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Protest meldete der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA in Frankfurt/Main gegen die ab Dezember vorgesehene neue Verbrauchs-Kennzeichnung für Neuwagen an. Zimperlich ist der Verein nicht. Auf Farbskala-Schildern, mit denen seine Aktivisten Mercedes- und Audi-Limousinen an den Messeständen der Hersteller präparierten, war zu lesen: „Grün für Spritfresser? – Rösler spinnt!“ Gemeint war der Bundeswirtschaftsminister.
Ausschlaggebender Faktor bei der Erteilung des Labels sei
das Gewicht der Autos und nicht vorrangig ihr Spritverbrauch, kritisiert der BUND. Demnach dürften schwere Autos sehr viel mehr CO2 emittieren als kleine und leichte Pkws und erhielten dennoch das grüne Siegel.
Überhaupt nicht überrascht der BUND-Vorwurf, es sei die deutsche Automobilindustrie, die das Pkw-Gewicht zu einem entscheidenden Kriterium der Einordnung in die verschiedenen Effizienz-Klassen gemacht habe. Seit jeher missfallen den selbsternannten Umwelt- und Naturschützern die weltweit begehrten deutschen Premiumautos. Keine Gelegenheit wird ausgelassen, vor allem gegen die größeren Kaliber mit Audi- und BMW-Emblem oder Mercedes-Stern anzugehen. Dass die deutsche Automobilindustrie weltweit einzigartige Anerkennung für ihre Modelle erfährt, ist dem BUND egal, eher ein Dorn im Auge.
Nun wettert der BUND, die neue Verbrauchskennzeichnung für Pkws täusche die Verbraucher und, was kommt prompt, schade „der Umwelt.“ Offenbar traut er Autokäufern nicht zu, selbst zu wissen, dass es sparsamere Autos gibt als einen „Luxus-Geländewagen wie den Mercedes ML 250 oder den Audi Q7 mit einem Spritverbrauch um die acht Liter“. Den BUND wurmt, dass diese Autos ein grünes Label erhalten. Solche Kennzeichnung bekommen sie aber doch mit vollem Recht! Schließlich ist es eine ingenieurtechnische Leistung, wenn Pkws dieses Kalibers mit so wenig Kraftstoff auskommen.
Viel sparsamere Autos mit einem Verbrauch von fünf Litern bekämen dagegen nur das gelbe Label, meutert der Verein. Da stimme die Kennzeichnung doch nicht. – Die Kennzeichnung ist aber doch völlig in Ordnung. Kleine und große, leichte und schwere Autos kann man nicht in den sprichwörtlichen einen Topf werfen. Vergleiche in den einzelnen Segmenten aber sind interessant und durchaus hilfreich. Dass kleine, leichtere Pkws von vornherein weniger verbrauchen als große, schwerere, weiß doch nun wirklich ausnahmslos jeder Autofahrer!
Seine Attacke gegen die deutschen Automobilhersteller schließt der BUND in mittlerweile gewohnter aggressiver Weise: Man müsse die Verbraucher davor warnen, „auf dieses hirnrissigste Öko-Label Deutschlands hereinzufallen“.
Immerhin schlägt der BUND vor, zusätzlich zur Höhe der Emissionen die Zahl der Sitzplätze und das Kofferraumvolumen der Pkws in die Einstufung nach Effizienzklassen einzubeziehen. Wegen ihres besonderen Nutzwertes für Familien könne Fahrzeugen mit mehr Sitzplätzen oder einem größeren Kofferraum „ein Emissions-Bonus gewährt werden“. Auf diese Weise erfährt die Existenz beispielsweise größerer, schwererer und damit weniger sparsamerer Vans vielleicht doch ihre Anerkennung vom BUND. Na bitte, geht doch! (Auto-Reporter.Net/Wolfram Riedel)(Foto: UnitedPictures/Auto-Reporter.NET)
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