Das Auto als Fortbewegungsmittel – gestern und heute

Der Begriff Automobil bezeichnet ein Kraftfahrzeug, das mit Motorkraft angetrieben wird und Personen oder Güter transportieren kann. Abgeleitet wurde das Wort von dem französischen Begriff „voiture automobile“ für ein sich selbst bewegendes Fahrzeug. Pate stand natürlich auch der griechische Begriff „auto“ für selbst und das lateinische Wort „mobilis“ für beweglich. Heute wird mit der Bezeichnung Automobil nur noch ein Personenkraftwagen bezeichnet, wenngleich auch Lastkraftwagen, Zweiräder und Eisenbahnen und Busse dieser Begriffsbestimmung entsprechen.

Wagen, die von Menschen oder Tieren gezogen wurden, kennt man schon aus dem Altertum. Als Leonardo da Vinci im Jahr 1490 ein Fahrzeug skizzierte, das sich von allein bewegte, wurde er belächelt. Aber hier lagen bereits die Ursprünge für die Entwicklung des Autos. Das Schema eines Kolbenmotors, wie er noch heute in den üblichen Verbrennungsmotoren eingesetzt wird, geht auf eine Erfindung des holländischen Physikers Christiaan Huygens aus dem Jahr 1674 zurück. Lange, bevor kraftstoffbetriebene Verbrennungsmotoren für Automobile gebaut wurden, gab es jedoch schon Fahrzeuge, die mit Dampfmaschinen angetrieben wurden. Ende des 18. Jahrhunderts wurden dampfangetriebene Dreiräder bereits in der französischen Armee verwendet. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts verkehrten in England Dampfomnibusse bereits im Linienverkehr zwischen London und Bath. Auch die Geschichte des Elektroautos ist älter als man denkt. Das erste elektrisch angetriebene Kraftfahrzeug wurde 1839 in Aberdeen gebaut. Karl Benz
Carl Benz (1844 - 1929) (copyright by Mercedes-Benz)
 Der erste Viertaktmotor, der von Nikolaus August Otto in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konstruiert wurde, war gasbetrieben. Das Patent auf diesen Motor verlor Otto aber wieder. Er gründete trotzdem im Jahr 1864 die Gasmotorenfabrik Deutz AG und arbeitete weiter an der Vervollkommnung seines Gasmotors. 
Zeitgleich experimentierten die Fahrzeugbauer Carl Benz, Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach mit Verbrennungsmotoren, die mit Benzin angetrieben wurden. Die ersten Fahrzeuge fuhren mit Leichtbenzin, das auch durch ein Reinigungsmittel mit Namen Ligroin ersetzt werden konnte. Die erste Überlandfahrt mit einem benzinangetriebenen Motorfahrzeug unternahm Bertha Benz im August 1888. Damit war der Grundstein für die Mobilität der breiten Bevölkerung gelegt. Heute ist die Strecke zwischen Mannheim und Pforzheim Bestandteil der deutschen Ferienstraße und der Route der Industriekultur und trägt den Namen „Bertha Benz Memorial Route“. Gottlieb Daimler und Wilhelm MaybachLinkes Bild: Gottlieb Daimler  (1834 bis 1900);
Rechtes Bild: Wilhelm Maybach (1846 bis 1929)
(copyright by Mercedes-Benz)
Unabhängig voneinander gründeten Benz und Daimler ihre eigenen Fahrzeugwerke. Gottlieb Daimler versicherte sich der Mitarbeit des Motorenkonstrukteurs Wilhelm Maybach und baute, genau wie Benz, Ende des 19. Jahrhunderts einige unterschiedliche Automodelle, überwiegend Dreiräder oder Fahrzeuge, die an Pferdedroschken erinnerten. Unabhängig von den deutschen Konstrukteuren machte in Wien der ursprünglich aus Mecklenburg stammende Siegfried Marcus von sich reden.
In den Jahren 1888 und 1889 baute er einen vierrädrigen Wagen, der mit einem Benzin-Verbrennungsmotor ausgestattet war und als erstes selbst angetriebenes Fahrzeug auch die Form eines Automobils hatte. Ende des 19. Jahrhunderts kristallisierte sich auch heraus, dass sich der Hubkolbenmotor als Antriebsart für Automobile gegenüber allen anderen Motorenarten durchsetzen würde. In vielen Industrieländern wurden Autofabriken gegründet. Der technische Fortschritt im Motorenbau führte dazu, dass sich etwa um 1920 benzinangetriebene Kraftfahrzeuge flächendeckend durchsetzten. Das lag nicht zuletzt daran, dass Treibstoff aus Erdöl zu den günstigsten Kraftstoffen schlechthin gehörte. Benz Patent Motorwagen
1885 Patent Motorwagen von Carl Benz
 
