Der neue Seat AlhambraSeat sieht sich als emotionsvolle und designorientierte Marke,

die in der spanischen Mittelmeer-Metropole Barcelona ihre Heimat hat – Modelle wie der Ibiza und Leon unterstreichen dieses Image. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass Seat Teil der großen Volkswagen-Familie ist und sich im Markenverbund nicht zuletzt wirtschaftlich behaupten muss. Wenn auch technische Gemeinsamkeiten bei der spanischen Marke willkommen sind, so steht eine optische Verbundenheit nicht für eine eigenständige Markenidentität. Hierfür ist der Seat Exeo ein Beispiel, der nichts anders ist als der modifizierte Vorgänger des Audi A4. Weil Seat in der Mittelklasse vertreten sein will, hat man die Produktionsanlagen des A4 nach Spanien transportiert und baut ihn dort als Exeo weiter. Aus wirtschaftlicher Sicht eine gute Entscheidung, die aber einmalig gewesen sein soll und nicht die eigentliche Modellpolitik von Seat widerspiegelt.

Dagegen hat die enge optische Verbundenheit beim Alhambra zum VW Sharan schon Tradition. Das spanische Modell ist der Zwillingsbruder des deutschen Familienvans: Da ist es kein Zufall, das sowohl der Sharan wie auch der Alhambra im VW-Werk im portugiesischen Palmela gemeinsam vom Band rollen. Der neue Alhambra, der Anfang Oktober in Deutschland startet, ist kein Auto der Emotionen oder des Designs. Nein, der Alhambra verkörpert aber jene Erwartungen, die eine mehrköpfige Familie an ihr Fortbewegungsmittel stellt. Seat punktet nicht nur mit einem großzügigen Raumangebot, innovativen Detaillösungen, einem sicheren Fahrverhalten und wirtschaftlichen Motoren sondern auch mit einem guten Preis-/Leistungsverhältnis – typisch Seat. Der VW Sharan startet bei 28.875 Euro, der neue Seat Alhambra ist schon für 27.500 Euro zu haben – ohne Abstriche bei der Serienausstattung zu machen.

Dass Seat für seinen Alhambra erneut auf die Basis des neuen Sharan zurückgreift ist eine Entscheidung, deren Hintergrund aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten umgesetzt wurde – und ein Vorteil für den Seat-Kunden ist. Dass beim Alhambra mit spitzem Bleistift gerechnet wurde ist klar, schließlich soll er kein Ladenhüter werden. Davor braucht Seat in einem wachsenden Segment keine Angst zu haben, „der neue Alhambra ist das preiswerteste Auto seiner Klasse“, bestätigt Rolf Dielenschneider, Geschäftsführer der Seat Deutschland GmbH, während der Vorstellung in Barcelona.

Mit einer stattlichen Länge von 4,85 Meter ist der neue Alhambra gegenüber dem Vorgänger um 22 Zentimeter gewachsen und in der Breite um neun Zentimeter auf 1,90 Meter. Platz bietet er in Hülle und Fülle. Als praktisch erweisen sich die serienmäßigen Schiebetüren, die sich auch elektrisch betätigen lassen (Aufpreis 900 Euro). Wer möchte, kann den Alhambra als Siebensitzer mit drei Einzelsitze in der zweiten Reihe und zwei Einzelsitze in der dritten Reihe bestellen. Der Aufpreis von 1.440 Euro beinhaltet zudem eine getrennt regelbare Klimaanlage für vorne und hinten. Aufgrund des Raumangebots können selbst Erwachsene in der dritten Reihe angemessen sitzen. Dann ist der Gepäckraum aber auf 267 Liter minimiert. Praktisch: Die fünf Einzelsitze können mit wenigen Handgriffen in den Wagenboden geklappt werden und eine Ladevolumen von 2.300 Liter steht zur Verfügung.

Zum Verkaufsstart gibt es den neuen Alhambra in zwei Ausstattungen (Reference und Style) sowie mit drei Motorisierungen. Bei allen Versionen ist stets der Schriftzug „e Ecomotive“ am Heck zu lesen, der mit serienmäßiger Start-Stopp-Automatik und Rekuperation das hauseigene Effizienzpaket signalisiert. Auch wenn für das nächste Jahr fünf weitere Motoren für den Alhambra angekündigt werden, so bietet der 1.4 TSI (150 PS/110 kW) mit seinem Twincharger-Prinzip von Kompressor und Turbolader eine gute Basis. Der Vierzylinder-Direkteinspritzer-Benziner ist nicht nur sparsam (7,2 Liter/100 km) sondern auch flott (197 km/h Höchstgeschwindigkeit) unterwegs. Den 2.0 TDI ist ab 29.450 Euro zu haben, hierfür gibt es 140 PS (103 kW) und ein manuelles Sechsganggetriebe. Der 170 PS-TDI startet bei 32.950 Euro, der stets serienmäßig mit dem hervorragenden Doppelkupplungsgetriebe (6-Gang-DSG) kombiniert ist. Der Familienvan verwöhnt nicht nur mit guten Fahrleistungen, sondern auch mit einem Verbrauch von 5,9 Liter auf 100 km.

Bleibt nur die Frage offen: Wo verbirgt sich der Unterschied zum Sharan? Die Antwort lautet: Das Markenlogo, der geänderte Kühlergrill, das Seat-Lenkrad und die Preisdifferenz. Wenn dies keine Gründe sind, sich für den neuen Seat Alhambra zu entscheiden. (Auto-Reporter.NET/Peter Hartmann)(Foto: Seat/Auto-Reporter.NET)

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