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WebAutoBlog.com:Subtiler Aufruf zur Gewalt: Dacia-Werbung ein Fall für den Werberat!
Montag, den 05. September 2011 um 19:32 Uhr

WebAutoBlog.com:Subtiler Aufruf zur Gewalt: Dacia-Werbung ein Fall für den Werberat!Darf Werbung zu Gewalt aufrufen? Natürlich nicht! Wie ist es dann möglich, dass Renault-Tochter Dacia subtil genau das tut? Weil die ach so coole Hamburger Agentur Nordpol und die Marketingleitung bei Renault kein Gefühl für politische Korrektheit haben. Was mit den Spots von der weiter gehenden Revolution und den reanimierten Helden sozialistischer Revolutionen von Karl Marx bis zu Che Guevara oder die legendäre Pressekonferenz zum Mauerfall, die auf eine Dacia-Preissenkung umgemünzt wurde, noch wirklich intelligenten Witz erkennen ließen, geht die aktuelle Kampagne gegen Status-Symbole zu weit und müsste schlicht verboten, zumindest aber offiziell geächtet werden.

Wenn eine Porsche-Fahrerin einem Dacia den Außenspiegel wegtritt, ein Golfer mit einem Golfschläger die Windschutzscheibe eines Dacias zerstört, ist das absolut daneben. Und wenn ein Audi-R8-Fahrer extra anhält, um auf dem parkenden Dacia einen demontierten Abfallkorb

auszuleeren, ist das nur für wenige witzig. „Das Auto als Statussymbol wird immer mehr hinterfragt“, begründet Mathias Müller-Using von der Werbeagentur Nordpol die Spots. Die Maxime laute: „Wer sich nichts Teures leisten will, kauft Dacia. Wir folgen damit einem breiten Trend in unserer Gesellschaft.“ Will er damit sagen, dass auch Gewalt gegen Autos im Trend liegt? Dann ist es doch nur folgerichtig, wenn Dacia demnächst einen Spot bringt, in dem ein Auto der Marke in Flammen aufgeht. Ist die Hamburger Agentur so weit weg von Berlin, wo fast jede Nacht Autos brennen? Haben die Verantwortlichen bei Renault Deutschland so wenig Fingerspitzengefühl, dass sie diese Art von „Gewaltverherrlichung“ absegnen?

Jetzt ist der Deutsche Werberat, diese Werbung zu rügen. In seinen Regeln heißt es unter anderem: „In der kommerziellen Werbung dürfen Bilder und Texte nicht die Menschenwürde und das allgemeine Anstandsgefühl verletzen.“ Und an anderer Stelle: „ vor allem dürfen keine Aussagen oder Darstellungen verwendet werden, die Gewalt oder die Verharmlosung von Gewalt gegenüber Personen enthalten.“ Dass die Gewalt in diesem Falle nicht gegen Personen, sondern gegen Autos ausgeübt wird, macht da keinen Unterschied.

Die Werber umgehen unsere Vorbehalte gegen Gewalt sehr geschickt, indem sie die Gewalt gegen das eigene Produkt ausführen lassen. Das ändert aber nichts daran, dass Gewalt hier quasi als berechtigt und durchaus nachvollziehbar als richtig dargestellt wird. Und es ist verdammt fies, die Fahrer teurer Autos so darzustellen, als würden sie billige Autos dermaßen hassen, dass sie an ihnen ihren Zerstörungstrieb auslassen. Allein diese Unterstellung müsste bestraft werden.

Man stelle sich vor, eine deutsche Luxusmarke würde damit werben, wie ihre Kunden Dacias zerstören mit dem Slogan: „Wir sind gegen billige Konkurrenz!“ Öffentliche Aufruhr wäre sicher, Renault würde sofort alle juristischen Schritte einleiten. An dieser Umkehrung wird sofort deutlich, dass Gewalt in der Werbung tabu sein und bleiben muss. Auch dann, wenn dabei nur Autos beschädigt werden.

Bleibt die Frage, ob auch Renault-Fahrer zu Aggressionen gegen Dacia-Modelle neigen. Schlussendlich ist die Darstellung aggressiver Aktionen gegen Autos ein peinlicher Fehltritt, der kritisiert werden muss. Und wenn man auf youtube sucht, findet man dazu interessante Kommentare. Während sich die internet-Community sonst nicht durch Sensibilität und Geschmack auszeichnet, kommen überwiegend kritische Stimmen. „Sind die jetzt völlig Banane? Was soll damit erreicht oder ausgesagt werden? Alle Menschen, die Markenprodukte schätzen, sind kriminell??!“, meint Perry Rhodan. Oder FighterEM2: „Glauben die von Dacia wirklich, dass sie mit solcher Werbung, die dem eigenem Image schadet, mehr Kunden bekommen?? Die sollten mal bei VW schauen, wie Werbung für eine Automarke gemacht wird, deren aktueller Werbespot ist (mal wieder) genial.“ (Peter Groschupf/WAB/Auto-Reporter.NET)(Foto: WAB/Auto-Reporter.NET)

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