Techno Classica 2012: Alfa Romeo feiert drei runde Geburtstage

Geburtstagsfeier auf der Techno Classica 2012

Die diesjährige Techno Classica in Essen (22. bis 25. März) nutzt Alfa Romeo, um gleich drei runde Jubiläen zu begehen: 80 Jahre Tipo B (P3), 50 Jahre Giulia und 40 Jahre Alfetta. Entsprechend das Aufgebot der Marke in Essen, ein Streifzug durch Alfas Geschichte.

Tipo B „P3” (1932)

Seinen legendären Ruf verdankt der Tipo B oder kurz „P3“ genannte Grand Prix-Rennwagen seiner einsitzigen Karosserie. Den ersten „Monoposto“ der Rennsportgeschichte, konzipiert von Vittorio Jano, trieb ein von zwei Kompressoren aufgeladener Achtzylinder an. Mit dem größer werdenden Hubraum von 2,6 auf 3,2 Liter stieg auch die Leistung auf bis zu 330 PS. Beim Debüt Mitte 1932 war auch der Deutsche Rudolf Caracciola Teil einer hochkarätigen Werksfahrer-Crew, die mit ihm und Tazio Nuvolari schon im ersten Jahr sechs Rennen gewann. Ab Mitte 1933 fuhren die P3 nach dem vorübergehenden Rückzug des Alfa-Werksteams unter der Ägide der Scuderia Ferrari. Das Team gewann noch sechs Rennen. Für 1934 wurde der Motor des P3 auf 2,9 Liter Hubraum erhöht; Louis Chiron siegte beim Frankreich-GP, Guy Moll mit einem stromlinienförmig verkleideten Modell auf der Berliner Avus. 1935 machte sich dann die Überlegenheit der Silberpfeile bemerkbar. Dennoch holte Nuvolari ausgerechnet beim GP von Deutschland den bis heute unvergessenen Sieg in der Eifel und verwies Mercedes und Auto Union auf die Plätze. Mit 46 Siegen in vier Jahren zählt der Alfa P3 bis heute zu den berühmtesten Rennwagen aller Zeiten.

Giulia TI Super (1963)

Nur 501-mal wurde die Giulia TI Super von 1963 gebaut. Die Sport-Version der ein Jahr zuvor vorgestellten viertürigen Limousine war bei der italienischen Polizei ebenso beliebt wie bei Privatrennfahrern. Der 1.570 cm3 große DOHC-Vierzylinder des Giulia Sprint Speziale brachte es mithilfe von zwei Doppelvergasern auf 113 PS. Höchstgeschwindigkeit: 190 km/h.

Giulia TZ1 (1963)

Jeder Alfisti weiß mit dem Kürzel TZ etwas anzufangen. Es steht für Tubolare Zagato und damit für ein filigranes Gitterrohrrahmen-Geflecht unter hyperleichter Aluminium-Hülle sowie ein Design der Carozzeria Zagato. Dank vorzüglicher Aerodynamik, Doppelzündung aus dem Alfa GTA, 160 PS und nur 660 Kilo Gewicht lief ein TZ auf den Geraden bis zu 220 km/h. Erstmals vorgestellt wurde der zackige Zagato 1962 auf dem Turiner Salon. Im Motorsport debütierte er 1963 beim FISA Monza Cup, wo er die ersten vier Plätze in der Prototypen-Klasse belegte.

Giulia Sprint Speciale (1965)

Ein heute weitgehend unbekannter Prototyp aus dem Designstudio von Bertone in Turin wird als das überraschendste Exponat auf dem Alfa Romeo-Stand der Techno Classica angekündigt. Es beeindruckt mit einem großzügig verglasten Heckaufbau und Stilelementen des ebenfalls bei Bertone gezeichneten Montreal.

Giulia TZ2 (1965)

Der aus dem TZ1 entwickelte TZ2 entstand nur zwölfmal und wog dank einer Karosserie aus Fiberglas lediglich 620 Kilogramm. Mit Doppelzündung und Trockensumpfschmierung brachte es das Rennmodell auf über 170 PS, und eine verbesserte Aerodynamik sorgte für eine Höchstgeschwindigkeit von 245 km/h. Der TZ2 feierte 1964 in Turin Premiere; 1966 holte sich ein solcher Gitterrohrrahmen-Renner bei der Targa Florio Platz vier im Gesamtklassement.

Giulia Coupé 1750 GT Am (1970)

Der GT Am gilt als breitbackigster GTA aller Zeiten und wurde rund 40-mal gebaut. Gefüttert von einer mechanischen Spica- oder auch Lucas-Einspritzung mobilisierte sein 2,0-Liter-Motor zu Beginn bis zu 220 PS bei 7.200/min. Die Bezeichnung GT Am (m für „maggiorata") weist auf den von 1,75 auf 2,0 Liter aufgebohrten Motor hin, ist andererseits aber auch eine Hommage an Amerika, weil Alfa Romeo die mit Benzineinspritzung ausgerüstete US-Version 1750 GTV als Homologationsmodell nutzte. Autodelta gelang es, mit dem GT Am phantastische Ergebnisse einzufahren. Zum Schluss leisteten die GT Am bis zu 240 PS bei 7.500/min und liefen 230 km/h schnell. Es war eine goldene Epoche des Alfa Romeo-Motorsports.

Alfetta (1972)

Ihren Namen verdankt die 1972 als gehobene Mittelklasse-Limousine vorgestellte Alfetta („der kleine Alfa") dem gleichnamigen Formel-1-Fahrzeug, mit dem Luigi Fagioli und Juan-Manuel Fangio 1950 und 1951 die F1-WM nach Mailand holten. Grund für die Namensgleichheit ist die in beiden Fällen angewandte Transaxle-Bauweise mit vor der Hinterachse am Differenzial montiertem Getriebe samt Kupplung. Ein Prinzip aus dem Rennwagenbau, das für eine 50:50-Gewichtsverteilung und mehr Traktion auf den (hinteren) Antriebsrädern sorgt. Die oberhalb der Giulia positionierte Alfetta imponierte mit betont schnörkellosem Design. Ab 1977 bot Alfa die Alfetta mit einer 2,0-Liter-Maschine und maximal 130 PS an. Anfang 1974 erschien ein Einstiegsmodell mit dem 108 PS starken 1,6-Liter-Motor aus der Giulia-Reihe, 1979 folgte erstmals auch ein Diesel.

Alfa 155 2.5 V6 TI (1993)

Mit 4x4-Power wagte sich Alfa 1993 in die Höhle des Löwen, die DTM. Das Kampfgerät basierte auf dem Alfa 155. Der komplett aus Leichtmetall gefertigte und nur 110 Kilogramm schwere 60-Grad-V6-Motor erhielt eine Wachstumsspritze auf 2.498 cm3. Auf den Asphalt gelangten 420 PS bei 11.800/min, ein damals noch erlaubter Allradantrieb schickte 33 Prozent des Drehmoments auf die Vorder- und 67 Prozent auf die Hinterachse. Für die DTM-Nachfolgeserie ITC mauserte sich der Alfa 155 als Folge eines extrem liberalen, aber umso kostspieligeren Reglements zum Hightech-Renner. Gravierendste Modifikation: Ein neuer 2,5-Liter-V6 mit 90 Grad Bankwinkel und 490 PS bei 12.000 U/min, eingesetzt in der zweiten Saisonhälfte 1996. Der Aufwand war groß und wurde 1995 und 1996 mit jeweils zweiten Plätzen in der Markenwertung honoriert. (Auto-Reporter.NET/arie)(Foto: Alfa Romeo/Auto-Reporter.NET)


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