Bereits 1913 wurde bei Ford die Fließbandarbeit eingeführt. Ein Jahr später entstand das hydraulische Bremssystem und bereits Anfang der 20er Jahre wurden Dieselmotoren für Lastkraftwagen gebaut. Die Automobilhersteller Benz und Daimler fusionierten im Jahr 1926, die Daimler Benz AG war geboren. Das erste serienmäßige Automobil mit Frontantrieb kam 1931 auf den Markt. Es war der DKW F1. Den Rotationskolbenmotor gibt es seit 1933 und bereits sieben Jahre später, also 1940, wurde das erste Automatikgetriebe gebaut. Das zeigt, dass auch die Kriegswirren den Automobilbau nicht beeinträchtigen konnten. Weitere technische Neuheiten folgten in den nächsten Jahren wie etwa die Benzineinspritzpumpe, die Radialreifen oder die Servolenkung, die Chrysler als erster Hersteller seit 1951 anbot.
Die Entwicklung des Wankelmotors, das Einführen der Sicherheitsgurte und der Einzug der Elektronik in den Automobilbau bestimmten den Ausgang des 20. Jahrhunderts. Allradfahrzeuge entstanden und seit den 80er Jahren gab es Airbags zur Verbesserung der Sicherheit im Innenraum. Während der großen Ölkrisen war Benzin knapp. Nicht zuletzt das führte zu einer Wiederbelebung der Forschung und Entwicklung von Fahrzeugen, die alternative Energien nutzen konnten. Erdgas und Elektromotoren rückten mehr und mehr in den Fokus des Interesses auch bei den großen Automobilkonzernen. Durch sparsame Motoren wurde die Reichweite der Fahrzeuge immer weiter vergrößert und statistisch gesehen kam bereits Ende des 20. Jahrhunderts auf jeden deutschen Haushalt mehr als ein Kraftfahrzeug. Motorkutsche
1886 Motorkutsche von Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach (copyright by Mercedes-Benz)

Was aber bedeutete die Erfindung und serienmäßige Produktion von Automobilen für die Mobilität der Menschen?

Zu Zeiten des Wirtschaftswunders in Deutschland waren viele Menschen in der Lage, Geld für sogenannte Luxusgüter auszugeben. Dazu gehörte unter anderem auch das Automobil. Mit dem Volkswagen, dem VW Käfer, stand ein Auto zur Verfügung, das sich jedermann leisten konnte. Lange Zeit galt der Käfer als das meistgefahrene Auto und auch heute noch hat er Liebhaber in aller Welt. Während man bisher darauf angewiesen war, für Urlaubsreisen in fernere Regionen den Reisebus oder die Eisenbahn zu nehmen, konnten solche Reisen nun bequem im eigenen Automobil zurückgelegt werden. Bereits Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts entstand eine wahre Reisewelle, die besonders die Mittelmeerküsten in Italien und Jugoslawien einschloss. Auch die Alpenregionen waren beliebte Reiseziele. Die Tatsache, dass der Kraftstoff preiswert war und man mit dem eigenen Auto auch am Urlaubsort mobil war, führte zu einem sehr starken Anstieg des Automobiltourismus.

