24h Le Mans 2012: Audis R18 quattro waren die Hauptdarsteller

Audi R18 Quattro beim 24 Stunden Rennen in Le Mans

Welches Potenzial in den Technologien von Audis R18 steckt, zeigten die vier gestarteten Rennboliden während der vergangenen 24 Stunden in Le Mans, bei denen die Ingolstädter den Ton angaben. Nur am Samstagabend mussten die e-tron quattro Hybrid einmal für wenige Runden die Führungsposition einem der beiden Toyota-Hybrid überlassen. Nach den vorzeitigen Ausfällen der schärfsten Konkurrenten lieferten sich die beiden R18 e-tron quattro die ganze Nacht hindurch bis Sonntagmittag ein packendes Duell um den Sieg, bei dem die Führung mehrfach wechselte und die beiden Diesel-Hybrid-Renner oft nur wenige Sekunden voneinander getrennt waren.

Im Heck aller vier Audi R18 arbeitete die neueste Ausbaustufe des 2011 erstmals in Le Mans eingesetzten kompakten V6-TDI-Motors mit VTG-Mono-Turbolader. Den Härtetest über 5.151 Kilometer gut überstanden hat auch das neue ultra-leichte Getriebe mit Kohlefasergehäuse. Es kam erstmals in einem Le-Mans-Sportwagen zum Einsatz. Audi ist mit seinen Kernkompetenzen ultra-Leichtbau und Allradantrieb quattro in einer interessanten Kombination an den Start gegangen. Und hat gesiegt.

Ein Unfall von Allan McNish in den schnellen Porsche-Kurven sorgte weniger als drei Stunden vor dem Ziel für die Vorentscheidung. Dem Audi Sport Team Joest gelang es, den im Bereich der Frontpartie stark beschädigten R18 e-tron quattro in rekordverdächtiger Zeit zu reparieren und so den zweiten Platz zu retten. In der Anfangsphase hatte die Startnummer „2“ bereits fast eine Runde verloren, nachdem sich ein massives Stück Gummiabrieb im Bereich der Hinterradaufhängung festgesetzt hatte. Dindo Capello, Tom Kristensen und Allan McNish eroberten mit ihrem zweiten Platz die Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft zurück.

Zwischenfälle auch bei Startnummer „1“

Auch der Siegerwagen mit der Chassisnummer R18-208H und dem Spitznamen „Electra“ blieb nicht von Zwischenfällen verschont. Marcel Fässler touchierte am Sonntagmorgen zweimal die Streckenbegrenzung: das erste Mal nach einem Dreher bei hoher Geschwindigkeit, das zweite Mal, als er in der Mulsanne-Kurve einem quer auf der Strecke stehenden GT-Fahrzeug ausweichen musste. Benoît Tréluyer, der unter einer starken Erkältung litt, die er sich am Freitag bei der verregneten Fahrerparade in der Innenstadt von Le Mans eingefangen hatte, drehte sich einmal in der Boxeneinfahrt.

Rockenfeller kehrt aufs Podium zurück

Der drittplatzierte Audi R18 ultra mit der Startnummer „4“ verlor gleich zu Beginn des Rennens eine Runde durch einen Check der Hinterradaufhängung. Am späten Sonntagvormittag blieb zweimal ein Gang stecken, was jeweils durch das Ein- und Ausschalten der Zündung vom Fahrer behoben werden konnte. Anschließend lief der R18 wieder einwandfrei und ermöglichte Marco Bonanomi und Oliver Jarvis die erste Podiumsplatzierung in Le Mans gemeinsam mit Mike Rockenfeller, der ein Jahr nach seinem schweren Unfall auf das Podium zurückkehrte.

Ausrutscher bringen Duval um Siegchancen

Loïc Duval im R18 ultra mit Startnummer „3“ imponierte in Le Mans mit der schnellsten Runde des Rennens. Um seine Siegchancen brachte sich der Franzose mit seinem Team jedoch durch zwei fast identische Ausrutscher. Am Samstagabend kam Romain Dumas in der ersten Schikane beim Überrunden eines GT-Fahrzeugs auf den schmutzigen Teil der Strecke und rutschte gegen die Streckenbegrenzung. Dasselbe Missgeschick passierte Marc Gené Sonntagmittag. Der R18 wurde zwar in kürzester Zeit wieder repariert, insgesamt gingen aber zwölf Runden verloren.

Sportchef Wolfgang Ullrich sieht sich in seiner ihm eigenen Zurückhaltung bestätigt: „Man darf sich in Le Mans einfach nicht zu früh freuen, was man speziell am Sonntagmittag wieder gesehen hat. Alle Welt sprach schon von einem Vierfachsieg und plötzlich haben zwei unserer Autos fast gleichzeitig Unfälle.“ Imponiert hat ihm die Boxenarbeit vom Audi Sport Team Joest. „Dass es die Mannschaft in diesem Rennen immer wieder geschafft hat, die Fahrzeuge nach den Ausrutschern so schnell zu reparieren“, spreche eindeutig für das Team, das in Le Mans einfach eine Bank sei. Ullrich: „Insgesamt kann ich nur den Hut vor der gesamten Mannschaft von Audi Sport ziehen, die ein Jahr extrem hart gearbeitet hat, um diesen Triumph möglich zu machen.“ In so kurzer Zeit ein Hybrid-Fahrzeug zu entwickeln, das schnell ist und gleichzeitig auch in der Lage, 24 Stunden durchzuhalten, erkennt Ullrich als besondere Herausforderung an und erinnert in dem Zusammenhang an das Debüt des TFSI-Motors und des TDI, mit denen es 2001 bzw. 2006 ebenfalls gleich auf Anhieb geklappt hatte. (Auto-Reporter.NET/arie)(Foto: UnitedPictures/Auto-Reporter.NET)


 

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