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Kurzstrecke – Gift für den Diesel
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Dienstag, den 03. August 2010 um 06:08 Uhr

Kurzstrecke schlecht für einen DieselIst ein Dieselfahrzeug mit Rußfilter oft im Kurzstreckenbetrieb unterwegs, kann der Kraftstoff das Motorenöl verdünnen. Vom ADAC wurden deshalb Motorenöle von 30 Fuhrpark-Dieselfahrzeugen mit Partikelfilter untersucht, die überwiegend auf Kurzstrecken im Einsatz waren. Ursache für die Ölverdünnung ist die sporadische Einspritzung einer extra Portion Kraftstoff zur automatischen Reinigung des Rußfilters, die selbst auf längeren Fahrstrecken mit höheren Öltemperaturen nicht wieder vollständig abgebaut werden kann.

Bei 21 Ölproben registrierten die Experten eine mindestens siebenprozentige Verdünnung durch Dieselkraftstoff. Die Hälfte der Fahrzeuge hatte eine Ölverdünnung von mehr als zehn Prozent. Bei den Fahrzeugen mit höherer Öl-Laufleistung konnte bei jedem zweiten Testfahrzeug eine Ölverdünnung von über 15 Prozent nachgewiesen werden. Untersuchungen an 50 weiteren Fahrzeugen bestätigten die Ergebnisse der ersten Versuchsreihe. Hier erreichten die Maximalverdünnungen sogar Werte bis etwa 25 Prozent. Möglicherweise noch ungünstigere Einsatzbedingungen können die Ursache sein.

Insbesondere die Biodiesel-Anteile im Motoröl steigen bei entsprechendem Fahrzeugeinsatz durch die verabreichte „Extra-Portion“ Sprit stetig; ihr Eintrag verdampft kaum. Als Folge nimmt die Schmierfähigkeit des verdünnten Öls ab und der Verschleiß im Motor zu. Im Allgemeinen gelten Ölverdünnungen bis zehn Prozent für den Motor als unkritisch. Die Hersteller erlauben in Einzelfällen sogar Verdünnungen bis zu 25 Prozent. Wie die Motoren allerdings auf Dauer auf die extreme Verdünnung reagieren, würden erst in den nächsten Jahren unabhängige Forschungsprojekte belegen, so der Autoklub.

Der Klub fordert die Fahrzeughersteller auf, die Partikelfilter-Regenerationsverfahren weiterzuentwickeln, die auch im Kurzstreckenbetrieb keine Verkürzung der Ölwechselintervalle erforderlich machen und die volle Gebrauchsfähigkeit des Fahrzeugs ohne Nachteile sicherstellen. Vertragswerkstätten sollten zudem attraktive Ölwechselangebote speziell für Diesel-Kurzstreckenfahrer anbieten. Ölpreise von 25 bis über 30 Euro je Liter sind kein Anreiz für einen vorsorglichen Ölwechsel. Autofahrer sollten den Ölstand regelmäßig kontrollieren. Deutlich steigende Ölstände sind ein sicheres Indiz für eine signifikante Ölverdünnung. Hier ist oft ein vorgezogener Ölwechsel empfehlenswert. (Auto-Reporter.NET/sr)

 
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