Komfortketten nicht durchgängig auf hohem Niveau

Die zwei Komfortketten im Test, die CENTRAX und die K-SUMMIT konnten die Erwartungen an dieses Konzept nicht erfüllen. Zwar schlugen sich die beiden Kandidaten zusammen mit dem Testsieger in der Handhabung am besten, denn mit einer Montagezeit von weniger als fünf Minuten unterboten sie die klassische Konkurrenz deutlich, doch machten Mängel im Fahrtest diesen Vorsprung wieder zunichte. Ein Minus gab’s beim Fahrkomfort, denn die comfort CENTRAX musste beim Auflegen von Hand auf die Reifenlauffläche geschoben werden. Dabei würde Rud werbewirksam versprechen, die Kette positioniere sich beim Anrollen des Wagens von selbst mittig auf der Reifenlauffläche, kritisiert die GTÜ. Die Thule K-SUMMIT fiel auf einer der Testrunden gar vom Rad, weil sich ein Bolzen zur Befestigung des gesamten Systems an einer Radschraube nicht kontrollierbar anziehen ließ.

Nicht den Erwartungen der GTÜ-Tester entsprachen auch die Leistungen der teuren Komfortketten in den Prüfdisziplinen Anfahren/Traktion sowie Lenkfähigkeit/Seitenführung. Ihr Urteil: unterdurchschnittlich. Genau da punkten die Besten voll: Pewag SNOX PRO und Rud-matic CLASSIC erzielten im Fahrtest 100 Prozent und belegen auch in der Endabrechnung Platz 1 und 2.

Die perfekte Kette gibt es nicht

Perfekt sei dennoch keine Kette, so das Fazit. So erfordert die SNOX PRO relativ viel Kraft, um den Spanngummi übers Rad zu ziehen. Teils vermissten die GTÜ-Prüfer wirksame Kettenschutzelemente zur Schonung der Felgen (Super-Gripp, O-Tec, Ring Automatik und CS 10), teils ließ die Ausstattung zu wünschen übrig etwa mit unzureichenden oder gar nicht mitgelieferten Montagehandschuhen (Kettenstar, SNOX PRO, Ring Automatik, K-SUMMIT und CS 10).

Andere Mängel wirken sich auf die Montagezeiten aus. So funktionierte beim Probetraining im Trockenen beispielsweise der Kettenverschluss der Ottinger O-Tec noch problemlos, doch unter erschwerten Bedingungen im Schnee erwies sich das Schloss doch als zu klein und ließ sich entsprechend schlecht einrasten. Das kostete wertvolle Zeit, sodass auch diese Kette bei der Montage die Spitzengruppe verpasste.

Umgang mit Bügelketten muss geübt werden

Bei den drei Bügelketten, Oberland Kettenstar, Pewag Ring Automatik und Rud-matic CLASSIC, monierten die GTÜ-Prüfer ganz grundsätzlich, dass sich die Bügelenden sehr leicht verdrehen könnten, sodass sich die Kette an der Radinnenseite immer wieder verhedderte. Dem Problem ist nur mit viel Übung beizukommen. Deshalb der Tipp: Ketten sollten nur ausgeliehen werden, etwa vom Automobilklub, wenn man sie vorher zur Probe schon mal montieren konnte!

Wie wurde getestet?

Für die Fahrversuche wählten die Tester einen Mercedes E 350 CDI mit 265 PS, Automatik und Heckantrieb, bereift mit Conti Winter contact TS 830 P in der Dimension 225/55 R 16. Bei hierzulande typisch winterlichen Bedingungen mit Lufttemperaturen um den Gefrierpunkt und leichten Minustemperaturen des Schnees, mussten die Ketten im hoch gelegenen Kühtai auf einem abgesperrten Kurs zeigen, was sie können. Bewertet wurden zum einem Qualitätseindruck, Bedienungsanleitung, Montage und Demontage; dafür wurden maximal 80 Punkte vergeben. Noch gewichtiger waren die mit maximal 90 Punkten bewerteten Fahrdisziplinen Anfahren/Traktion, Lenkfähigkeit/Seitenführung und Fahrkomfort. Die Kosten gingen mit bis zu 30 Punkten in die Gesamtwertung ein. (Auto-Reporter.NET/arie)(Foto: GTÜ/Auto-Reporter.NET)

Fahren mit Schneeketten


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