Le Mans 2012: Audi-Erfolg im Rückblick

Audi Erfolge 2012 in Le Mans

Es war ein Sieg wie auf dem Reißbrett, den Audi mit seinen vier R18 während der 24 Stunden von Le Mans abgeliefert hat: Vier Fahrzeuge am Start, vier Fahrzeuge unter den ersten Fünf, drei auf dem Podest. Das Besondere: Erstmals siegte ein Hybrid-Fahrzeug bei diesem Rennauftritt. Zweifellos wird diese vor 240.000 Zuschauern abgelieferte 24-Stunden-Show in das Motorsport-Geschichtsbuch der Ingolstädter eingehen. Immerhin sorgte ein Technologie-Debüt für Audis elften Le-Mans-Erfolg. Entsprechend erleichtert und freudig die an diesem Triumph Beteiligten.

Allen voran freut sich Audis Motorsportchef Wolfgang Ullrich über den Treffer gleich „im ersten Anlauf“. So waren die Ingolstädter die ersten, die in Le Mans mit einem Turbo-Benziner-Direkteinspritzer und einem Dieselmotor angetreten waren. Beide Male aus dem Stand mit Erfolg. „Dass Audi nun auch die erste Marke ist, die es geschafft hat, mit einem Hybrid-Fahrzeug zu siegen – und zwar wie auch mit den beiden anderen Technologien im ersten Anlauf“, sei schon ein historischer Sieg. „Und das auch noch mit beiden R18 e-tron quattro auf den ersten beiden Plätzen.“

Team Fässler/Lotterer/Tréluyer

Von einem Rennen mit „vielen Höhen und Tiefen“ spricht Marcel Fässler, Pilot im Team vom R18 e-tron quattro mit Startnummer 1: „Ich hatte ein tolles Team. Die Mechaniker haben nach dem Unfall bei der Reparatur alles gegeben, um das Auto so schnell wie möglich wieder herzurichten.“ Seinen Fahrerkollegen André Lotterer und Benoît Tréluyer bescheinigt er „einen fantastischen Job“.

Auch Lotterer ist begeistert. „Es war ‚real racing’“, freut sich der Deutsche, denn Audi Sport habe erlaubt, alles zu geben, auch im Zweikampf mit der Startnummer „2“. „Es war ein wirklich anstrengendes Rennen. Vor einem Jahr haben wir gegen Peugeot gekämpft, in diesem Jahr zu Rennbeginn gegen Toyota. Leider ist unser Gegner ausgefallen. Aber wir haben uns auch ein sehr hartes Rennen mit der Startnummer ‚2’ im eigenen Team geliefert.“ Im Vorjahr war Lotterer mit Team nach zwei großen Unfällen alleine gegen Peugeot unterwegs. In diesem Jahr sei das Vertrauen der ganzen Mannschaft untereinander nochmals gewachsen.

Der Dritte im Bunde mit der Startnummer „1“, Benoît Tréluyer, bilanziert ein „sehr hartes Rennen“, zumal der Verkehr auf der Strecke in diesem Jahr besonders dicht gewesen sei. „Man musste extrem aufpassen, beim Überrunden nicht von der Ideallinie abzukommen, da die Strecke dort unglaublich rutschig war. Es gab einige heikle Manöver.“ Für Tréluyer war der teaminterne Fight mit Startnummer „2“ nicht nur ein interessantes und faires Duell, sondern auch ein Paradestück des Hybrid-Autos und Beleg für das in ihm schlummernde Potenzial.

Team Capello/Kristensen/McNish

Auf den zweiten Podestplatz fuhr das Team Capello/Kristensen/McNish in ihrem Audi R18 e-tron quattro #2: Doch der Sieg kam nicht von ungefähr. Nach dem Unfall haben sie um den Sieg kämpfen müssen, wie Dindo Capello bekennt. Und dazu müsse man auch Risiken wagen, ohne die hätte Audi im vergangenen Jahr nicht gesiegt. „Daher sind wir auch in diesem Jahr Risiken eingegangen. Das Ergebnis ist enttäuschend für das ganze Team und besonders für Allan.“ McNish war in den Porsche-Kurven auf ein langsameres GT-Fahrzeug aufgelaufen und landete in den Leitplanken. Capello: „Als Rennfahrer, weiß ich, wie er sich jetzt fühlt. Tom (Kristensen) und ich wissen, dass so etwas jedem Fahrer jederzeit passieren kann, insbesondere, wenn man um den Sieg kämpft. Hier in Le Mans darf man während des Rennens mittlerweile keine Zehntelsekunde mehr verschenken. Manchmal geht es gut aus und manchmal nicht. Für uns ist es diesmal schiefgegangen. Aber beim nächsten Mal haben wir wieder mehr Glück.“

