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Der motorisierte Schiffsverkehr

Erste einfache Wasserfahrzeuge aus Holz wurden bereits in der Altsteinzeit gebaut. Im Laufe der Jahrtausende entwickelte sich die Geschichte der Seefahrt und machte aus den Wasserstraßen und Ozeanen der Welt beliebte und wichtige Handelsrouten. Solange der Schiffsverkehr der Macht der Elemente ausgeliefert war, galten feste Routen und Fahrpläne als schwer durchsetzbar. Erst mit der Einführung des motorisierten Schiffsverkehrs konnte hier eine gewisse Regelmäßigkeit erreicht werden.

Mit der Erfindung der Dampfmaschine begann auch die Revolution in der Schifffahrt. Im Jahr 1783 baute der Franzose Claude de Jouffroy d’Abbans das erste funktionierende Dampfschiff der Welt. Er versäumte es jedoch, diese bahnbrechende Erfindung patentieren zu lassen. Somit gehört das erste weltweit vergebene Patent auf ein Dampfschiff den Engländern Isaac Briggs und William Longstreet. Es wurde im Jahr 1788 erteilt. Zahlreiche Schiffsbauer beschäftigen sich nun mit der weiteren Modifizierung der Dampfschiffe. Im Jahr 1809 wurde in Amerika der erste Raddampfer, der mit einer Dampfmaschine versehen war, in Betrieb genommen. Bis dahin hatte niemand daran geglaubt, dass Dampfschiffe eine Zukunft haben könnten. Die Clermont von Robert Fulton
Das "North River Steam Boat" später nur noch "Clermont" genannt, war ein Raddampfer der 1807  von Robert Fulton gebaut wurde.

Eine ganz wichtige Bedeutung für die Mobilität der Dampfschiffe hatte die Schiffsschraube, auch Propeller genannt. Wenngleich er auch an der Erfindung der Schiffsschraube nicht beteiligt war, hat doch der böhmische Forstbeamte Josef Ludwig Franz Ressel durch verschiedene Modifizierungen dazu beigetragen, dass diese Antriebsform mit dazu beitrug, Dampfschiffe wirtschaftlich erfolgreich als Personen- und Gütertransportmittel einzusetzen. Die ersten Dampfschiffe, die in Deutschland gebaut wurden, liefen 1816 vom Stapel. Bis der technische Übergang vom Segel- zum Dampfschiff vollzogen war, dauerte es aber noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts.

Passagierschiffe wurden lange Zeit ausschließlich im Linienverkehr eingesetzt. Die Atlantiküberquerung mit einem Luxusliner galt lange Zeit als bevorzugte Reiseart und wurde erst mit Entstehen des Linienflugverkehrs bedeutungslos. Heute dienen die großen Passagierschiffe als Kreuzfahrtschiffe der reinen touristischen Verwertung. Sie sind meist besser ausgestattet als Luxushotels an Land und bieten den Passagieren vielfältige Freizeitangebote. Die Kronprinz Wilhelm am Leuchtturm Roter Sand
Dampfschiff Kronprinz Wilhelm (1901)

Der Güterverkehr auf See wurde entscheidend mitbeeinflusst durch den Bau künstlicher Wasserstraßen. Der Suezkanal, der Panamakanal und auch der Nord-Ostsee-Kanal verkürzten die Fahrtzeiten der Linienschiffe extrem. Bereits Mitte der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts wurden Containerschiffe und Supertanker gebaut. Während dieser Zeit erfolgte auch die Umstellung des Antriebs von Dampfturbinen auf Dieselmotoren. Auch elektrische und atomare Antriebsmöglichkeiten von Schiffen wurden entwickelt. Die bekannteste Variante sind hier sicher die mit einem Kernreaktor ausgestatteten U-Boote der amerikanischen und russischen Marine.

Im Binnenverkehr auf den Kanälen und Flüssen sind bei den Frachtschiffen jedoch meistens Dieselmotoren im Einsatz. Schiffsdiesel ist ein preiswerter Kraftstoff und Wirtschaftlichkeit ist bei Transportunternehmen sehr wichtig. Elektromotoren haben sich durchgesetzt bei der Passagierschifffahrt zum Beispiel auf Talsperren, die auch für die Trinkwasserversorgung zuständig sind. Hier darf keinerlei Verunreinigung durch Kraftstoffe in das Wasser gelangen.

 

Die Eisenbahnen, Dampflok, Diesel und Elektroantrieb

Die Entstehung der Eisenbahn wäre durch verschiedene, frühzeitliche Erfindungen nicht möglich gewesen. Die Erfindung des Rades und die Möglichkeiten, der Metallbearbeitung waren zwingende Voraussetzungen dafür, dass Schienennetze gebaut und Beförderungswagen konstruiert werden konnten. Als Vorbild für Schienennetze galten die Spurrillen in den antiken Straßen. Sie waren bereits künstlich angelegt, um Fahrzeugen eine sichere Fahrspur zu bieten.

