Audi A6Alle Eisen, die die Audi AG in Ingolstadt und Neckarsulm im Feuer hat,

schmiedet sie der Reihe nach, aber in auffallend rascher Folge. Manchmal entsteht der Eindruck, als könne es nicht schnell genug gehen, das 4-Ringe-Premium noch attraktiver, gleichzeitig aber genügsamer beim Kraftstoffverbrauch zu machen. Und wo in der Angebotspalette noch Raum für Neues entdeckt wird, schreitet Audi zur Tat. Beispiel A1. Mit ihm geht die Marke nun auch voller Zuversicht an der Kleinwagenfront in Stellung.

Bis zur „Dachlinie“ scheint Audi voller Entschlossenheit und Ehrgeiz zu sein. Ganz offensichtlich ist an der umtriebigen Aktivität im automobilen Gipfelbereich die gesamte Belegschaft des Unternehmens beteiligt. Innerbetrieblicher quattro-Antrieb quasi.
 

In Kürze, Ende März, wird nun der neue Audi A6 aufs umkämpfte Terrain der Business-Klasse geschickt, um sich dort mit der Mercedes E-Klasse und dem Fünfer von BMW anzulegen. Dass der künftige Schlagabtausch in diesem für die drei Wettbewerber außerordentlich wichtigen Segment für Audi noch erfolgreicher sein wird als das bisherige Engagement, lässt sich nach der ersten direkten Fühlungsnahme mit Audis überarbeiteter Business-Limousine bei deren Fahrvorstellung auf Sizilien mehr als erahnen. Und: Während Audi den neuen A6 bei den Händlern in Stellung bringt, verlautet aus Ingolstadt, dass hinter den einsehbaren Linien bereits Hand an einen Audi A6 TFSI hybrid gelegt wird. Mit 180 kW/245 PS soll er die Kraft eines großen V6 aufbringen, sich aber mit so wenig Super begnügen wie ein Vierzylinder. Auf 6,2 l/100 km ist Kurs genommen.

Den nun an den Start gehenden A6 nennt Audi „einen Siegertyp in neuer Form“. Allein die Tatsache, dass das Oberklasse-Auto bereits in seiner siebten Generation antritt, lässt den Rückschluss auf einen imponierenden Reifegrad im Detail zu. Denn auch dieser Dauerbrenner der Marke profitiert sein Leben lang vom „Vorsprung durch Technik“, der seit Jahren eben auch das Know-how der Marke im Aluminium-Leichtbau einschließt. Bekanntlich sind Schritte zur Reduzierung des Leergewichts zu Zeiten, in denen die Erwartung Vorrang hat, dass Pkws mit immer weniger Kraftstoff auskommen, von besonderem Wert. Das Argument, dass die Schere zwischen einer vom Käufer erwarteten, immer vollkommeneren Ausstattung und dem umweltpolitisch verordneten Zwang zur Gewichtsreduzierung klemmen müsse, lässt Audi nicht gelten. Ins Feld wird geführt, dass der neue A6, immerhin noch besser ausgestattete als sein Vorgänger, je nach Version bis zu 80 Kilogramm weniger wiege.

Schon auf den ersten Metern der Fahrt mit dem neuen A6 fällt die wohltuende Ruhe auf, die man empfindet. Später ist im Gespräch mit Technikern zu erfahren, dass der Materialmix aus Aluminium-Komponenten und hochfesten Stählen das Gehäuse des A6 stabiler denn je machte. Vor allem aber basiert die ausgesprochen gediegene Fortbewegung, spontan wahrzunehmen, wohl auf einer weiter vorangetriebenen schwingungstechnischen Entkopplung von Fahrwerk und Oberbau. In Fahrkomfort verwandelt sich letztlich auch die hydraulisch gedämpfte Lagerung des Triebswerks und der Achsen. Ein erster Ausritt mit Audis neuer Business-Limousine hinterlässt jedenfalls den Eindruck, als ließe sich sanftes Fahrvergnügen nunmehr wohl weniger automobiltechnisch, sondern eher mit tischebenen Straßen steigern.

Motorisierung

Für den Vortrieb des Neuen sorgen anfangs zwei Benzin- und drei TDI-Motoren, darunter ein besonders effizienter 2.0 TDI (130 kW/177 PS, Durchschnittsverbrauch: 4,9 l/100 km, CO2: 129 g/km) und ein 3.0 V6 TDI in zwei Varianten (150 kW/204 PS, Durchschnittsverbrauch: 5,2 l/100 km, CO2: 137 g/km bzw. 180 kW/245 PS, 6,0 l/100 km, CO2: 158 g/km). Alle erkannten Hebel zur Effizienzsteigerung wurden auch bei der Benziner-Fraktion gezogen, die sich zunächst auf zwei Sechszylinder, einen 2.8 FSI und einen 3.0 TFSI, beschränkt. Sie erarbeiten 150 kW/204 PS bzw. 220 kW/300 PS und sollen im Mittel mit 7,4 bzw. 8,2 Liter Super pro 100 Kilometer auskommen (CO2: 172 bzw. 190 g/km). Das Wunder unterstützt neben dem Start/Stop- und dem Rekuperationssystem auch ein ausgeklügeltes Thermo- und Energiemanagement: Ein Generator mit hohem Wirkungsgrad spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Natürlich garantiert ein Drehmoment von 400, 440 oder gar 500 Newtonmetern, das das Sagen in Audis 3.0-Liter-Hubraumklasse hat, ausgesprochen imponierende, erhabene Fortbewegung; noch dazu in Verbindung mit einer 7-gängigen S tronic oder 8-stufigen multitronic (die stärksten Sechszylinder mit quattro-Antrieb). Derartig gewaltige Power drückt die 380 Newtonmeter eines A6 2.0 TDI (130 kW/177 PS) gleich ein bisschen an den Rand. Die Version hat ein Handschaltgetriebe. Doch schon nach halbstündiger Bewährungsprobe auf der Straße, lässt ein A6 mit dieser Motorisierung die Überzeugung gewinnen, dass flottes Unterwegssein absolut garantiert ist. Und einen Schalthebel zu dirigieren, kann sogar Spaß machen. Den besonderen Diesel-Spartarif gibt’s noch obendrauf.

