Als Qualitätsurteil vergaben die Tester nur die Prädikate „empfehlenswert“ sowie „bedingt empfehlenswert“. Ein Grund dafür waren die enttäuschen Erwartungen nach mehreren Waschgängen. So ließ sich bereits am Ende der sechswöchigen Versuchsphase mit jeweils zwei Waschanlagen-Wäschen pro Woche auf den Testfahrzeugen kaum noch Wachs nachweisen. Und das, obwohl die Hersteller gemäß der Bedienungsanleitung ihren Produkten teilweise extrem langfristige Wirkung attestieren.

Nur bedingt feststellbar war auch der kurzfristige Erfolg der Wachs-Prozedur. Erst nachdem teure Messtechnik zum Einsatz kam, konnten Prüfer die physikalischen Effekte einer Hartwachsbehandlung darstellen. Mithilfe eines optischen Messgerätes, das Glanzgrad und Glanzschleier auf Lacken bestimmen kann, ließ sich die Wirkung der Wachse eindeutig bewerten.

Dabei wird ermittelt, in welchem Maße ein einfallender Lichtstrahl reflektiert wird (Glanzgrad) und wie hoch das Streulicht ist, das in geringer Intensität nahe der Hauptreflexion des Lichtstrahls diffus gestreut wird (Glanzschleier). Erzeugt wird dieser Glanzschleier durch Mikrostrukturen selbst in neuwertigen Lackierungen. Aufgabe der Hartwachse ist es, die Lackoberfläche zu glätten, um den Glanzgrad zu erhöhen und den Glanzschleiers zu verringern. Dieser physikalisch klar definierte Effekt lasse sich mit bloßem Auge freilich nur schwer bewerten, erklären die Experten der GTÜ. Der Käufer von Hartwachsen müsse somit auch ein Stück weit an die Qualität des Produktes glauben, das er einsetzt.

Immerhin: Die Arbeit ist vergleichsweise mühelos. Am angenehmsten waren Meguiar’s Tech Wax und das A1 Speed Wax von Dr. Wack auszupolieren. Und man darf sich bei den getesteten Produkten zumindest sicher sein, dass sie keine Schäden an Gummi, Kunststoff, Scheinwerferglas oder gar Lack anrichten, wenn die Substanzen mal unbeabsichtigt lange auf das Material einwirken sollten. (Auto-Reporter.NET/arie)(Foto: GTÜ/Auto-Reporter.NET)Hartwachse im Test bei der GTÜ


 

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