für die motorisierte Luftfahrt legten die Gebrüder Wright, als sie im Jahr 1903 den ersten motorgesteuerten Flug absolvierten. Bereits ein Jahr später präsentierte Orville Wright, dass er mit seinem Flugzeug einen Vollkreis fliegen konnte. Damit waren die Anfänge der Steuerungstechnik für motorgetriebene Flugzeuge gemacht.

Als erster ernst zu nehmender Motorflieger der Welt gilt der Brasilianer Alberto Santos-Dumont. Sein Starrflügel-Flugzeug mit der Bezeichnung 14-bis absolvierte den ersten Motorflug ohne Katapultstart und Gegenwind, der weiter als 100 Meter reichte, bereits im Jahr 1906.

Bereits 1909 hatte er das erste Leichtbau-Sportflugzeug der Welt gebaut. Er gab ihm den Namen „Demoiselle“ und flog damit eine Strecke von 18 km. Die meisten frühen Motorflugzeuge waren Doppeldecker.

Es gab auch Experimente mit Dreifachdeckern, die aber relativ erfolglos blieben.

Gebrüder Wright - Flieger Kitty Hawk
Gleitflug in Kitty Hawk, 10. Oktober 1902

Den ersten funktionsfähigen Hubschrauber konstruierten die Gebrüder Briguét in Zusammenarbeit mit Charles Richet Anfang des 20. Jahrhunderts.
Als erster kommerzieller Flugzeughersteller gilt der Franzose Louis Blériot. Er baute einen Eindecker, mit dem er im Jahr 1909 den Ärmelkanal in einer Höhe von 100 Metern überflog. Für die Strecke von Calais nach Dover benötigte er exakt 37 Minuten.

Einige Jahre später vollzog sich, was der deutsche Flugpionier Otto von Lilienthal bereits Ende des 19. Jahrhunderts vorhergesagt hatte: Flugzeuge ließen sich als Waffen verwenden. Im Ersten Weltkrieg wurden sie zunächst als Beobachtungsflugzeuge eingesetzt, aber schon bald begann man damit, Flugzeuge mit Waffen auszurüsten. Die Entwicklung des Luftkampfes begann. Bereits im Jahr 1912 waren die Fallschirme entwickelt worden und galten nun als Rettungsutensilien für jede Flugzeugbesatzung. Nach Ende des Ersten Weltkriegs war aufgrund des Versailler Vertrags der Motorflug in Deutschland stark eingeschränkt. Flugzeughersteller kämpften in dieser Zeit um das nackte Überleben. Die Hochzeit des Segelflugs begann.

Bereits im Jahr 1926 wurde mit der Luft Hansa die erste zivile Fluggesellschaft in Deutschland gegründet, die der Personenbeförderung dienen sollte. Junkers, Dornier und Handly Page waren die Hersteller der bekanntesten Passagierflugzeuge aus dieser Zeit. Die Beförderung von Luftpost und auch die Luftwerbung durch an Flugzeuge angehängte Werbebanner wurden zur Alltäglichkeit. Luftfahrgeschichte schrieb Charles Lindbergh, der mit seiner „Spirit of St. Louis“ im Mai 1927 den ersten non-stopp Alleinflug über den Atlantik unternahm. Damit wurde gleichzeitig auch die Ära der Langstreckenflüge eingeläutet. Während des Zweiten Weltkriegs war die zivile Luftfahrt fast vollkommen zum Erliegen gekommen. Flugzeughersteller bauten Jagdbomber und Beobachtungsflugzeuge. Flugzeugträger, die Katapultflugzeuge in den Himmel schossen und auch die Erfindung der ersten Flugmarschkörper sollten den Krieg mitentscheiden. In der Zeit bis 1945 ging die technische Entwicklung der Luftfahrt mit riesigen Schritten vorwärts. Die Erfindung der funkgesteuerten Navigationssysteme, der Autopiloten und auch der erste Überschallflug gehören in diese Zeit.

Anfang der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden für Verkehrsmaschinen als Antrieb Strahltriebwerke verwendet. Mitte der 50er Jahre stellte Boeing die 707 vor, ein Passagierflugzeug mit Strahltriebwerken, das eine bedeutend höhere Anzahl von Passagieren befördern konnte, als alle bisher bekannten Flugzeugmodelle. Anfang der 60er Jahre wurden die Strahltriebwerke durch Mantelstrahltriebwerke ersetzt, was der Maschine eine höhere Reichweite verlieh und sie wirtschaftlich noch interessanter machte. Das erste Großraumpassagierflugzeug baute Boeing mit der als Jumbo Jet bekannten 747 Anfang der 70er Jahre. Verkehrsflugzeug Airbus A380
Verkehrsflugzeug Airbus A380 (Copyright)
Die Bedeutung, die der Flugverkehr für die Mobilität der Menschen hat, ist unbeschreiblich. Sowohl im geschäftlichen als auch im privaten Bereich ist die Benutzung von Flugzeugen heute eine sehr alltägliche Angelegenheit. Die Welt ist kleiner geworden, seit man mit dem Flugzeug das andere Ende der Welt in wenigen Stunden erreichen kann. Fernreisen, die früher unerschwinglich teuer waren und sehr lange Urlaubszeiten voraussetzten, gehören in der Tourismusbranche zum ganz normalen Angebot. Städtereisen innerhalb Europas kann man mit dem Flugzeug einfach einmal übers Wochenende unternehmen und geschäftliche Meetings lassen sich mit einem Hin- und Rückflug am selben Tag sehr wirtschaftlich gestalten.

