|
Es sieht alles danach aus, als könnte der Volkswagen-Konzern in diesem Jahr das beste Geschäftsjahr seiner Geschichte abliefern. Bereits nach neun Monaten hat der Konzern dank Rekordverkäufen mehr verdient als im gesamten Jahr 2010. Mit 13,6 Milliarden Euro übertrifft der kumulierte Gewinn in diesem Jahr den Vorjahreswert um fast zehn Millionen (9,6 Mio.) Euro. Beim Umsatz ging es um rund 26 Prozent auf 116,3 Milliarden Euro (Vorjahr: 92,5 Mrd.) nach oben; das lässt die Wolfsburger in diesem Jahr mit einem neuen Rekordumsatz rechnen.
Von Januar bis September hat der VW-Konzern 6,2 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 14,1 Prozent (5,4 Mio.). Damit stieg der weltweite Marktanteil auf 12,4 (11,6) Prozent. Das Operative Ergebnis legte um 86 Prozent auf 9,0 (4,8) Milliarden Euro zu. Die operative Umsatzrendite verbesserte sich von 5,2 auf 7,7 Prozent. Nicht enthalten im Operativen Konzernergebnis ist das anteilige Operative Ergebnis der chinesischen Joint-Venture-Gesellschaften in Höhe von 1,9 (1,4) Milliarden Euro.
Netto-Liquidität im Automobilbereich weiter auf hohem Niveau
Volkswagen hat in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres seinem Namen als einer der am stärksten wachsenden Autokonzerne weltweit alle Ehre gemacht. Neben dem Wachstum legte auch die Profitabilität weiter zu. Dazu beigetragen hat laut Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch auch die strikte Kosten- und Investitionsdisziplin.
Die Netto-Liquidität im Automobilbereich hat in den ersten drei Quartalen gegenüber Ende Dezember 2010 um 2,5 Milliarden Euro auf 21,2 Milliarden Euro zugenommen. Insgesamt investierte der Konzern bis September im Automobilbereich 8,6 (6,3) Milliarden Euro. Pötsch: Dank der finanziellen Solidität sei man gut gerüstet für die Zukunft, auch wenn diese mit konjunkturellen Unsicherheiten behaftet sei. Sie verschaffe zugleich die notwendige finanzielle Flexibilität für künftige Investitionen und die Umsetzung der Strategie 2018.
Marken und Geschäftsfelder
In den ersten neun Monaten verbesserte sich die Verkaufssituation bei allen Volumenmarken und Geschäftsfeldern des Konzerns. In fast allen Regionen der Welt profitierte Volkswagen dabei vom anhaltenden Wachstum und übertraf deutlich die Entwicklung des Weltmarktes. Insgesamt stieg der Konzernabsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16 Prozent auf 6,2 (5,3) Millionen Fahrzeuge.
Die Marke Volkswagen Pkw setzte in den ersten neun Monaten dieses Jahres weltweit 3,3 (2,8) Millionen Fahrzeuge ab (+16,7 %). Das Operative Ergebnis verbesserte sich um 1,7 Milliarden auf 3,3 Milliarden Euro. Besonders gefragt waren die Modelle Polo, Golf, Tiguan, Touareg, Jetta, Passat Variant, Touran und Sharan.
Der Absatz von Audi stieg um 17,8 Prozent auf 1,1 (1,0) Millionen Fahrzeuge. Das Operative Ergebnis wuchs um 74,4 Prozent auf 4,0 (2,3) Milliarden Euro. Die größten Zuwachsraten gab es beim Q5 und Q7.
ŠKODA legte bei den Verkäufen um 19,9 Prozent auf 511.000 (426.000) Fahrzeuge zu. Alle Modellreihen der Marke hatten Anteil an dieser Entwicklung. Das Operative Ergebnis verbesserte sich um 261 Millionen auf 575 Millionen Euro.
Die spanische Marke SEAT steigerte ihre Verkäufe im Berichtszeitraum leicht um 2,7 Prozent auf 267.000 (260.000) Fahrzeuge. Der Operative Verlust verringerte sich von 218 auf 101 Millionen Euro.
