Volkswagen-Konzern rechnet Rekordergebnis abDie Jahresbilanz 2011 von Europas größtem Autobauer Volkswagen war mit Spannung erwartet worden.

Und die Branche wird nicht enttäuscht: Nach einem Rekordjahr 2010 fährt der Konzern mit seinen zehn Marken erneut Bestwerte bei Absatz, Umsatz und Gewinn ein. Insgesamt hat der Konzern mehr als acht Millionen Fahrzeuge verkauft, seinen Umsatz um ein Viertel auf 160 Milliarden Euro gesteigert und den Gewinn mit fast 16 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. 2011 ist das bislang beste Jahr in der Unternehmensgeschichte der Wolfsburger. Bei allen guten Bilanzen für 2011 stellt sich der Konzern in diesem Jahr auf besondere Herausforderungen ein. „... 2012 wird uns dabei sicherlich viel abverlangen. Die Risiken wachsen. Insbesondere die Schuldenkrise in Europa wird die Märkte weiter belasten“, sagte Konzernchef Prof. Martin Winterkorn heute bei der Vorlage der Bilanz.

Bei allen Unwägbarkeiten, die die Schuldenkrise insbesondere für den europäischen Automobilmarkt mit sich bringt, ist Winterkorn davon überzeugt, dass sein Unternehmen „mit Selbstvertrauen in die kommenden Monate“ gehen kann. Immerhin will der global breit aufgestellte Konzern im laufenden Jahr mehr als 40 neue, zusätzliche Modelle, Nachfolger und Produktaufwertungen auf den Markt bringen. Der Konzernchef ist zuversichtlich, 2012 besser abzuschneiden als der Wettbewerb. Die Strategie 2018 greife. Auf dem Weg an die Spitze der Automobilindustrie sei man „unverändert auf einem sehr soliden Kurs unterwegs“.

Beschlossene Sache: Ökologischer Umbau des Konzerns

Dabei sieht es Volkswagen als einen seiner Aufträge, individuelle Mobilität auch in Zukunft sicher, bezahlbar und umweltschonend zu machen. Winterkorn verweist in dem Zusammenhang auf die europäische Neuwagenflotte von Volkswagen mit durchschnittlich 137 Gramm CO2/km. Seit 2007 haben VW-Ingenieure diesen Wert in der Flotte um 27 Gramm reduziert. Beschlossene Sache ist der grundlegende ökologische Umbau des Konzerns. Den Startschuss dazu gab es in Genf, als offiziell das 120-Gramm-Ziel ausgegeben wurde. So sollen die CO2-Emissionen der europäischen Neuwagenflotte von 2006 bis 2015 um 30 Prozent reduziert werden. Jede neue Fahrzeuggeneration wird dazu durchschnittlich um zehn bis 15 Prozent effizienter ausfallen.

Konzernzahlen im Detail

Der Umsatz des VW-Konzerns stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 25,6 Prozent auf 159,3 (Vorjahr: 126,9 Mrd.) Milliarden Euro. Das operative Ergebnis stieg auf den Rekordwert von 11,3 Milliarden Euro (+4,1 Mrd. gegenüber 2010). Volumen- sowie Mix- und Preiseffekte waren die stärksten Treiber (5,9 Mrd.). Daneben wirkten sich Einsparungen von 1,1 Milliarden EUR bei den Produktkosten positiv aus. Der negative Einfluss aus Fixkosten und Abschreibungen in Höhe von 2,6 Milliarden EUR war im Wesentlichen auf das Konzernwachstum und auf Entwicklungskosten im Rahmen der Ausweitung des Produktportfolios des VW-Konzerns zurückzuführen. Die operative Marge verbesserte sich von 5,6 Prozent auf 7,1 Prozent. Insgesamt legte das Ergebnis vor Steuern des Konzerns um rund zehn Milliarden Euro auf 18,9 Milliarden Euro zu. Ein Rekordwert auch nach Steuern mit 15,8 (7,2) Milliarden Euro. Die Netto-Liquidität des Automobilbereichs blieb im Jahresvergleich mit 17,0 (Ende 2010: 18,6) Milliarden Euro weiterhin auf hohem Niveau. In der Veränderung enthalten sind der Erwerb der Porsche Holding Salzburg, die Erhöhung des MAN SE-Anteils sowie die Beteiligung an der SGL Carbon SE mit insgesamt rund sieben Milliarden Euro und die Steigerung der Sachinvestitionen auf rund acht Milliarden Euro.

Automobile Weltspitze

2011 ist für das Unternehmen eine weitere Etappe, zum ausgegebenen Ziel, bis 2018 zum weltweit besten Autobauer aufzusteigen. Und automobile Weltspitze definiert man in Wolfsburg nicht allein über Absatzzahlen der Gewinnmargen. Volkswagen will der stärkste, aber auch der fairste und ökologischste Autobauer weltweit sein. „Das ist der eigentliche Kern unserer Strategie 2018“, sagte Winterkorn. Aber man sei noch nicht am Ziel. „Vor uns liegt noch viel Arbeit. Es ist wie auf dem Fußballplatz: Die zweite Halbzeit ist immer ein Stück fordernder und anstrengender.“ Zumal wir uns vorgenommen haben, das Tempo jetzt noch einmal zu verschärfen. (Auto-Reporter.NET/arie)(Foto: UnitedPictures/Auto-Reporter.NET)


 

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