GTÜ-Mängelreport: Keine Entwarnung trotz leichten Rückgangs

Der Mängelreport für das erste Halbjahr 2012 von GTÜ

Im ersten Halbjahr 2012 waren auf Deutschlands Straßen weniger Fahrzeuge mit Mängeln unterwegs als noch im Jahr zuvor. Das zeigt der aktuelle GTÜ-Mängelreport, der auf der heute eröffneten Automechanika (11.–16.9.2012) vorgestellt wurde. Rund 50 Prozent der von der GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung untersuchten Fahrzeuge absolvierten die Hauptuntersuchung (HU) ohne erkennbare Mängel. Das Stuttgarter Unternehmen führt dies auf das gewachsene Wartungsbewusstsein der Autofahrer zurück. Die Zahl der Pkws, die zum Service in die Werkstatt kommen, sei wieder deutlich gestiegen.


Neun Millionen Pkws mit Bremsenmängeln

Von einer Entwarnung will die Prüforganisation jedoch nicht sprechen, denn die erheblichen Mängel verharren weiter auf hohem Niveau. Bei Bremsen, Elektrik, Achsen und Umweltbelastung stellten die Prüfingenieure zahlreiche sicherheitsrelevante Mängel fest. Nach Berechnungen der GTÜ fahren von den rund 43 Millionen in Deutschland zugelassenen Pkws beispielsweise an die neun Millionen, also jedes fünfte Fahrzeug, mit Mängeln an der Bremsanlage.

Hohes Alter bedeutet zahlreiche Mängel

Besonders ältere Fahrzeuge schnitten bei der HU überproportional schlecht ab. Während die Prüfer beispielsweise bei 100 Autos mit einem Alter bis drei Jahre rund 21 Mängel fanden, spürten sie in der Altersklasse über neun Jahre immerhin 224 Mängel auf. Dies zeigte sich auch beim Vergleich nach Altersklassen. Waren bis drei Jahre alten Fahrzeuge nur rund 14 Prozent der Pkws mit Mängeln auf der Straße, stieg die Zahl bei Sechs- bis Siebenjährigen auf rund 37 Prozent und erreichte bei den über 9-jährigen Fahrzeugen den Spitzenwert von knapp 69 Prozent.

Nur die Hälfte aller Autos ist mängelfrei

Bei den im ersten Halbjahr untersuchten Fahrzeugen waren über alle Altersklassen hinweg 49,7 Prozent und damit die Hälfte mit Mängeln unterwegs. Dies entspricht einem Rückgang von 2,2 Prozentpunkten. 19,1 Prozent (Vj.19,6 %) der Pkws wiesen erhebliche Mängel auf oder waren verkehrsunsicher. Nur 50,3 Prozent (48,1 %) der geprüften Autos erhielten die Plakette ohne Beanstandung.

Elektrikmängel führen Liste an

Spitzenreiter ist mit 24,8 Prozent (Vj. 24,0 %) die Mängelgruppe „Beleuchtung und Elektrik“. Auf Platz zwei liegen mit 18,5 Prozent (19,0 %) Mängel an der Bremsanlage, gefolgt vom Bereich „Achsen, Räder, Reifen, Aufhängungen“ mit 16,9 Prozent (17,2 %). Auf Platz vier rangieren die umweltbelastenden Mängel wie Ölverlust, Lärmentwicklung etc. mit 16,8 Prozent (15,7 %). Platz fünf „sichern“ sich mit 12,6 Prozent (13,0 %) sonstige Mängel (Scheibenwischer, Windschutzscheibe, Scheibenwaschanlage, Außenspiegel). Die wenigsten Beanstandungen gab es an „Fahrgestell, Rahmen, Aufbau“ mit 10,4 Prozent (11,1 %). (Auto-Reporter.NET/br)(Grafik: GTÜ/Auto-Reporter.NET)

 


 

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