Der Luxushersteller Bentley setzte in den ersten drei Quartalen 5.000 (3.000) Fahrzeuge ab (+51,2 %). Der Operative Verlust lag mit sechs Millionen Euro deutlich unter dem Minus der ersten neun Monate des Vorjahres mit 145 Millionen Euro.
Volkswagen Nutzfahrzeuge profitierte im bisherigen Jahresverlauf von der anhaltend hohen Nachfrage und steigerte seine Verkäufe um 32,4 Prozent auf 328.000 (248.000) Einheiten. Das Operative Ergebnis hat sich im bisherigen Jahresverlauf mit 328 (142) Millionen Euro mehr als verdoppelt.
Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania steigerte seine Verkäufe um 35,4 Prozent auf 59.000 (44.000) Fahrzeuge. Operatives Ergebnis: 1,1 (0,9) Milliarden Euro.
Volkswagen Finanzdienstleistungen erwirtschaftete im Berichtszeitraum ein Operatives Ergebnis von 876 (684) Millionen Euro (+27,9 %).
VW nimmt weiterhin Kurs auf Weltspitze
Konzernchef Martin Winterkorn hob bei der Vorlage der Bilanzzahlen noch einmal hervor, auf einem guten Weg zu sein, um „bis 2018 an der Spitze der Automobilindustrie zu stehen – ökonomisch und ökologisch“. Insgesamt rechne VW für 2011 mit einer „deutlichen Verbesserung“ der Vorjahreswerte. Das gelte für Umsatzerlöse und das Operative Ergebnis des Konzerns gleichermaßen. Auch bei den Auslieferungen erwartet der Konzern eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Allerdings werden die weiterhin volatilen Zins- und Wechselkursverläufe sowie Rohstoffpreise den positiven Volumeneffekt abschwächen. „Angesichts der aktuellen Unsicherheitsfaktoren für die Konjunktur beobachten wir die Entwicklungen auf den weltweiten Automobilmärkten weiterhin sehr genau", so der Vorstandschef. Die angespannte Schuldensituation einiger Euro-Mitgliedstaaten und das Ende der Förderprogramme werden im vierten Quartal die Nachfrage nach Neufahrzeugen in vielen Märkten Westeuropas belasten. In Zentral- und Osteuropa sowie auf den nord- und südamerikanischen Märkten geht der Konzern dagegen von einem Wachstum der Neuzulassungen aus. Die wichtigen Märkte in China und Indien werden ihre positive Entwicklung ebenfalls fortsetzen. Insgesamt wird die weltweite Pkw-Nachfrage des Jahres 2011 voraussichtlich über dem Niveau von 2010 liegen.
Auch wenn an den Automärkten der Welt uneinheitliche Entwicklungen erwartet werden, sieht sich der VW-Konzern gut aufgestellt. Das einzigartige Markenportfolio und die stetig wachsende Präsenz in allen wichtigen Regionen der Welt seien, so Winterkorn, zentrale Wettbewerbsvorteile. Auch werde sich das modulare Baukastensystem, das fortlaufend optimiert werde, zunehmend positiv auf die Kostenstruktur des Konzerns auswirken. Man sei auf einem guten Weg, sein Ziel bis 2018 zu erreichen und an die Spitze der Automobilindustrie zu rücken. Winterkorn betonte jedoch, dass für den VW-Konzern Erfolg und Größe kein Selbstzweck seien. Es gehe um die Zufriedenheit der Kunden weltweit, um die Motivation und Qualifikation der Mitarbeiter sowie um das Vorantreiben aller relevanten Technologien, so der Unternehmenschef. In dem Zusammenhang hob er den sparsamen Umgang mit Ressourcen und die Nutzung regenerativer Energien in den Werken sowie die Übernahme von umfassender Verantwortung für die Standorte und Gesellschaft hervor. (Auto-Reporter.NET/arie)(Foto: UnitedPictures/Auto-Reporter.NET)
Autohersteller Volkswagen
|