 

Die Auswirkungen der neuen Mobilität auf die Menschen im Allgemeinen

Generell ist Mobilität für nahezu alle Menschen eine Grundvoraussetzung für ein erfülltes und zufriedenes Leben. Das beginnt natürlich mit der eigenen Gesundheit, die es ermöglicht, sich frei zu bewegen. Aber um größere Entfernungen zu überwinden, bedarf es gewisser Hilfsmittel. Betrachtet man die steigende Anzahl an neu zugelassenen Pkws, wird deutlich, dass jeder Haushalt in Deutschland statistisch gesehen mehr als ein Auto hat. Damit ist sichergestellt, dass Entfernungen leicht überbrückt werden können. Ob man mit dem Auto zur Arbeit, zum Einkaufen oder in den Urlaub fährt, es erweitert den persönlichen Radius um ein Vielfaches.

Aber auch alle anderen Verkehrsmittel tragen zur Erweiterung und zur Sicherstellung der menschlichen Mobilität bei. Eisenbahnen, Flugzeuge und Schiffe dienen der Beförderung von Passagieren und Gütern. Mit der Mobilität gewinnen die Menschen auch eine sehr viel größere Flexibilität. Der Arbeitsplatz darf ruhig einige Kilometer entfernt sein und bei der Auswahl des Urlaubsziels gibt es, was die Entfernung anbetrifft, keine wirklichen Grenzen mehr.

Selbst Reisen in das Weltall sind inzwischen möglich, vorausgesetzt, man verfügt über das notwendige Kapital, um sich einen solchen Ausflug leisten zu können.

 

Die Entwicklung des Land- und Straßenbaus

Die Geschichte des Straßenbaus in Europa begann lange, bevor das erste Automobil gebaut wurde. Bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden Techniken entwickelt, um Straßen zu befestigen und verkehrssicher zu machen. 1741 wurde in Paris die erste Schule für den Straßenbau gegründet.
Mit der Erfindung des Automobils wurden die Anforderungen an den Straßenbau stark verändert. Zwischen 1890 und 1910 entwickelte sich der Teerstraßenbau. Erfunden wurde er in Monaco und beim Internationalen Straßenbaukongress in Paris wurde der Teerstraßenbau im Jahr 1908 als „Straße der Zukunft“ gewürdigt.

In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wurden die ersten Straßenbaumaschinen eingesetzt. Dazu gehörten neben Mischmaschinen auch Straßenwalzen, die zunächst als Dampfwalzen, später aber auch mit Verbrennungsmotoren gebaut wurden. In die Zeit des Dritten Reiches fällt der Ausbau der Autobahnen in Deutschland. Allerdings haben alle Straßen während des Krieges stark gelitten und so war die Nachkriegszeit geprägt von Ausbesserungs- und Erneuerungsarbeiten. Die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts führten zu einem Umbruch im Straßenbau in Deutschland. Verbesserte Materialzusammensetzungen lieferten qualitativ bessere Straßenbeläge. Auch innerstädtisch wurden nun Asphaltstraßen anstelle der Kopfsteinpflasterstraßen gebaut. Der zunehmende Autoverkehr verlangte nach neuen Fernverbindungsstraßen, das Autobahnnetz und die Überlandstraßen wurden bevorzugt ausgebaut und durch neue Streckenführungen ergänzt. Stationäre Mischanlagen bereiteten das Material für die Straßenoberflächen vor. Deutsche Reichsautobahn, 1943
Deutsche Reichsautobahn, 1943 (copyright)
Spezielle Transportfahrzeuge brachten den flüssigen Asphalt direkt an die Straßenbaustellen. In den 50er und 60er Jahren war neben dem Bergbau und der Metallverarbeitung der Straßenbau einer der größten Arbeitgeber im Land.

Da Straßen zu einer Teilung von einheitlichen Landschaften führen, musste hinsichtlich der Artenvielfalt von Flora und Fauna entsprechend Vorsorge getroffen werden. Die Überlegungen, gleichzeitig mit dem Straßenbau auch den Landschaftsbau ins Auge zu fassen, gewannen gegen Ende des 20. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung. Bebauungspläne wurden auch darauf ausgerichtet, bestimmte Naturschutzgebiete zu erhalten oder neu einrichten zu können. Der Straßenbau wurde also auch unter ökologischen Gesichtspunkten betrachtet.

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