Volkswagen gibt in der Wüste kräftig Gas

VW erfolgrich in der Wüste

Neben den Öl- und Gasvorkommen spielt die automobile Mobilität in der arabischen Golf-Region eine wichtige Rolle. Dies hat seinen guten Grund: Denn zunehmend stellen sich die Araber die zukunftsweisende Frage: Was kommt nach den Energieressourcen? Mit dem stetigen Transfer von hochwertiger Technologie in den Wüstenstaat rüstet sich die Region  für die Zeit nach dem Versiegen seiner Ölquellen. Schließlich gilt es, den Wohlstand des Landes auch für die kommenden Generationen zu sichern. Neben dem Tourismus ist die Investition in Technologie ein strategisches Ziel für die Zukunft. Und was liegt hier näher als mit der lukrativen Automobilbranche zu kooperieren.

Neben dem Einstieg von Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) bei der Daimler AG ist auch das reiche  Golf-Emirat Qatar mit 17 Prozent an der Volkswagen AG beteiligt. Emir Hamad Bin Chalifa al-Thani, der Herrscher von Qatar, das neben bedeutenden Erdöl- vor allem über die drittgrößten Gas-Reserven der Welt verfügt, betrachtete die zurückliegende Wirtschaftskrise als „eine Chance für uns, wie wir sie in 20 Jahren nicht mehr erleben werden.“ Der Zeitpunkt für Qatar in die Volkswagen AG zu investieren, war 2009 günstig und strategisch gut gewählt. So sagte der Emir vor Jahren: „Wir müssen dafür aber den richtigen Zeitpunkt und den richtigen Preis finden.“ Als Investitionsstandort rage das europäische Land Deutschland heraus: „Die Deutschen zählen zu den fleißigsten Arbeitern der Welt, sie werden für ihre Wirtschaft kämpfen.“ Und dies hat Volkswagen in den jüngsten Vergangenheit mit Hochdruck getan, schließlich will der Konzern die Nummer 1 in der Welt werden. Qatar ist heute mehr als ein strategischer Partner des deutschen Autokonzerns.


In der arabischen Region ist es sehr wichtig Präsenz zu zeigen und sich im ständigen Austausch mit den Investoren zu bewegen – und Zeit braucht man, viel Zeit und reichlich Geduld. Das Management von Volkswagen weiß um die Besonderheiten in der Golf-Region, kann hierdurch eine erfolgreiche Zusammenarbeit umsetzen und wird im Herbst 2012 das Material Testing and Science Center of the Volkswagen Group Brands in Qatar offiziell eröffnen. Die Volkswagen AG engagiert sich mit diesem technologischen Unternehmen innerhalb des Qatar Science & Technology Park. „Wir werden hier Materialerprobung und Prüfung mit Kunststoffen und Klebetechniken durchführen“, sagte Dr. Harald Ludanek aus der Technischen Entwicklung der Volkswagen AG anlässlich der Qatar Motor Show in Doha.

Auf der 2. Qatar Motor Show 2012 präsentierte Volkswagen den neuen Passat, der in der US-Version in der Middle-East Region auf den Markt kommt. Auch dies ist ein strategischer Schritt, so wollen die Wolfsburger in der arabischen Welt in der volumenstarken Mittelklasse, die von Toyota und anderen japanischen Herstellern angeführt wird, frischen Wind bringen. Dies könnte auch zu einem Wüstensturm werden, schließlich ist dieser Passat (Fünfzylinder-Benziner mit 170 PS/125 kW) nicht nur für Privatfahrer, sondern ebenso eine Alternative zu den klassischen Stufenheck-Limousinen für Geschäftsleute. „Der Passat ist ein wichtiger Bestandteil unserer Modellpolitik in der Region Middle-East, in der klassische Limousinen das Straßenbild prägen“, erklärte Dr. Ulrich Hackenberg, Entwicklungsvorstand der Marke Volkswagen, während der Präsentation in Doha. Volkswagen sieht in der arabischen Region eine gute Chance die beliebten Business-Class erfolgreich zu beleben. „Wir sehen für dieses Jahr ein Volumen von 10.000 Passat in der Region“, sagte Stefan Mecha, Volkswagen-Chef Middle East, in Doha. Beliebte Modelle sind der Jetta, Tiguan und der Touareg – Ende 2012 wird auch der Beetle in den Mittleren Osten geliefert.

Nicht nur VW konnte im vergangenen Jahr mehr Autos in Middle East verkaufen, auch Audi ist mit einem Plus von 27 Prozent (rund 7.800 Autos) ins neue Jahr gestartet. „Hier sind besonders der Q5, Q7 und A8 gefragte Modelle. Wir wollen bis 2020 unseren Absatz in der Middle East Region mit rund 20.000 Autos verdreifachen“, erläuterte Peter Schwarzenbauer, Vertriebschef der Audi AG, im Gespräch. Erfolgreich im arabischen Markt kann sich auch Porsche in Doha präsentieren, „unsere ambitionierten Ziele konnten wir 2011 im Nahen Osten übertreffen. Gleich zu Jahresbeginn stellen wir unseren treuen Kunden in Qatar die wichtigsten Highlights vor, damit legen wir den Grundstein für weiteres Wachstum in 2012“, sagte Bernhard Maier, Vorstand Vertrieb und Marketing der Porsche AG, in Doha. Knapp 8.000 Autos sind ein Wort in der finanzkräftigen Region – allein in Dubai wurden über 1.500 Porsche verkauft. (Auto-Reporter.NET/Peter Hartmann)(Foto: UnitedPictures/Auto-Reporter.NET)


 

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