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Dietmar Oeliger vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist Realist. Im Gegensatz zu anderen Umweltverbänden räumt der Verkehrsexperte der Organisation ein, „dass das Auto für viele Menschen besonders im ländlichen Raum ein unverzichtbarer Bestandteil der Mobilität“ ist. Kein ideologischer Zwischenton, kein erhobener Zeigefinger, kein Verdammen des Automobils, sondern rationale Appelle an die Vernunft der Autofahrer, im Umgang mit dem Auto die Effizienz zu fördern. Der richtige Umgang mit dem Gaspedal könne den Verbrauch und damit den CO2-Ausstoß bis zu 25 Prozent senken.
Um dieses Fahrerpotenzial zu heben, veranstaltet der NABU jetzt zusammen mit Volkswagen Fahrerlehrgänge, bei denen effizientes Fahren gelehrt wird. Dietmar Oeliger: „Es geht darum, dass die Menschen nicht nur verbrauchsarme Fahrzeuge fahren, sondern sie auch sparsam bewegen.“ Dies fange
beim Abstand halten an, gehe übers zügige Hochschalten bis zum vorausschauenden Fahren, bei dem man nicht mit Vollgas auf eine rote Ampel zufährt.
Ungewohnte Töne von einer Naturschutzbewegung auch in Sachen Verbrauchswerte, was bei Umweltschützern so gut wie nie in ein Lob für die Autohersteller mündet. Anders beim NABU: „Wir haben festgestellt, dass die Verbrauchswerte der Neufahrzeuge in den letzten Jahren enorm nach unten gepurzelt sind. Das hängt auch damit zusammen, dass es Vorgaben der Politik gibt. Dieser Trend kann und muss in den nächsten Jahren fortgesetzt werden. Die Verbräuche werden in den nächsten Jahren sicher noch mal bis zu einem Drittel fallen.“
Auch in Sachen Diesel tönt es beim NABU anders als bei anderen Umweltschützern: Der Naturschutzbund habe festgestellt, dass gerade Langstreckenfahrer mit Dienstwagen mit dem Diesel „am sparsamsten unterwegs sind“. Der Diesel sei für diese Nutzer die verbrauchsärmste Technik. Zunehmend setze sich aber auch die Hybridisierung vor allem bei den Benzinern durch. Dies sei aber nur dann sinnvoll, wenn das Fahrzeug überwiegend im Stop-and-go-Stadtverkehr unterwegs ist. Dass der Hybrid auf langer Autobahnfahrt nicht so sparsam ist wie ein effizienter Diesel, ist zwar keine neue Erkenntnis, aber aus dem Munde des Verkehrsexperten das NABU klingt dies überraschend ideologiefrei und wohltuend sachlich.
Zum Elektroauto geht Oeliger zumindest in der zeitlichen Erwartungshaltung vieler Politiker auf Distanz: Frühestens 2020 sieht Oeliger eine größere Zahl von Elektroautos auf den Straßen rollen. „Das hängt ganz stark von der Entwicklung der Batterietechnik ab“, sagt er.
In Kürze werden die Zahlen des durchschnittlichen CO2-Ausstoßes europäischer Hersteller vorgestellt. Für Dietmar Oeliger, der sie schon kennt, eine Überraschung: „Wir können sehen, dass Volkswagen in den letzten zwei Jahren große Fortschritte gemacht hat. Sie kamen von weit hinten, aber haben sich jetzt beim Reduzieren von CO2 an BMW vorbei an die Spitze der deutschen Hersteller geschoben.“ (WAB/Peter Groschupf/Auto-Reporter.NET)(Foto: WAB/Auto-Reporter.NET)
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