Auch heute noch fahren viele Menschen lieber mit dem eigenen Auto in Urlaub. Wo sich das aufgrund der Entfernung nicht arrangieren lässt, gehören Mietwagen für die meisten jedoch zum Urlaubskomfort hinzu. Das unterstreicht, wie wichtig Autos für die Mobilität und die Unabhängigkeit der Menschen inzwischen geworden sind.

 

Die Geschichte der Reisebusse

Das Wort Omnibus stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „für alle“. Ursprünglich wurden damit Pferdekutschen bezeichnet, die eine größere Anzahl von Personen befördern konnten. Mit Erfindung des dampfbetriebenen Motors ging die Bezeichnung Omnibus auf die motorgetriebenen Busse über. In ihrer Form ähnelten sie zunächst jedoch noch sehr stark einer Pferdekutsche. Zeitgleich entstand auch die Bezeichnung Autobus, um die neuen Gefährte von den bisherigen Pferdekutschen zu unterschieden. Der erste Dampfomnibus wurde in Großbritannien im Jahr 1827 eingesetzt. Dampfbetriebener Omnibus
Dampfbetriebener Omnibus von DeDion Bouton (etwa 1900)
 

Die Premiere der motorgetriebenen Omnibusse im Linienverkehr gab es jedoch in Deutschland. Am 18. März 1895 nahm die Netphener Omnibusgesellschaft den ersten, mit Kraftstoff betriebenen Omnibus im Linienverkehr in Betrieb. Für die Strecke von Netphen nach Siegen benötigte dieser Bus damals eine Stunde und zwanzig Minuten. Gebaut worden war der Bus in Handarbeit im Automobilbetrieb Carl Benz. Er erhielt den Namen „Landauer“, weil er von seiner Karosserie her an die gleichnamige Pferdekutsche erinnerte. Der 5 PS starke Motor erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Stundenkilometern. Obwohl diese Buslinie bereits nach einem Jahr wegen der geringen Belastbarkeit der Fahrzeuge wieder eingestellt werden musste, war sie doch die Geburtsstunde des Buslinienverkehrs, der weltweit in den Folgejahren stark ausgebaut wurde.

Die ersten wirklichen Reisebusse entstanden in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Der Karosseriebauer Ludewig konstruierte den ersten Anderthalbdecker, nachdem Anhänger für Omnibusse verboten worden waren. Diese Busform bot genügend Platz für Reisende und ihr Gepäck. Eine Besonderheit von Omnibussen führte die Deutsche Bundesbahn in den 60er Jahren ein. Der Straßen-Schienen-Bus war eine Konstruktion, die sowohl auf der Straße als auch auf dem Schienennetz der Bahn fahren konnte.

Ab Mitte der 60er Jahre waren in der Bundesrepublik Linienbusse aus dem Straßenbild nicht mehr wegzudenken. Das Wirtschaftswunder und die verbesserten Einkommensverhältnisse der Menschen in Deutschland führten zu einer stark ansteigenden Reiselust. Reisebusse, die im internationalen Reiseverkehr eingesetzt wurden, verfügten immer über ein WC und in der Regel auch über eine Bordküche. Die Reiseveranstalter ließen die Fahrten von Hostessen begleiten, die den Reisegästen warme und kalte Getränke und kleine Snacks servierten. Führender Hersteller für komfortable und teilweise luxuriöse Reisebusse in Deutschland war die Firma Neoplan. Reisebus
Reisebus

Das bekannteste Modell ist wohl der Jumboliner, einer der wenigen doppelstöckigen Gelenkbusse im Reiseverkehr. Er bot 98 Reisenden eine sehr bequeme Bestuhlung mit Liegesitzen und die Ausstattung mit WC, Barbereich und Bordküche an.

Neben den Reisebussen als Transportmittel in die unterschiedlichsten Urlaubsregionen entwickelte sich auch das Tages- und Clubfahrtengeschäft im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts enorm. Kleinbusse und einfache Reisebusse ohne besondere Ausstattungsmerkmale wurden ebenfalls in größerer Stückzahl gebaut.

 

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