Kommentar: Geschürte Endzeitstimmung. Aus fürs Erdöl?

Geht das Erdöl aus?

Sie ist allgegenwärtig: Endzeitstimmung in Raten. Irgendein Teufel wird sich schon finden, der sich als Hiobsbotschaft an die Wand malen lässt, um nicht zuletzt eine politische Zielsetzung zu begründen. Zur „Rettung des globalen Klimas“ wird auch mit dem bedrohlichen Szenario hausieren gegangen, dass die globale Temperatur bis zum Jahr 2100 um zwei bis sechs Grad ansteige, falls der Kohlenoxidausstoß nicht entschlossen bekämpft werde. Da sei es doch selbstverständlich, dass sich ein jeder an den enormen Kosten der vorangetriebenen „Klimarettung“ beteiligen müsse. Das Dumme ist: Erst in 90 Jahren wird sich zeigen, dass Milliarden ganz offensichtlich in einen Irrtum investiert wurden. Dann allerdings sind diejenigen, die glaubten, dem globalen Klima beizubringen zu können, wie es sich zu verhalten hat, längst tot ...

Kaum minder vage Aussichten, ganz sicher aber ebenfalls weitere zusätzliche finanzielle Lasten beschert uns Deutschen die Energiewende. Das Aus deutscher Atomkraftwerke ist beschlossene Sache, sagt die Politik. Wind- und Sonnenstrom sollen die Erleuchtung bringen. Ungeliebte Kohlekraftwerke werden dafür sorgen müssen, dass bei Windflaute und spärlichem Sonnenschein im Lande nicht das Licht ausgeht. Vorstellen lässt sich sehr viel mehr: Der Wirtschaftsstandort Deutschland ohne Strom.

Es gibt auch Überraschungen, Lichtblicke. Nicht in die Endzeitstimmung passt die Entdeckung neuer Erdöllagerstätten in den USA, in Colorado, Utah und Wyoming. Und dabei ist das Erdöl-Aus längst besiegelt worden! Aber professionelle Schwarzmaler haben offenbar kein Problem damit, das mehrfach angekündigte Erdöl-Finale einfach immer weiter nach hinten zu schieben. Zu verarbeiten haben sie jetzt jedenfalls erst einmal die verblüffende Botschaft von ölhaltigem Sedimentgestein in der sogenannten Green-River-Formation. Dort soll eine rund 300 Meter dicke Gesteinsschicht die größten Vorräte an Schieferöl weltweit enthalten; vermutlich etwa drei Billionen Barrel. Fördern lasse sich allerdings nur die Hälfte davon, die jedoch so groß sei wie die gesamten derzeitig nachgewiesenen Ölvorräte der Erde, heißt es beim Europäischen Institut für Klima und Energie (EIKE). Errechnet worden sei, dass – ausgehend vom gegenwärtigen täglichen Ölverbrauch in den USA – die Vorräte von Green River ausreichten, um den heimischen Ölverbrauch 200 Jahre lang decken zu können.

Die Erdölbotschaft aus den USA dürfte lediglich hier und da in deutsche Medien vordringen. Zuzeiten, in denen die Schlagworte Solar- und Windstrom, Elektroantrieb, Alternativkraftstoffe und Energiewende heißen, wird der fossile Energieträger Erdöl beim Blick in die Zukunft längst ignoriert. Argumentative Unterstützung gibt der überraschende Erdölfund aber Automobilherstellern. Gehen sie doch davon aus, dass sich der Verbrennungsmotor noch länger neben dem Elektromotor behaupten wird.

In einem Interview mit „SPIEGEL ONLINE“ erklärte jetzt Daimler-Chef Dieter Zetsche auf die Frage, wie die Autos in zwanzig Jahren angetrieben werden: „Mit ziemlicher Sicherheit wird dann ein großer Teil der neu zugelassenen Fahrzeuge von einem Elektromotor angetrieben. Die große Frage ist, wie die Energie gespeichert wird. 2032 werden wir sowohl Elektroautos mit Akku fahren als auch Elektroautos mit einer Brennstoffzelle und Wasserstoff als Energiespeicher. Aber der klassische Verbrennungsmotor wird weiter eine Rolle spielen.“ (Auto-Reporter.NET/Wolfram Riedel)(Foto: BP/Auto-Reporter.NET)


 

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