Ölwechselintervall

Motoröl - FlickrEines der leidigen Themen unter Autofahrern ist der Ölwechsel. Hier herrscht massive Uneinigkeit, welche Intervalle eingehalten werden müssen. Sollte das Öl jährlich gewechselt werden, nach einer Laufleistung von 15.000, 30.000 oder 50.000 Kilometern? Soll es grundsätzlich nach dem Winter gewechselt werden? Empfehlungen gibt es viele, doch pauschale Aussagen sollten gerade beim Motorölwechsel nicht getroffen werden. Die Intervalle für den Ölwechsel hängen nämlich auch von individuellen Faktoren ab.

Ölwechsel nach dem Winter – macht das Sinn?

Ein Ölwechsel nach dem Winter ist vor allem für Fahrer, die vornehmlich auf der Kurzstrecke unterwegs sind, sinnvoll. Denn hier leidet das Motoröl besonders. Aber auch Hitze, Druck und chemische Einflüsse machen dem Motoröl zu schaffen. Kaltstarts und Kurzstrecken im Winter sind ein besonders großes Problem. Damit das Öl seine Leistungen voll erbringen kann, braucht es eine Betriebstemperatur von mehr als 90 Grad Celsius. Das Triebwerk benötigt jedoch gut und gerne 15 Minuten, bis es auf diese Temperatur aufgeheizt ist.

Und auch wenn das Kühlwasserthermometer angibt, dass die Betriebstemperatur bereits erreicht ist, gilt das noch lange nicht fürs Öl. Dieses nimmt in der Zeit bis zum Erreichen der optimalen Betriebstemperatur vermehrt Kraftstoffreste und Kondenswasser auf. Die Additive haben dann darunter zu leiden, denn die Schmierfähigkeit des Öls lässt nach, im schlimmsten Fall kann sogar der Ölfilm reißen und es kann zum Motorschaden kommen.

Diese Fremdstoffe (Kondenswasser, Kraftstoffreste) kann das Öl erst dann wieder abgeben, wenn es wenigstens 20 Minuten lang mehr als 90 Grad Celsius heiß ist. Auf der Kurzstrecke durch die City ist das quasi unmöglich. Daher ist nach einem solch kräftezehrenden Wintereinsatz der Ölwechsel mitunter sehr sinnvoll. Liegt der Ölwechsel schon länger zurück, kann er auch vor dem Winter Sinn machen. Worauf dabei geachtet werden muss, das haben wir in einem eigenen Artikel beschrieben, wo erklärt wird, wie man das Auto winterfest macht. Insgesamt sollte bei den Intervallen für den Ölwechsel die eigene Betriebsanleitung zu Rate gezogen werden, in der genau deklariert ist, welche Intervalle einzuhalten sind.

Der Ölwechsel ist aber zu teuer

Viele sträuben sich gegen den Ölwechsel, denn der geht oft mit hohen Kosten einher. Allerdings sollten zumindest die vom Hersteller vorgegebenen Intervalle eingehalten werden. Nur ein gutes, leistungsfähiges Öl kann letzten Endes für eine reibungslose Schmierung im Motor sorgen und diesem eine lange Lebensdauer garantieren.

Häufigere Ölwechsel als vorgegeben, sind dagegen nicht zu empfehlen. Merkliche Verbesserungen der Leistungen werden dadurch nicht erzielt, lediglich die durchführenden Werkstätten freuen sich über zusätzlichen Umsatz.

Ölwechsel selber machen?

Motoröl  Karin  Uwe Annas - FotoliaWem die Kosten für den Ölwechsel in der Werkstatt dennoch zu teuer sind, der kann diesen auch selbst durchführen. Allerdings sollte er dafür das richtige Öl für seinen Wagen finden. In der Betriebsanleitung sind auch dazu Hinweise zu finden. Außerdem müssen die Hersteller auf der Verpackung genau angeben, welche Normen das jeweilige Öl erfüllt. Wer sich trotzdem unsicher ist, findet im Ratgeber-Bereich weitere wichtige Informationen

Wichtig beim eigenhändigen Ölwechsel ist aber, dass der Motor zuerst schön warmgefahren wird. Das Öl wird dann dünnflüssig und der Dreck wird gelöst. So kann dieser auch gleich mit rausgeschwemmt werden.

Wahlweise wird das Öl in eine Auffangwanne abgelassen oder mit einer Vakuum-Pumpe abgesaugt. Die hat zudem den Vorteil, dass keine Verbrennungsgefahr durch direkten Kontakt mit dem heißen Öl besteht. Außerdem muss der Ölfilter bei jedem Ölwechsel mit ausgetauscht werden, da sich in ihm Schmutz und Dreck ansammeln, die das neue Öl sofort wieder belasten würden. Die richtige Ölmenge, die neu einzufüllen ist, ist ebenfalls der Betriebsanleitung zu entnehmen. Anschließend sollte zur Vorsicht nochmals der Ölstand gemessen werden.

Danach gilt es, den Motor anzulassen, damit sich das Öl gleichmäßig verteilen kann und nach einer kurzen Wartezeit den Ölstand nochmals zu überprüfen. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Ölwechsel wird in der AutoBild gegeben.

Bildquelle:
Bild 1 © Tim Reckmann - tim-reckmann.de
Bild 2 © Karin & Uwe Annas - Fotolia.com


 

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