Wie sich die kräftige Drosselung der Fahrgeschwindigkeiten auf weiteren Abschnitten von Hauptverkehrsstraßen auswirkt, soll von einer Untersuchung abgeleitet werden, die in Auftrag gegeben wurde. Die Ergebnisse des 2007 gestarteten Projekts „Tempo 30 nachts“ lägen bereits vor, heißt es.

Dem Großprojekt Tempo 30, das mehr Verkehrssicherheit bescheren soll, eilt eine Binsenweisheit voraus: Wer langsamer fährt, kann schneller anhalten. Ideologisch verbrämte Rechenkunst aber verspricht eben auch Wunder. Tempo 30 verhelfe zu weniger Staus, glauben besessene „Entschleuniger“ des Straßenverkehrs. Für Naheliegendes, das nach Tempo 30 kommt, fehlen den Theoretikern offenbar Vorstellungskraft und Einsicht. Oder schlechthin die Worte. Zum Mitschreiben: Die Endstation heißt Stillstand.

Staus und Stillstand erweisen sich als willkommene Verbündete derer, die Autofahrer partout zum Umsteigen auf Bahnen und Busse bewegen wollen. Nachdem es in der deutschen Hauptstadt seit Jahren einfach nicht klappen will, mit Dauerbaustellen, hartnäckig geschalteten „Roten Wellen“ von Ampel zu Ampel und teurem Parken das Autofahren zu vermiesen, sollen nun offenbar zunehmend flächendeckendes Tempo 30 samt häufigem, nervendem Stillstand des Straßenverkehrs die Wende bringen. Solche alltäglichen Zumutungen für Motorisierte, „von Amts wegen“ regelrecht organisiert, müssen wie ideologische Beugehaft empfunden werden. Und was kommt danach? Als eine nahe Verwandte der verordneten Umweltzone käme vielleicht eine „Berlin-Maut“ infrage. Sie wäre ein weiteres einfältiges Berliner Vorhaben. (Auto-Reporter.NET/Wolfram Riedel)(Foto: Auto-Reporter.NET)


 

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