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Haben Sie Probleme beim Starten des Motors? Was sollte man tun? Der AvD (Automobilclub von Deutschland) gibt dazu einige Tipps.
Wenn Sie Ihren Motor zu starten versuchen, dieser aber widerwärtig Ihnen nur entgegen hustet, dann streikt oft eigentlich die Batterie. Insbesondere an den ersten Wintertagen oder an den ersten frostigen Tagen kann dieses geschehen. Dann wird die Batterie nämlich stärker belastet und sie kann unter Umständen nicht mehr mitmachen. Dieses ist einerseits auf die Temperatur zurück zu führen und andererseits muss die Batterie im Winter mehr arbeiten. Die Nächte sind länger und somit ist das Licht länger an, die Heizung muss ihren Dienst vollbringen und die Heckscheibe und Spiegel müssen auch gewärmt werden. Wenn Sie also nicht vom Fleck kommen, dann rufen Sie die gebührenfreie Hotline 0800 990 990 9 an. Das ist die Nummer vom Pannenservice der AvD. Andernfalls suchen Sie eine Werkstatt auf, die sich in Ihrer Nähe befindet.
In so einem Fall kann man sich oft aber auch selber helfen. Alles was Sie brauchen, sind Starthilfe-Kabel und einen netten Nachbar. Wenn Sie mit diesen umgehen können, dann achten Sie bitte auf folgende Sachen.
Als aller erstes, schauen Sie nach, ob Sie ein richtiges Kabel haben. Für die meisten Benzinmotoren reicht ein Kabel mit einem Querschnitt von 16 mm². Wenn Sie es aber mit einem Dieselmotor zu tun haben, dann brauchen Sie schon ein Kabel mit einem Querschnitt von 25 mm². Dieses brauchen Sie dann auch für größere Benziner. Wenn Sie einen großen Dieselmotor haben, also ab einem Hubraum von mehr als 3 Liter, dann brauchen Sie ein großes Kabel mit einem Querschnitt von 35 mm², denn starke Benziner und Diesel brauchen mehr Strom zum Starten als die üblichen Motoren. Das Problem ist, dass ein kleineres Kabel bei einer Übertragung von großen Strommengen durchbrennen könnte. Achten Sie also auf diesen Hinweis. Ein weiterer Tipp ist der, dass Sie mit einem Diesel Motor einem Benziner Starthilfe geben können. Geben Sie aber hierfür genügend Gas, damit die Geber Batterie nicht ganz entleert wird.
Hier haben Sie auch die genaue Vorgehensweise: Fahren Sie beide Autos dicht aneinander, ohne dass sich diese berühren oder in Berührung bleiben. Stellen Sie beide Motoren ab, holen Sie den Gang raus, ziehen Sie die Handbremse und schalten Sie alle Verbraucher ab (Radio, Licht, Heckscheibenheizung usw). Ziehen Sie eventuell zur Sicherheit den Schlüssel raus. Anschließend öffnen Sie beide Motorhauben und nehmen Sie die Bedeckung von der Batterie ab, falls eine vorhanden ist. Nehmen Sie dann zuerst das rote Kabel. Dieses ist für die Pluspole. Zuerst an der leeren, dann an der vollen Batterie anschließen. Anschließend das schwarze Kabel nehmen. Diesmal zuerst an der vollen Batterie anklemmen. Das andere Ende kommt nicht an die Batterie, sondern an ein unlackiertes Metallteil im Motorraum des Fahrzeuges mit der leeren Batterie. Starten Sie jetzt das Fahrzeug mit der vollen Batterie. Geben Sie etwas Gas, bis etwa 2000 Umdrehungen pro Minute. Starten Sie jetzt das Fahrzeug mit der leeren Batterie. Lassen Sie jetzt beide Motoren für ca. Drei Minuten laufen, damit sich die leere Batterie etwas aufladet. Wenn auch diese Zeit verstrichen ist, dann schalten Sie beim Fahrzeug mit der leeren Batterie einen großen Stromverbraucher an. Die Scheinwerfer sind dafür geeignet. Dieses sollten Sie tun, damit Sie Stromspitzen beim Entfernen der Kabel vermeiden. Diese können nämlich bei modernen Autos gefährlich sein, weil sie für die Motorelektronik schädlich sein können. Vorsicht ist beim Entfernen gefragt. Sie könnten sich die Finger verbrennen, da die Klemmen heiß sein könnten. Nehmen Sie zum Abklemmen eventuell einen Lappen oder etwas Ähnliches. Die Kabel werden in umgekehrter Reihenfolge entfernt. Zuerst das schwarze Minuskabel vom Motorblock des Fahrzeuges, welches die Hilfe benötigt hat, dann das andere Ende von der vollen Batterie. Dann nehmen Sie das rote Pluskabel von der vollen und anschließend von der leeren Batterie. Der AvD empfiehlt nach diesem Vorgang, mit dem Auto mit der leeren Batterie einige Kilometer zu fahren, damit die Batterie von der Lichtmaschine aufgeladen werden kann. Lassen Sie dafür andere Verbraucher abgeschaltet.
Jetzt scheint wieder alles in Butter zu sein. Was aber, wenn beim nächsten Versuch oder am nächsten Morgen die Batterie wieder nicht startet? In diesem Fall ist die Batterie einfach defekt. Kaufen Sie also eine neue Batterie oder rufen Sie den AvD-Pannenservice an. Das Pannenservicefahrzeug hat dann Ersatzbatterien in den gebräuchlichen Stärken mit dabei.
Es gibt aber auch andere Möglichkeiten einen Motor zu starten. Und zwar das Anschieben oder das Anschleppen. Dieses ist jedoch nur bei Autos mit Schaltgetriebe möglich. Wenn Sie ein automatisches Getriebe haben, dann rufen Sie den Pannendienst. Dergleichen gibt es auch weiter Einschränkungen bei Autos mit Katalysator. Sie müssen den Motor zuerst auskühlen lassen und nur danach das Anschieben oder Anschleppen versuchen. Andernfalls könnte unverbrannter Sprit in den Katalysator kommen und diesen zerstören.
Wenn der Motor nun kühl ist oder Sie keinen Katalysator haben, dann sollten Sie beim Anschieben folgender Maßen vorgehen. Lassen Sie die Zündung angeschaltet, damit das Lenkradschloss nicht einschnappt. Während des Anschiebens muss der Fahrer kurz in den zweiten Gang kuppeln, etwas Gas geben und gleich wieder entkuppeln. Dabei hält er den Motor durch Gasgeben am Laufen.
Beim Anschleppen müssen Sie folgendermaßen vorgehen. Verbinden Sie die beiden Autos mit einer Abschleppstange oder einem Abschleppseil. Vergessen Sie nicht die Zündung. Ansonsten schnappt während des Fahrens das Lenkradschloss ein und das Auto lässt sich nicht mehr lenken. Beschleunigen Sie jetzt bis ca. 30 km/h. Schalten Sie in den zweiten Gang und starten Sie den Motor. Sobald der Motor läuft, entkuppeln Sie wieder, geben Sie aber weiterhin Gas.
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