Branche übers „Auto der Zukunft“ uneins, doch VW bleibt WachstumstreiberDie Automobilbranche ist offenbar zunehmend verunsichert,

wie das „Auto der Zukunft“ aussehen sollte, um künftigen Kundenansprüchen zu genügen. Das legen die Ergebnisse einer weltweiten Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG nahe. Nachgefragt wurde bei 200 Autoherstellern, Zulieferern, Händlern, Finanzdienstleistungsunternehmen und Mobilitätsdienstleistern mit einem Umsatz von mehr als 100 Millionen US-Dollar. Einig ist sich die Branche jedoch darüber, dass Europas größter Autobauer Volkswagen nach wie vor hohe Wachstumsraten abliefert. Sehr geteilt sind die Meinungen dagegen, auf welche Antriebstechnologien die Hersteller bis 2025 setzen sollten. Es gilt als sicher, dass ein sparsamer Verbrauch aus Kundensicht weiterhin das wichtigste Kaufkriterium darstellen dürfte (76 % Zustimmung). Gleichauf liegen Wünsche wie Umweltfreundlichkeit, Sicherheit, Design und Komfort.

China als Treiber der Elektromobilität

Zwei von drei Experten schätzen den Marktanteil elektrisch angetriebener Fahrzeuge an den weltweit neu zugelassenen Autos bis 2025 auf höchstens 15 Prozent. Überdurchschnittlich optimistisch sind asiatische Stimmen. In China erwartet jeder dritte Automanager einen Marktanteil der Elektrofahrzeuge bei Neuzulassungen auf dem Heimatmarkt von elf bis 15 Prozent. In Japan rechnen drei Viertel der Befragten mit einem Marktanteil von über 25 Prozent bis zum Jahr 2025. Für Deutschland prognostizieren die meisten Experten dagegen lediglich einen Prozentsatz zwischen sechs und zehn Prozent.


Kein Antriebsfavorit erkennbar

Aus den Expertenaussagen lässt sich kein eindeutiger Favorit bezüglich neuer Elektrifizierungstechnologien identifizieren. Eine Mehrheit aller Befragten sieht jedoch Hybridfahrzeuge gegenüber rein batteriebetriebenen Autos bis 2025 leicht im Vorteil. Aber auch die Brennstoffzellentechnologie könnte langfristig an Bedeutung gewinnen. Mobilitätskonzepte sind gefragt. Hätten Hersteller und Dienstleister ihre Angebote bislang vorrangig an Autobesitzer gerichtet, müssten sie sich zunehmend am Nutzer des Autos orientieren, der bewusst auf ein eigenes Fahrzeug verzichtet und stattdessen ein umfassendes Mobilitätskonzept erwartet, urteilt der Chef der KPMG-Autosparte, Mathieu Meyer.

Vernetzung der Fahrzeuge immer wichtiger

Autofahrer erwarten zusehends, dass sie unterwegs vernetzt sind und auch im Fahrzeug mit der Umgebung mobil agieren können, um beispielsweise von Verkehrsleitsystemen oder anderen Fahrzeugen über Staus und Gefahren zeitnah informiert zu werden. Uneinig sind sich die Fachleute, welche Unternehmen von diesem Trend am meisten profitieren werden: Autohersteller, Informations- oder Telekommunikationsanbieter. In diesem Zusammenhang verschärft sich der Kampf um die Kontrolle wesentlicher Teile der Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie.

Wachstum durch verstärkte Zusammenarbeit

Zwei von drei Befragten halten Joint Ventures und strategische Allianzen für wesentliche Bestandteile der Wachstumsstrategie. Das Hauptaugenmerk für Partnerschaften dürfte sich dabei auf China (70 %), Osteuropa und Russland (59 %) richten. Westeuropäische Unternehmen sind vor allem aufgrund ihrer sehr guten Forschungs- und Entwicklungsabteilungen für ausländische Investoren von Interesse, so die Meinung der Hälfte der Befragten (52 %).

Problem Überkapazitäten

Für 41,5 Prozent der Befragten sind die USA weiterhin der Markt mit den größten Überkapazitäten. Jeder zweite Experte glaubt, dass 2016 China der BRIC-Markt mit den meisten Überkapazitäten sein wird. Das etablierte Modell eines zweigeteilten Markts – mit den USA, Japan und Europa auf der einen Seite und den Schwellenländern auf der anderen – wird keinen Bestand haben. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer gehen davon aus, dass die Autofahrer in den Schwellen- und Industrieländern bis 2025 in puncto Qualität, Sicherheit und Zuverlässigkeit identische Ansprüche an ihr Fahrzeug stellen werden.

VW neben Asiaten stärkster Wachstumstreiber

Nach Überzeugung der Fachleute werden in den nächsten fünf Jahren zuerst europäische und asiatische Hersteller Marktanteile gewinnen. Allen voran der Volkswagen-Konzern, dem 70 Prozent der Umfrageteilnehmer das stärkste Wachstum zutrauen. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Hyundai/Kia und BMW mit jeweils 63 Prozent Zustimmung.

Schwellenländer auf der Überholspur

Erwartet wird, dass sich der Marktanteil der BRIC-Staaten bis zum Jahr 2025 auf über 40 Prozent wachsen wird; ein deutlicher Anstieg gegenüber 2008 mit 24 Prozent. Während sich vor einem Jahrzehnt die Hersteller in den Schwellenländern noch darauf konzentriert hätten, preiswerte Autos für die einheimische Bevölkerung zu produzieren, nähmen sie jetzt das Rennen mit den etablierten großen Autokonzernen der Industrienationen auf, so Mathieu Meyer. „Die chinesische Regierung hat das Ziel, dass es bis spätestens 2016 ein heimatlicher Hersteller unter die ‚Top Ten‘ der Automobilkonzerne geschafft haben wird. Die von uns befragten Fachleute gehen davon aus, dass China dann mindestens eine Million Fahrzeuge exportiert.“ (Auto-Reporter.NET/arie)(Foto: VW/Auto-Reporter.NET)


 

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