Sicherheit durch Winterreifen

Winterreifen sind bei Schnee, Schneematsch und Glätte inzwischen in vielen Ländern Pflicht. In Deutschland ist ihre Verwendung seit 2010 durch die Straßenverkehrsordnung (StVO) gesetzlich vorgeschrieben. Winterreifen verfügen über eine spezielle Gummi-Mischung, die auch bei Kälte ausreichend elastisch bleibt, um eine gute Kraftübertragung und Haftung des Reifens auf dem Untergrund zu garantieren. In der StVO werden die Winterreifen übrigens nicht als solche, sondern als "M+S" (Mud and Snow/Matsch- und Schnee)-Reifen bezeichnet. Ihre Eigenschaften sind seit 2009 durch die EU-Richtlinie 92/23/EWG europaweit geregelt. Wichtig ist dabei, dass die Winterreifen durch ihre Laufflächenmischung, ihr Laufflächenprofil und ihren gesamten Aufbau auf Schnee bessere Fahreigenschaften erzielen als normale Reifen.

Für die Verwendung der Winterreifen ist durch die StVO kein saisonaler Stichtag vorgesehen, der Gesetzestext schreibt lediglich vor, dass Kraftfahrzeuge bei Schnee und Schneematsch, Glatteis, Schnee-, Eis- und Reifglätte nur mit M+S-Reifen gefahren werden dürfen. Das Fahrzeug muss grundsätzlich an allen Radpositionen mit Winterreifen ausgestattet werden, um die gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen. Auch Fahrzeuge, die im Ausland zugelassen wurden, unterliegen in Deutschland der Winterreifen-Pflicht. Winterreifen oder Ganzjahresreifen, die vor der Verabschiedung der  EU-Richtlinie im Fachhandel erworben wurden, genießen bisher Bestandsschutz. Reifen mit M+S-Kennzeichnung oder einer Bergpiktogramm-/Schneeflocken-Markierung erfüllen auf jeden Fall die Funktionalitätskriterien für Winterreifen. Langfristig soll eine einheitliche gesetzliche EU-Regelung inklusive einer einheitlichen Kennzeichnung der Winterreifen folgen.

Verzicht auf Winterreifen - Verkehrsverstoß mit versicherungsrechtlichen Konsequenzen

Die Winterreifenpflicht erstreckt sich auf alle Kraftfahrzeuge. Ausnahmeregelungen gelten für LKWs und Busse, bei denen die Winterreifen nur für die Antriebsachsen vorgeschrieben sind, sowie für einige Land- und forstwirtschaftliche Nutzfahrzeuge. Anhänger sind grundsätzlich von der Winterreifenpflicht befreit, aus Sicherheitsgründen sind diese jedoch auch in diesem Fall dringend zu empfehlen.
Das Fahren mit Sommerreifen auf verschneiten Straßen gilt rechtlich als Verkehrsverstoß, für den nicht der Halter, sondern der Fahrer des Kraftfahrzeuges geradestehen muss. Wer bei der entsprechenden Witterung ohne Winterreifen angetroffen wird, muss mit einem Bußgeld von 40 Euro sowie einem Punkt im Flensburger Verkehrszentralregister rechnen. Wenn ein Fahrzeug aufgrund fehlender Winterreifen den Verkehr behindert, verdoppelt sich das Bußgeld auf 80 Euro.
Eine Verletzung der Winterreifenpflicht hat außerdem versicherungsrechtliche Konsequenzen. Das Fahren mit Sommerreifen kann in diesem Fall bei einem Unfall zu einer erheblichen Kürzung der Leistungen der Kasko-Versicherungssumme führen. Die Auto-Haftpflichtversicherung stellt daneben oft auf eine Mithaftung des Fahrers ab, wenn nicht eindeutig nachgewiesen werden kann, dass die Sommerreifen nicht zum Unfallgeschehen beigetragen haben.
Bei einer Reifenpanne dürfen Winterreifen übrigens kurzzeitig durch Sommerreifen ersetzt werden, ohne dass Verkehrs- oder versicherungsrechtliche Folgen drohen. Die Fahrt darf in diesem Fall zunächst unter Beachtung eines vorsichtigen Fahrstils fortgesetzt werden, das Aufziehen neuer Winterreifen soll dann bei nächstmöglicher Gelegenheit erfolgen.

Reifen mit grobstolligen Profilen erfüllen die Kriterien für Winterreifen

Motorräder und Quads werden als Kraftfahrzeuge theoretisch ebenfalls von der Winterreifenpflicht erfasst, in der  Praxis sind für diese Fahrzeuge jedoch nur wenige Reifen mit M+S-Kennzeichnung erhältlich. Das Verkehrsministerium hat deshalb hierfür eine Sonderregelung erlassen: Sogenannte Off-Road-Reifen, die durch ihr grobstolliges Profil offensichtlich über die Fahreigenschaften von Winterreifen verfügen, sind für Motorräder und Quads als solche zugelassen. Reifen mit einem typischen Straßenprofil gelten dagegen als Sommerreifen.
Verkehrs-Experten weisen in diesem Kontext darauf hin, dass die Frage, ob die Definition eines Reifens als Winterreifen bisher nicht von der Kennzeichnung (M+S, Schneeflockensymbol etc.) sondern von den Reifeneigenschaften abhängt. Reifen mit grobstolligen Profilen und damit nahezu jeder Enduro-Reifen erfüllen daher generell die gesetzlichen Anforderungen an einen Winterreifen.

 


 

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