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E10: Mineralölindustrie sieht ADAC-Anzeige gelassen
Freitag, den 08. April 2011 um 06:01 Uhr

ADAC E10 KlageDer Ankündigung folgte die Tat: Gegen die Mineralölkonzerne Aral, BP, Jet, OMV und Shell hat der ADAC Anzeige erstattet, weil nach der Einführung des Bio-Kraftstoffs Super E10 an Tankstellen nach wie vor kein Super E5 mit 95 Oktan angeboten werde. Damit verstoßen die Ölmultis nach Auffassung des Klubs gegen die gesetzlich verankerte Bestandsschutzregelung. Danach müssen Anbieter von Super E10 gleichzeitig auch Superbenzin mit E5-Qualität vorhalten. Die Mineralölindustrie sieht die Anzeige des Autoklubs gelassen, das Kraftstoffangebot sei gesetzeskonform.
 

Der ADAC, grundsätzlich ein Befürworter der E10-Einführung, wolle mit seiner Anzeige die Wahlfreiheit zwischen den Kraftstoffsorten sichern helfen, heißt es in München. Stichproben an Münchner Tankstellen hatten ergeben, dass von den angezeigten Anbietern unter der Bezeichnung „Super“ ein Kraftstoff in Super-Plus-Qualität mit mindestens 98 Oktan abgegeben wurde. Der Preis pro Liter sei aber bis zu acht Cent teurer als der von Super E10, moniert der Klub.

Die in der Bundes-Immissionsschutzverordnung festgeschriebene Vorgabe, neben Super E10 auch einen Kraftstoff mit maximal fünf Prozent Ethanol (E5-Qualität) anbieten zu müssen, ist für Dr. Klaus Picard, den Hauptgeschäftsführer des Mineralölwirtschaftsverbandes, erfüllt. So muss der Super-Kraftstoff mindestens 95 Oktan haben. Legitim ist aber auch jede höhere Qualität wie 98 Oktan (Super Plus).

Entscheidend für den Autofahrer sei schließlich, dass die sogenannte Schutzsorte den maximalen Ethanolgehalt von fünf Prozent nicht übersteige, betont Picard.
Dass die Mineralölindustrie nur auf eine Schutzsorte setzt, hat für Picard einen einfachen Grund: Man wollte die politische E10-Vorgabe „im Sinne des Verbrauchers zu günstigsten Kosten“ umsetzen. Das Angebot weiterer Sorten würde auch die Gesamtkosten in die Höhe treiben.

Die Anzeige des ADAC hält Klaus Picard für eine „erneute Verunsicherung der Autofahrer“. Sie trage nicht zur Information und Vertrauensbildung der Autofahrer bei. Das aber hatte sich der Benzingipfel in Berlin zum Ziel gesetzt, an dem neben Vertretern der Automobilbranche und des Mineralölwirtschaftsverbandes u.a. auch der ADAC teilgenommen hatte. (Auto-Reporter.NET/arie)(Foto: Auto-Reporter.NET)

 


 

 
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