Allianz von GM und PSA perfektWas in den vergangenen Tagen als Gerücht gehandelt wurde,

hat sich bestätigt: Opel-Mutter General Motors und der französische Konzern PSA Peugeot Citroën waren auf Partnersuche, um sich weltweit besser zu positionieren. Jetzt wurde man handelseinig und gründet eine weltweite Allianz. Die strategische Zusammenarbeit wird langfristig angelegt, sodass sich gemeinsame Stärken und Skaleneffekte auch auszahlen.

Sowohl GM als auch Peugeot sahen Handlungsbedarf. Während der gegenwärtige Branchenriese GM 2011 einen Milliarden-Dollar-Gewinn einfuhr, bescherte ihm sein Europageschäft mit Opel und Vauxhall abermals Verluste von rund 570 Millionen Euro. Das Gespenst der Sanierung und Reduzierung von Produktionskapazitäten ging abermals um. Die Franzosen ihrerseits mussten Verkaufsverluste hinnehmen, die primär auf die aktuelle Schuldenkrise in Europa und die Abhängigkeit vom Heimatmarkt zurückzuführen sind. Ein Jahresverlust von 92 Millionen Euro war die Folge, nachdem 2010 noch ein Plus von rund 620 Millionen Euro in den Büchern stand.


Einkauf und Entwicklung werden gebündelt

Die verabredete Allianz soll’s mit richten. Wie die Unternehmen am Mittwochabend (29. Februar) bekannt gaben, wollen sie künftig Fahrzeugplattformen, Komponenten und Module gemeinsam nutzen und ein weltweites Einkaufs-Joint-Venture aufbauen, in dem der Einkauf von Material, Komponenten und Dienstleistungen gebündelt wird. Das jährliche Einkaufsvolumen wird auf rund 125 Milliarden US-Dollar geschätzt. Von der gemeinsamen Nutzung ihrer Fahrzeugarchitekturen versprechen sich beide Partner, speziell in Europa schneller und kostengünstiger Fahrzeuge entwickeln und in den nötigen Stückzahlen auch auf den Markt bringen zu können.

GM steigt mit sieben Prozent ein

Im Zusammenhang mit der Allianz will PSA über eine Kapitalerhöhung eine Milliarde Euro einspielen, in deren Folge GM mit einem siebenprozentigen Aktienanteil beim französischen PSA-Konzern einsteigt. General Motors wäre nach der Peugeot-Familiengruppe der zweitgrößte Aktionär des Traditionsunternehmens.

Keine Entwarnung bei Sparprogrammen

GM-Chef Dan Akerson sieht sein Unternehmen in Europa auf „langfristige und nachhaltige Profitabilität“ ausgerichtet. Allerdings addiert Akerson bei seinen Überlegungen die erwarteten Synergien dieser Allianz zu den eigenen, davon unabhängigen Plänen für eine Ergebnisverbesserung. So ergänze die Allianz zwar die unabhängigen Bemühungen beider Unternehmen, das jeweilige europäische Geschäft zu nachhaltiger Profitabilität zu führen, es ersetze diese aber nicht, heißt es in der offiziellen Erklärung. – Wie Entwarnung für Opel klingt das nicht … Gleiches gilt auch für die Franzosen. Auch sie halten unabhängig von der neuen Partnerschaft an ihren Sparmaßnahmen fest, wie PSA-Vorstandschef Philippe Varin betonte.

Erstes gemeinsames Fahrzeug kommt 2016

Die Unternehmen wollen sich zunächst auf Klein- und Mittelklassefahrzeuge sowie auf MPVs und Crossover konzentrieren. Nicht ausgeschlossen wird darüber hinaus die Entwicklung einer neuen gemeinsamen Plattform für Automobile mit besonders niedrigen Emissionen. Ein erstes Fahrzeug könnte 2016 auf den Markt kommen.

Darüber hinaus werden im Rahmen der Allianz weitere Bereiche bezüglich einer möglichen Zusammenarbeit geprüft, beispielsweise in den Bereichen Transport und Logistik. Hier beabsichtigt GM eine strategische kommerzielle Zusammenarbeit mit dem integrierten Logistik-Serviceanbieter Gefco, einem PSA-Tochterunternehmen. Gefco könnte Logistikdienstleistungen für GM in Europa erbringen, Russland inklusive.

GM und PSA gehen davon aus, dass nach rund fünf Jahren im Rahmen der Allianz Synergien in Höhe von jährlich ungefähr zwei Milliarden US-Dollar (circa 1,5 Milliarden Euro) entstehen. Da die Synergien im Wesentlichen mit den neuen gemeinsamen Fahrzeugprogrammen generiert werden, fallen sie in den ersten beiden Jahren geringer aus. (Auto-Reporter.NET/arie)(Foto: Auto-Reporter.NET)


 

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