Audi A1Geht das oder geht’s nicht? – Anzunehmen,

dass bei Audi länger debattiert wurde, ob sich der Premiumanspruch der Marke auch auf einen Kleinwagen übertragen ließe. Durchgesetzt hat sich am Ende, wie wir inzwischen wissen, die Überzeugung, dass beileibe nicht allein das Bandmaß entscheidet, ob ein Pkw dem automobilen Premium zugerechnet werden kann.

Warum sich solches Argument nicht früher durchgesetzt habe, könnte es heißen. Dafür finden sich Erklärungen. Nie zuvor, von den Anfängen der individuellen Nachkriegsmotorisierung abgesehen, hat es nicht nur in unserem Lande einen so auffälligen Trend hin zu Pkws kleinerer Konturen gegeben, wie er sich in unseren Tagen abzeichnet. Die Abwrackprämie mag die Orientierung auf kleinere Autos noch verstärkt haben. Und auch wer argumentiert, immer mehr Autokäufern fehle einfach das Geld zur Anschaffung und zum Unterhalt eines größeren und teureren Wagens, liegt ja nicht falsch. Fragwürdig dagegen bliebe die Annahme, dass der bewusste Verzicht auf „mehr Auto“ ein Zeichen des allgemein gewachsenen Umweltbewusstseins sei. Mancher verfällt gar der Illusion, kleine Pkws, die wenig Kraftstoff verbrauchen und dementsprechend geringere Mengen CO2 ausstoßen, formierten sich zum Bollwerk gegen die von der Politik ins Spiel gebrachte Erderwärmung. Schon zu lange ist den Menschen das CO2-Märchen erzählt worden, um sie einsichtig und opferbereit zu machen. Bei solchem Dauerbeschuss mit dem vermeintlich bösen Kohlendioxid gibt es den einen oder anderen Treffer.

Mit den vermuteten Chancen für Premium im Kleinwagenformat hat das alles nichts zu tun. Vielmehr wirkt die Tatsache, dass die Ansprüche von Autokäufern segmentübergreifend wachsen; rapid sogar. Erwartet werden auch im Kleinwagensegment verführerische Ausstattungen. Die permanente „Aufrüstung“ findet längst schleichend statt. Kleinwagen-Kundschaft ist anspruchsvoller geworden. Klimaanlagen, Navigations- und Audiosysteme, die selbst in relativ engen „Gehäusen“ wohligen Sound bescheren, erobern zumindest als Optionen die Ausstattungslisten im Kleinwagensegment. Immer deutlicher wurde, dass es sogar Platz und Interesse für automobiles Premium gibt.

Mit seinem neuen Kleinwagen, 1.040 Kilo leicht, will Audi dem entsprechen. Mehr noch: Nach erstem näheren Kennenlernen dieses Autos bei der internationalen Fahrpräsentation des A1, die dieser Tage in der Region Berlin-Brandenburg ablief, lässt sich behaupten, dass die zur Führung übergegangene deutsche Premiummarke mit dem ersten Kleinwagen, der ganz ihrem erhobenen Anspruch folgt, den sprichwörtlichen Vogel abschießt.

Der A1 als ein echter Audi mit sportlichem Touch umwirbt zuerst jüngere Autointeressenten. Auf den ersten Blick weckt das Auto außen wie innen Emotionen. Die Wahl der Materialen, deren farbliches Zusammenspiel und die Verarbeitungsqualität dürften höchste Käufererwartungen erfüllen. Individualisierungsmöglichkeiten gibt es in Hülle und Fülle. Die Ausstattung setzt Maßstäbe. Nicht nur das MMI, das modifizierte Infotainment des Flaggschiffs A8, das u.a. die Anbindung einer Vielzahl von Mediaplayern erlaubt, lasse Wettbewerber weit hinter sich, urteilt Lars Adler, der bei Audi das Produktmarketing in Sachen A1 betreut. Die Radio- und Navigationssysteme mit 6.5-Zoll-Farbbildschirm, aber auch das Bose-Soundsystem veredeln den Kleinwagen. Eine echte Innovation sei beispielsweise auch, dass die Hardware fürs Navigationssystem im Fall der Wahl des Radio-Pakets „Concert“ bereits vorinstalliert ist.

Direkteinsspritzung und Turboaufladung kennzeichnen die zunächst vorgesehenen Triebwerke im Leistungsspektrum von 63 kW/86 PS über 77 kW/105 PS bis hin zu 90 kW/122 PS, deren Kraftstoffdurchschnittsverbrauch zwischen 3,9 und 5,3 Litern (TDI/ TFSI) pendelt. Rekuperations- und Start-Stopp-System sind selbstverständlich serienmäßig dabei. Auch das ein Ausrufezeichen: Beim derzeitigen Spitzenmodell A1 1.4 TFSI kommt das siebengängige Doppelkupplungsgetriebes S-tronic zum Einsatz.

In nächster Zeit werden dem weltweit ersten Premium-Kleinwagen sicher zahlreiche Test- und Fahrberichte gewidmet, die Gelegenheit geben, auf vererbte Audi-Gene im A1 näher einzugehen, die sich nicht zuletzt im Fahrwerk niederschlagen. Eigentlich aber wirbt das Auto für sich selbst, sobald es auf der Straße auftaucht. Im Blick habe Audi mit dem neuen Einstieg in die Welt der Marke vor allem Lifestyle-orientierte Autokäufer, für die „Individualität, Qualität und Design eine entscheidende Rolle spielen“, sagt der Audi-Vorstand für Technische Entwicklung, Michael Dick. (auto-reporter.net/Wolfram Riedel)

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