Das hatte sich AMG-Chef Ola Källenius anders vorgestellt. Denn die von ihm forcierte Kooperation mit der italienischen Motorradmarke Ducati spielte in seinen Marketingmaßnahmen eine wichtige Rolle. Noch vor wenigen Monaten betonte man die Kooperation mit grellgelb („Streetfighter Yellow“) lackierten Sondermodellen der beiden Marken und trat auf der Bologna-Motorshow gemeinsam auf. Källenius ist der Überzeugung (gewesen), dass die beiden Marken mit ihren Produkten „perfekt zusammenpassen“. Dass die intensiv gepflegte Kooperation nach kaum einem Jahr schon zu Ende sein soll, wird von AMG mehr als nur bedauert. Källenius, so ist bei Mercedes-Benz hören, habe von den Verkaufsabsichten schon lange gewusst und habe Daimler-Chef Dieter Zetsche „gedrängt“, die Marke zu kaufen. „Entweder war man entscheidungsschwach oder zu langsam: Dass Herr Piëch und sein Management Schnellentscheider sind und nicht zögern, wenn sie von etwas überzeugt sind, hat den Beamtenladen Daimler natürlich überfordert“, schimpft ein mit AMG vertrauter Manager. „Ich kenne die Hintergründe nicht, aber Ole Källenius war heiß auf die Motorradmarke und ist nun mit unserem aktuellen Spardiktat in Konflikt geraten oder er hat Dieter Zetsche einfach nicht überzeugen können. Das ist vom Marketinggesichtspunkt her sehr zu bedauern.“ AMG und „der Ferrari unter den Motorrädern“ hätten perfekt zusammen gepasst.

Audi werde um die 875 Millionen Euro bezahlen, berichtet das Manager Magazin. Eine Due Diligence Prüfung (eine Analyse der finanziellen Struktur) habe gute Ergebnisse gezeigt. Ducati habe zwar 200 Millionen Euro Schulden, aber eine wertvolle Markensubstanz.  Das Unternehmen verkaufte 2011 immerhin 42.000 Motorräder.

Möglicherweise war auch BMW an der Marke interessiert. Eine Bestätigung dafür gibt es natürlich nicht. BMW kann über den Audi-Deal nicht glücklich sein. Zwar fährt BMW mit seinen Motorrädern von Rekord zu Rekord und hatte 2007 auch noch die Motorradmarke Husquarna für 93 Millionen von MV Agusta gekauft. Dass nun ausgerechnet Hauptwettbewerber Audi ebenfalls ins Motorradgeschäft einsteigt, kann BMW nicht ruhig lassen. Noch ist Ducati nicht wirklich ein Konkurrent für die etablierten BMW-Motorräder, aber man weiß bei BMW sehr wohl, „was Herr Piëch aus Marken machen kann“, zollt ein BMW-Manager Respekt. BMW Motorrad hat 2011 weltweit  113.500 Motorräder der Marken BMW und Husquarna verkauft und ist in vielen Ländern klarer Marktführer. Trotzdem dürfte man in München schon jetzt viel intensiver über Marketingstrategien nachdenken, dass das auch so bleibt. (Peter Groschupf/WebAutoBlog/Auto-Reporter.NET)(Foto: AMG/Auto-Reporter.NET)


 

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