Rallye Monte Carlo 2012: Die Mutter läutet die WM-Saison einDrei Jahre musste die Rallye-Weltmeisterschaft ohne ihr eigentliches Highlight auskommen,

die Rallye Monte Carlo (18.-22.01.2012). Jetzt dürfen sich die vielen Fans vor Ort und vor den Fernsehbildschirmen freuen: In dieser Saison eröffnet die „Königin unter den Rallyes“ wieder den WM-Kalender – und hat viele ihrer traditionellen Eigenarten bewahrt. Die 1,6 Liter großen Turbomotoren werden wieder durch die Täler der See-Alpen röhren, wenn die beiden klassischen Wertungsprüfungen (WP) „Le Moulinon“ und „Burzet“ gleich zweimal auf dem Programm stehen – der Startort Valence beheimatet den Service-Park. Anschließend zieht der Rallye-Tross mit Sack und Pack ins Mittelmeer-Fürstentum um. Dann sind je zwei Fahrten über den berühmten „Col de Turini“ und die WP „Lantosque – Luceram“ vorgesehen, die letzte Schleife ab 19.34 Uhr sogar bei Dunkelheit – Reminiszenz an die legendäre „Nacht der langen Messer“. Zum Finale folgt dann am Sonntagmorgen noch die auf 5,16 Kilometer verkürzte Überquerung des „Col de la Madone“. Sie bildet den Rahmen für die live im Fernsehen übertragene „Power Stage“, auf der die drei Schnellsten mit bis zu drei WM-Bonuspunkten belohnt werden.


Trockener Asphalt, Schnee, Eis, verschmutzte Kurven, heimtückische Glätte, nasse Passagen oder wassertriefende Straßen – und dies alles im Extremfall auf nur einer einzigen Wertungsprüfungen: Mit ihren oftmals heimtückischen Seealpen-Pässen, immensen Höhenunterschieden und besonders unberechenbarem Wetter ist die Rallye Monte Carlo bei den Fahrern durchaus gefürchtet. Nirgendwo sonst kommt der perfekten Reifenwahl eine so große Bedeutung zu wie hier. Der großen Bandbreite an unterschiedlichen Streckenbedingungen zollt auch das Reglement Tribut: Bei der „Monte“ dürfen die von Michelin ausgerüsteten World Rally Car-Fahrer aus fünf jeweils 18 Zoll hohen Reifentypen auswählen. Neben einem reinen Schnee-Pneu mit und ohne Spikes stehen reine Asphalt-Reifen in drei verschiedenen Laufflächenmischungen bereit. Sie zeichnen sich durch ein einheitliches Laufflächenprofil aus, das auf nasser wie auf trockener Straße gleichermaßen funktionieren muss.

Doch es kommt noch dicker: Ab dieser Saison müssen die WRC-Piloten wesentlich bewusster mit den Michelin Rennreifen ihrer Boliden umgehen – das Reglement hat das Reifenangebot pro Fahrer um gut 20 Prozent zusammengekürzt. Pro Reifenwechsel sind in der Regel nur noch fünf statt sechs Pneus gestattet. Damit entfällt die Möglichkeit, zwischen zwei Prüfungen eine Fahrzeugachse mit zwei Reserverädern neu zu bestücken. Für die Mehrzahl der WM-Läufe bedeutet dies: Die Menge der eingesetzten Reifen sinkt pro Auto von 42 auf nur noch 35 – dies spart nicht nur Kosten, sondern entlastet auch die Umwelt.

Für 2013 und 2014 soll das Kontingent nochmals verkleinert werden. Auch wenn es überraschen mag: Der Reifenhersteller Michelin begrüßt diese Entscheidung nicht nur, der Reifenspezialist hat die Entwicklung sogar selbst angeschoben – denn auf diese Weise rücken die Ausdauer-Fähigkeiten der Pneus und ihre Vielseitigkeit wieder stärker in den Vordergrund. Anforderungen, die auch jeder Serienreifen im täglichen Straßenverkehr bewältigen muss und die den Technologie-Transfer zwischen Rallye- und Serien-Pneus weiter beflügeln. Für die mit 433,36 Wertungsprüfungs-Kilometer besonders lange Rallye Monte Carlo mit ihren speziellen Witterungsbedingungen gestattet die FIA (Fédération Internationale d’Automobile) allerdings eine Ausnahme von dieser Regel: Hier kann Michelin jedem World Rally Car seiner Partnerteams 84 Reifen zur Verfügung stellen, von denen bis zu 45 während der Veranstaltung eingesetzt werden dürfen. (Auto-Reporter.NET/pha) (Foto: VWM/Auto-Reporter.NET)


 

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