Die stationären Prüfstandsuntersuchungen waren erkenntnisreich. Beobachtet wurde beispielsweise eine erhebliche Verdünnung des Schmieröls durch die Nacheinspritzung. Andererseits führten der Motorbetrieb mit geringer Drehzahl (1.000 U/min) bei geringer Belastung, aber auch häufige Motorstarts mit längeren Leerlaufzeiten nur zu geringen Kraftstoffeinträgen, „die für den Praxisbetrieb kaum Bedeutung haben“. Bei hoher Motorbelastung wurde aus dem mit B10 verdünnten Motoröl hauptsächlich Dieselkraftstoff ausgetragen, in geringem Maße aber auch Biodiesel-Anteile.

Zu den Schlussfolgerungen der Universität Magdeburg gehört, dass keine problematische Verdünnung des Schmieröls zu befürchten ist, wenn der zur Regeneration notwendige Zusatzkraftstoff ausschließlich direkt vor dem Oxidationskatalysator eingespritzt wird. Denkbar wäre bei solchen Systemen unter besonderen Bedingungen (z. B. Reduzierung des Ölwechselintervalls) sogar eine bis zu 30-prozentige Beimischung von Biodiesel.

Das Fazit der Untersuchung der Uni Magdeburg zu möglichen Folgen einer Beimischung von zehn bis 30 Prozent Biodiesel lautet: „Um zukünftig bei einer weiteren Erhöhung des Biokraftstoffanteils im Dieselkraftstoff die irreversible Motorschmierölverdünnung bei Pkw-Motoren mit motorinterner Nacheinspritzung zu vermeiden, muss versucht werden, den Kraftstoffeintrag vor allem im Regenerationsmodus durch Optimierung der späten Nacheinspritzung zu verringern. Dabei darf die Regeneration des Partikelfilters jedoch nicht beeinträchtigt werden.“

Mit bloßem Tanken von B10, wenn es denn eines Tages so weit sein sollte, wäre es nicht getan. Denn offenbar könnten sich nicht alle Dieselmotoren aktueller Generationen gleichermaßen folgenlos mit B10 anfreunden. Aufkommende Verunsicherung der Besitzer eines Diesel-Pkws scheint vorprogrammiert zu sein. Dem lässt sich mit rechtzeitiger Aufklärung vorbeugen. (Auto-Reporter.NET/Wolfram Riedel)(Foto: Auto-Reporter.NET)

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