24h Le Mans 2012: Lotterer fuhr auf die erste Hybrid-Pole

Die erste Pole für einen Hybrid

Das ist schon eine Premiere, wie sie sich die Audi-Mannen besser nicht wünschen könnten. Nicht nur dass sie beim 24 Stunden von Le Mans erstmals ihren Sportwagen mit einem Diesel-Hybrid arbeiten lassen, dieser Allrad-Bolide schaffte bei der 80. Auflage des Langstrecken-Klassikers auch noch die Pole Position. So startet heute um 15 Uhr der Audi R18 e-tron quattro mit der Startnummer „1“ auch von Startplatz eins.

„Das Auto fuhr wie auf Schienen, einfach unglaublich“, schwärmte der 31-jährige André Lotterer über den neuartigen, elektrischen quattro-Antrieb, der in Ingolstadt bereits für den Serieneinsatz in Probe läuft. Lotterer hatte mit seinem Diesel-Hybrid im Abschlusstraining am Donnerstagabend kurz nach 22 Uhr die schnellste Runde von 3.23,787 Minuten eingefahren und damit seine Vorjahres-Bestzeit noch einmal um fast zwei Sekunden unterboten. In dem R18 e-tron quattro hat Audi Sport die TDI-Power an der Hinterachse mit einer elektrisch angetriebenen Vorderachse kombiniert. Und das offenbar mit Erfolg.

Aber nicht nur der R18 e-tron quattro hatte überzeugt: WM-Spitzenreiter Loïc Duval war im schnellsten konventionell angetriebenen R18 ultra (Startnummer „3“) lediglich 0,291 Sekunden langsamer. Der Franzose hatte schon damit gerechnet, unterboten zu werden, da seine Runde „nicht komplett frei“ war. Doch sein Hauptziel, nämlich schneller zu sein als Toyota, die sich in diesem Jahr mit Audi „duellieren“ und auch mit Hybrid-Technik antreten, sei erreicht, freut sich Duval. Damit starten zwei R18 aus der ersten Reihe. Für Audi war es nach 2000, 2001, 2002, 2004, 2006 und 2011 die siebte Pole-Position in Le Mans. Jedes Mal sicherte sich die Marke dabei auch die komplette erste Startreihe, allerdings noch nie mit zwei unterschiedlichen Technologien.

Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen fuhr im Audi R18 e-tron quattro mit der Startnummer „2“ hinter dem schnellsten Hybrid-Fahrzeug von Toyota die viertschnellste Runde (3.25,433 Minuten). Le-Mans-Neuling Marco Bonanomi holte im Audi R18 ultra mit der Startnummer „4“ Startplatz sechs (3.26,420 Minuten). Damit qualifizierten sich alle vier Fahrzeuge des Audi Sport Team Joest für die ersten drei Startreihen.

Pole ist die eine Seite, das Rennen die andere. Entsprechend verhalten auch die Euphorie bei Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich: „Natürlich sind wir stolz, als erster Automobilhersteller in Le Mans die Pole-Position mit einem Hybrid-Fahrzeug geholt und dabei die beiden Toyota-Hybrid hinter uns gelassen zu haben.“ Das sei aber nur ein ganz kleiner Schritt. „Die wesentlich größere Aufgabe steht uns noch bevor – das Rennen.“

Ergebnis Qualifying

  1. Fässler/Lotterer/Tréluyer (Audi R18 e-tron quattro) 3.23,787 Min.
  2. Dumas/Duval/Gené (Audi R18 ultra) 3.24,078 Min.
  3. Davidson/Buemi/Sarrazin (Toyota) 3.24,842 Min.
  4. Capello/Kristensen/McNish (Audi R18 e-tron quattro) 3.25,433 Min.
  5. Wurz/Lapierre/Nakajima (Toyota) 3.25,488 Min.
  6. Bonanomi/Jarvis/Rockenfeller (Audi R18 ultra) 3.26,420 Min.
  7. Leventis/Watts/Kane (HPD Honda) 3.29,622 Min.
  8. Prost/Jani/Heidfeld (Lola-Toyota) 3.29,837 Min.
  9. Belicchi/Primat/Bleekemolen (Lola-Toyota) 3.31,866 Min.
  10. Bourdais/Minassian/Ara (Dome-Judd) 3.33,066 Min.

 Das Rennen startet um 15 Uhr und wird von zahlreichen TV-Sendern live übertragen. Unter www.audi-liveracing.com kann das Rennen permanent aus der Onboard-Perspektive der Audi R18 miterlebt werden. (Auto-Reporter.NET/arie)(Foto: UnitedPictures/Auto-Reporter.NET)


 

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