England war eines der führenden Länder in der Stahl- und Eisenherstellung. Der dadurch stark erhöhte Transportbedarf führte zwangsläufig zur Anlage von Schienennetzen in den zahlreichen Erz- und Kohlegruben. Mit der Erfindung der Dampfmaschine, die ebenfalls aus England stammt, begann der Weg in eine neue Zeit. Die Mobilität auf der Schiene war geboren.

Der Name Eisenbahn bezog sich zunächst nur auf das Schienennetz, das aus Eisen bestand. Die Wagen und selbst erste Lokomotiven waren aus Holz oder Kupfer hergestellt und wurden durch Pferde auf den Schienen gezogen. Diese Pferdebahnen waren überwiegend zum Gütertransport gedacht und wurden bereits ab dem Jahr 1792 regelmäßig eingesetzt. Mit der Erfindung der Dampfmaschine im 18. Jahrhundert setzte eine Wandlung ein. Stationäre Dampfmaschinen, die Seilzüge bewegten, wurden als Motor für Grubenbahnen eingesetzt. Dampflokomotive 52 7409 - Kriegslokomotive
Dampflokomotive 52 7409 Baureihe 52 Kriegsdampflokomotive Baujahr etwa 1942

Aber schon im Jahr 1804 baute der Engländer Richard Trevithick die erste Dampflokomotive, die als Zuglokomotive für Grubenbahnen zum Einsatz kam. Problematisch waren nur die Schienen, die bis dahin aus Gusseisen hergestellt wurden und häufig brachen. Es brauchte die Erfindung von geschmiedeten beziehungsweise gewalzten Schienen, um die Eisenbahn auch in größerem Umfang nutzbar zu machen.Am 27. September 1825 nahm in England die erste mit einer Dampflok betriebene Railway ihren Betrieb auf. Die „Stockton und Darlington Railway“ galt mit ihrer neun Meilen betragenden Strecke damit als erste Eisenbahn, die Personen mithilfe einer dampfbetriebenen Lokomotive beförderte. Die nächste öffentliche Eisenbahnstrecke in England gab es zwischen Manchester und Liverpool. Hier nahmen die Züge mit Dampflokomotiven 1930 ihren Dienst auf.

Die erste dampfbetriebene Eisenbahn in Deutschland fuhr am 7. Dezember 1835 auf der Strecke zwischen Nürnberg und Fürth. Da aber das Heranschaffen der notwendigen Kohle zum Aufheizen des Dampfkessels sehr kostspielig war, griff man auch hier zum größten Teil noch auf Pferde als Zugmittel zurück. Mitte des 19. Jahrhunderts gab es bereits einige Eisenbahnstrecken in Deutschland, von denen aber nur 25 Prozent mit Dampflokomotiven befahren wurden. 75 Prozent fuhren weiter als Pferdebahnen. Trotzdem begann bereits in dieser Zeit der Ausbau zum heutigen Streckennetz der deutschen Eisenbahnen.

Führend im Ausbau eines flächendeckenden Schienennetzes waren die USA. Zwar stammten die ersten Dampflokomotiven noch aus England, aber schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts baute man in den USA eigene Loks. Am 10. Mai 1869 wurde die erste transkontinentale Bahnverbindung zwischen der Ost- und Westküste der USA in Betrieb genommen.

Diesellok, Güterlok
Diesel -Güter Lok

Mit insgesamt 5.319 km Schienen zwischen New York und San Francisco galt diese Strecke als die längste der Welt. Die heute noch in fast allen Bahnsystemen weltweit gebräuchliche Druckluftbremse wurde im Jahr 1869 ebenfalls in den USA erfunden.

Bereits im frühen 19. Jahrhundert gab es erste Versuche, Eisenbahnen elektrisch anzutreiben. Zunächst gestaltete sich dies schwierig, weil eine flächendeckende Stromversorgung noch nicht gegeben war. Die Verwendung von Batterien war unbequem, da diese ein hohes Volumen hatten und der Eisenbahnverkehr so nicht wirtschaftlich war. Aber schon 1879 wurde von Werner von Siemens die erste elektrisch betriebene Bahnstrecke in Berlin gebaut. Sie wurde durch einen im Schienennetz fest eingebauten Dynamo angetrieben. Weitere Versuche und die größere Flächendeckung bei der Stromversorgung führten zum Oberleitungssystem, das auch heute noch weitgehend für die Stromversorgung in den modernen Eisenbahnen sorgt. Für Bahnstrecken, auf denen keine Stromversorgung sichergestellt

werden konnte, wurden ersatzweise Lokomotiven mit Dieselmotoren gebaut. Tatsache ist, dass mit der Inbetriebnahme des weltweiten Eisenbahnnetzes ab Beginn des 19. Jahrhunderts die Mobilität der Menschen deutlich erweitert wurde. Waren es im Jahr 1830 weltweit nur 330 km Schienennetz, konnten zum Jahrtausendwechsel bereit über 1 Million Kilometer Eisenbahnschienen weltweit verzeichnet werden. Dabei sind die Kapazitäten in vielen Ländern der Erde bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Elektrisch angetriebene Lok
Elektrisch angetriebene Lok

 

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