„Ich bin am Boden zerstört,“ fasst McNish seine Gefühlslage zusammen. Ihm tut es leid fürs Team, die Ingenieure und Mechaniker, die während des ganzen Rennens perfekt gearbeitet hätten. „Trotz einiger Probleme haben wir bis zu meinem Unfall um den Sieg gekämpft.“ McNish hatte erwartet, dass das langsamere GT-Fahrzeug, auf das er aufgelaufen war, rechts bleibt. Doch er hatte sich geirrt. Was folgte, waren ein Dreher und der Abflug in die Leitplanke. Frontverkleidung und Radaufhängung wurden beschädigt. Die Reparatur kostete das Team zwei Runden.

Tom Kristensen ist vom Rennen begeistert. Vor allem die drei Stints in der Nacht haben ihm viel Spaß gemacht. „Ich sollte so schnell wie möglich fahren und trotzdem mit jeder Tankfüllung zwölf Runden schaffen. Das ist mir jedes Mal gelungen. Besonders als wir am Morgen viel Zeit gut gemacht und sogar die Führung übernommen haben, waren wir sehr zuversichtlich.“ Traurig macht ihn, dass er in den Schlussrunden nicht mehr mit Lotterer um den Sieg kämpfen konnte. Aber noch trauriger sei er, dass Capello bei seinem letzten Start in Le Mans nicht gewonnen habe. „Er hätte es verdient gehabt. Wir haben alles dafür gegeben. Herzlichen Glückwunsch an das Auto mit der Nummer ‚1’!“

Team Bonanomi/Jarvis/Rockenfeller

Der dritte R18 am Start war ein ultra. Mit der Startnummer „4“ waren Marco Bonanomi, Oliver Jarvis und Mike Rockenfeller unterwegs. Bonanomi war begeistert, beim ersten Le-Mans-Start sofort aufs Podium gefahren zu sein. Doch einfach war es nicht: Ein früher Reifenschaden und Getriebeprobleme hielten die drei Piloten wach. „Aber wir waren sehr schnell und haben keine Fehler gemacht“, so Bonanomi. Jarvis fasst zusammen: „Ein Rennen mit sehr vielen Aufs und Abs.“ Es habe Phasen gegeben, da hätte er nie geglaubt, es aufs Podium schaffen zu können. „Wir waren einige Stunden sehr schnell unterwegs und dann blieb unser Auto plötzlich auf der Strecke stehen. Da dachte ich, jetzt ist es vorbei.“ Die Fahrt aufs Podium war für Rockenfeller ein „Minimal-Ziel“. „Um ganz vorn mitzukämpfen, waren wir über weite Teile des Rennens nicht schnell genug. Dennoch danke an das Team und meine beiden Mitstreiter, wir haben das Beste daraus gemacht und uns keine Fehler geleistet.“

Team Dumas/Duval/Gené

Sie waren vom Startplatz 2 ins Rennen gegangen und fuhren mit ihrem Audi R18 ultra (#3) auf Platz 5: Das Team Dumas/Duval/Gené hatte ein gutes Rennen, wurde aber  wir von zwei Unfällen eingebremst. Eines nimmt Dumas auf seine Kappe. „Alleine dieser Zwischenfall hat uns so viele Runden gekostet, dass der Sprung aufs Podest nicht mehr möglich war.“ Loïc Duval: „Von den Zwischenfällen abgesehen lief unser Auto hervorragend, aber es ging sehr eng an der Spitze zu, daher konnten wir nicht mehr ans Spitzentrio anschließen.“ Bei aller Trauer über einen verpassten Podestplatz freut sich Gené dennoch: „Das Wichtigste ist jedoch, dass Audi ein Dreifachsieg gelungen ist. Ich bin froh, dass ich sehr viele Runden gefahren bin und viel gelernt habe, wovon ich kommenden Jahr profitieren kann.“ (Auto-Reporter.NET/arie)(Foto: UnitedPictures/Auto-Reporter.NET)


 

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