Fahrwerk

Das Fahrwerk des neuen A6 klassifiziert ein einziger Begriff: Souveränität. Das Urteil steht zuerst für gediegenen Fahrkomfort. Dank des generell serienmäßigen Fahrdynamiksystems („Audi drive select“) stellt sich das Fahrwerk aber auch auf betont sportlichen Vorwärtsdrang eines Fahrers ein. Zu den zahlreichen Detailmaßnahmen, die auch einem eher sportlichen Fahrstil zugute kommen, gehört die nun elektromechanisch arbeitende Servolenkung.

Vorab wählbar beim Fahrdynamiksystem sind die Stufen „comfort“, „auto“ und „dynamic“; im Falle der TDI- und TFSI-Modelle sorgt die Einstellung „efficiency“ für die sparsamste Gangart. Zusammenstellen lässt „drive select“ auch einen ganz persönlichen Modus („individual“). Die optional erhältliche Luftfederung („Audi adaptive air suspension“) mit geregelter Dämpfung kann den Fahrkomfort weiter steigern.

Design und Ausstattung

Anziehungskraft verschafft der Business-Limousine auf jeden Fall auch ihr typisches Audi-Design. Ob Linienführung, Verarbeitungspräzision, die Auswahl und das Zusammenspiel von Farben oder die durchweg haptisch gestalteten Bedienungselemente, die man berührt – immer liegt dem Betrachter das Urteil auf der Zunge: perfekt! Das gesamte Interieur sorgt für Bequemlichkeit, schafft Wohlfühlatmosphäre. Daran sind nicht zuletzt die Sitze maßgeblich beteiligt.

Charakter und Anspruch eines neuen A6 prägen auch dessen Infotainmentsysteme. Im Mittelpunkt: das optionale MMI Navigation plus mit MMI touch und 8-Zoll-Display. Und für Hörgenuss sorgt das Bang & Olufsen Advanced Sound System. Überraschendes Novum für jeden Autofahrer: Es gibt Zugriff auf Google, A6-Passagiere können über den Zugang zum Internet unterwegs surfen und mailen. Über das Bluetooth-Autotelefon und einen WLAN-Hotspot lassen sich bis zu acht Endgeräte – vom Laptop bis zum iPad – gleichzeitig anschließen.

Premium-Ansprüche erfüllt auch ein ganzes Paket von Assistenzsystemen. Es enthält beispielsweise die Funktionen Abstandhalten („adaptive cruise control“), Stop&Go, das Spurhalten („Audi side assist“) und den „7.Sinn“ in Gestalt von „Rettungssystemen“ („Audi pre sense front“, „Audi pre sense rear“), die u.a. mit einer Vollverzögerung des Fahrzeugs eingreifen, wenn ein Crash unvermeidlich zu sein scheint. Wertvolle Unterstützung kann der optionale Nachtsichtassistent geben, dessen Wärmebildkamera z.B. Fußgänger oder Tiere auf der Straße in einer Entfernung von bis zu 90 Metern deutlich abbildet.

Und dann ist da der wundersame Parkassistent. Er übernimmt auf Wunsch und einfachen Tastdruck das vollautomatische Einparken des Wagens nun sogar auch in Parklücken quer (!) zur Fahrtrichtung. Links oder rechts, egal. Dem Fahrer bleibt lediglich die Aufgabe, das Lenkrad loszulassen und beim Einrangieren dosiert Gas zu geben und nach Erreichen der Parkposition zu bremsen. Dieser ins Auto integrierte „Parkservice“ versetzte sicher jeden in Staunen, der das Wunder bei der Fahrvorstellung des neuen A6 hinter dem Lenkrad unbedingt einmal selbst erleben wollte.

Das Steuergerät der Scheinwerfer ist mit dem (optionalen) MMI Navigation plus und einem Lichtrechner vernetzt. So erfolgt, ausgelöst vom Navigationssystem, der Einsatz des Autobahnlichts (mit tempoabhängiger Reichweite des Lichtkegels), des Kurven- oder Abbiegelichts immer rechtzeitig vor der Situation, in der das spezielle Licht von Vorteil ist.

Ins richtige Licht rücken wird sich der neue A6 Ende März bei den Audi-Händlern. Ab 42.050 Euro ist der Sechszylinder zu haben; als 2.8 FSI multitronic (150 kW/204 PS). (Auto-Reporter.NET/Wolfram Riedel)(Foto: Audi/Auto-Reporter.NET )


Bilder:

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